Schwebebahn­untakt auch im Oktober selbst­ver­freilich ober­zu­ver­lässig!

Die Bahn fuhr ja und war nach WSW-Rechnung daher 100 % zuverlässig

Allmonatlich lobpreisen die Wuppertaler Stadtwerke (WSW) ihre tolle Zuverlässigkeit im Schwebebahnbetrieb – weil: sie fährt ja! Was dabei unberücksichtigt bleibt, aber jeden Fahr- und Stehgast betrifft: wie zuverlässig ist der Takt? Darüber schweigt man sich bei den WSW fein aus.

Von einem „Takt“ von tagsüber drei bis vier Minuten kann indes gar keine Rede sein. Wie beispielsweise im September belegt, beträgt der regelmäßige Untakt eher irgendwas zwischen zwei und neun Minuten, teilweise noch extremer.

Natürlich setzt sich dieser Untakt auch im Oktober wie am Freitag, 2. Oktober, nahtlos fort. Ab 16.30 Uhr beträgt der Untakt Richtung Oberbarmen 3-4-5-2-4-6-8-4-2-2-2-2 Minuten, also irgendwas zwischen 2 und 8 Minuten. Richtung Vohwinkel rappeln wir uns ab 16.20 Uhr einen 8-6-2-2-Untakt zurecht, ab 17 Uhr wird es mit 5-3-2-4-6-3-4-3-8-6 Minuten nochmals rappelvoll oder gähnend leer, je nachdem ob man zufällig einen Achter oder Zweier würfelt.

Bei so einem Untakt kann man sich natürlich die leeren (weil in kurzen Abständen eintrudelnden) Triebwagen nur dann aussuchen, wenn man den ganzen Tag hin- und herfährt und dabei die Anzeigen beachtet („nächster Zug in 7 Minuten“, oder eben 1-2 Minuten). Davon dürften allerdings die wenigsten Fahrgäste profitieren, die einfach nur schnell nach Hause oder zur Arbeit wollen.

Entweder die Stadtwerke haben ihr hochmodernes ETCS-Karussell nicht im Griff, oder das hypermoderne, softwarebasierte System bringt bei der Schwebebahn keinen positiven Effekt. Bis auf die negative Tatsache, daß wir jahrelang wegen „Funkproblemen“ und damit verbundenen „Betriebsstörungen“ zu Hause bleiben oder auf andere Verkehrsmittel ausweichen durften.

Mit rappelnden Grüßen, Ihr Spaßwerke

Nicht nur die rappelvollen Wagen sind ein Ärgernis, auch die Rappelkisten wie aktuell GTW15_10, GTW15_13 und GTW15_21. Als Fahrgast kann man darin sein eigenes Wort kaum verstehen, weil von oben zum einen die rappelnde Geräuschkulisse der Aufbauten und der Räder mit ihren Flachstellen und Kerben dröhnt. Daß es auch angenehmer geht, zeigt beispielsweise GTW15_12, wo man sich mit seinem Sitznachbar auch ohne zu brüllen in normaler Lautstärke unterhalten kann.

Andererseits rauscht die offenbar unterdimensionierte „Belüftung“ überanstrengt laut von oben, bei der man entweder unterkühlt wird oder keine Luft mehr bekommt. Das ganze hört sich an wie ein Laptoplüfter, der mit einer schnellen Umdrehungszahl den minimalen Lüfterdurchmesser wettzumachen versucht. Lediglich während den Halten, wenn die Türen offenstehen, pausiert dieses Getöse.

Vor einigen Jahren sind die WSW an die Öffentlichkeit gegangen und haben eine Mängelliste mit rund 200 Punkten präsentiert. Seitdem macht der Laden den Eindruck eines Hinterhofbetriebs, zum einen was die öffentliche Kommunikation betrifft. Davon gibt es außer erwähnte Lobeshymnen nämlich keine. Wie viele der 200 Punkte sind abgearbeitet? – Keine Auskunft. Wann alle 31 GTW für den Zweiminutentakt im Betrieb sind? Keine Auskunft. Den 2-3-3-Takt anno 1996/97 haben wir jedenfalls mit den neuen Rappelkisten nie erreicht.

Dann die „Unterhaltung“: Wie eine billige Werkstatt wird offenbar alles so spät und dann billig wie möglich ausgeführt. Denn während die Polizei ein Fahrzeug mit löchrigem Auspuff sofort zum TÜV schickt, lärmen die Rappelkisten wochenlang im Karussell und nerven Anwohner und Fahrgäste. Hinzukommt, daß im Gegensatz zum Vorgänger GTW72 die Stromabnehmer des GTW15 ein typisches Klackern verursacht, so daß man die Kisten lange hört bevor sie zu sehen sind. Selbst der Kaiserwagen kennt das Klackern nicht.

Eine andere Frage ist, warum man als Fahrgast insbesondere in den lauten Rappelkisten manchmal quer zur Fahrtrichtung durchgeschüttelt wird – und das bei einer frei schwingenden Einschienenbahn, wo die Schiene in Fahrtrichtung eine gerade Linie vorgibt und der Zug frei pendeln kann. Wenn die Räder der GTW15 „zu dumm zum gerade abrollen“ sind, sind neue Drehgestelle wohl unumgänglich. Schließlich beträgt die Bindungsfrist für öffentlich gefördete Karussellkabinen in der Regel 25 Jahre. Das heißt: wir müssen uns noch mindestens 15 Jahre mit den – dann hoffentlich nicht mehr rappelnden – Kisten herumärgern.

Daß es auch anders geht, zeigt selbst der Kaiserwagen. Dieser neigt weder zu seitlichen „Tänzen“, noch zu lauten Schlägen bei Überfahrten über DÜs, und die Stromabnehmer klappern auch nicht.

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