Irrtümer beim Einsatz von Photovoltaikanlagen

Mit der Photovoltaikanlage auf dem Dach selber günstigen Strom erzeugen:

Das Interesse ist groß. Doch einige verbreitete Tipps und Informationen zum Einsatz von Photovoltaik-Anlagen entpuppen sich als Irrtum. Doch was sind die gängigsten Photovoltaik-Irrtümer?

Irrtum 1: „Mit einer PV-Anlage und Speicher bin ich autark und unabhängig vom Stromanbieter“

Nein. Eine PV-Anlage kann – selbst mit einem Batteriespeicher – nur einen gewissen Anteil der Jahresstromversorgung des Haushalts übernehmen. Man spricht hier vom Autarkiegrad, der zwischen 25 und 75 Prozent liegen kann – je nachdem, ob ein Speicher vorhanden ist, wie hoch der Stromverbrauch und wie groß die Photovoltaikanlage ist. Der übrige Stromanteil muss aus dem Netz zugekauft werden. Besonders in den Wintermonaten produzieren PV-Anlagen deutlich zu wenig, um einen ganzen Haushalt zu versorgen, daran ändert auch ein sehr großer Batteriespeicher nichts. Eine 100-Prozent-Autarkie würde einen zusätzlichen Saisonspeicher benötigen, zum Beispiel mit Wasserstoff. Doch das ist technisch aufwändig und wirtschaftlich für das Eigenheim kaum sinnvoll.

Irrtum 2: „Photovoltaik lohnt sich nur gemeinsam mit einem Batteriespeicher, weil sich die Einspeisung finanziell kaum rechnet“

Stimmt so nicht. Eine Photovoltaik-Anlage ohne Speicher lohnt sich finanziell mehr als eine mit Speicher, in den allermeisten Fällen. Ob sich ausnahmsweise  ein Stromspeicher rentiert, hängt von mehreren Faktoren ab, wie Strompreis und Stromverbrauch – helfen kann hier beispielsweise eine Energieberatung der Verbraucherzentrale NRW.

Irrtum 3: „Solarenergie funktioniert nur auf Süddächern“

Falsch! Eine Ausrichtung nach Süden bringt zwar der höchsten Ertrag, doch nach Osten oder nach Westen ausgerichtete Module haben nur etwa ein Fünftel weniger Ertrag. Obendrein passen bei West- und Ostausrichtung insgesamt mehr Module auf das Dach. Und der Ertrag ist über den Tag hinweg etwas gleichmäßiger.

Irrtum 4: „Mit einem Steckersolargerät kann ich meine Kaffeemaschine versorgen“

Stimmt so nicht. Steckersolargeräte sind eine gute Möglichkeit, um ohne größeren Aufwand eigenen Strom zu erzeugen – auch in Mietwohnungen. Allerdings zeichnen sich die Geräte dadurch aus, dass ihre Nennleistung mit maximal 600 Watt eher niedrig ist. Eine Kaffeemaschine, die kurzzeitig eine hohe Leistung von 2000 Watt benötigt, bezieht also zusätzlich Strom aus dem Stromnetz. Letztlich merkt man ohnehin nicht, wohin der Strom fließt. Was man aber merkt ist, dass sich die Stromrechnung merkbar reduziert.

Beratungsangebote zum Einsatz erneuerbarer Energien unter:

www.verbraucherzentrale.nrw/node/78500

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