Oberbürgermeister Peter Jung: „Barmen ist spitze!“

Sie haben es geschafft: die Streiter für eine Immobilienstandortgemeinschaft auf dem Barmer Werth um City-Managerin Anna Wittmer haben die Abstimmung gewonnen. Bezogen auf die Gesamtfläche haben sich nur 3,18% der Immobilieneigentümer gegen die ISG ausgesprochen.

Den Barmer Hauseigentümern und Geschäftsleuten ist seit langem klar, dass dem unerfreulichen Trend hin zu sinkenden Umsätzen und Mieten nicht mit Rezepten à la „Barmen live“ beizukommen ist. Barmen muss sich neu erfinden, wenn es für Konsumenten und damit auch für höherwertigen Einzelhandel attraktiver werden soll. Bei einer Pressekonferenz am Mittwoch wurde ein wichtiger Etappensieg verkündet.

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Sie wollen „das neue Barmen“: Oliver Alberts, Anna Wittmer, Peter Jung, Matthias Wewer.

Im Februar 2011 fanden sich die Barmer Immobilieneigentümer in der Concordia zusammen, um sich am Beispiel Gießens über die Möglichkeiten einer Immobilienstandortgemeinschaft (ISG) zu informieren. Für die rührige City-Managerin Anna Wittmer war diese Zusammenkunft so etwas wie der Urknall für die ISG City Barmen: „Wir hatten 100 Geschäftsleute eingeladen, es kamen 120. Schon damals zeigte sich: Wenn viele an einem Tau ziehen, dann kann man auch einen großen Tanker auf die See ziehen. Es ist überwältigend, wie viele Menschen hinter uns stehen.“

Erfolgreiches Klinkenputzen: nur 3% der Hauseigentümer sind gegen die ISG

Dabei ist eine ISG kein steuerfinanziertes Geschenk, sondern – kurz gesagt – ein von allen Anwohnern finanziertes Maßnahmenpaket, mit dem auf einem genau festgelegten Gebiet, in Barmen ist das der Werth, bauliche Maßnahmen ebenso wie Events realisiert werden. Der Gesetzgeber will solche Initiativen fördern, ohne jedoch die Anwohner zu entmündigen. Deshalb ist es zwingend erforderlich, dass die Hauseigentümer im geplanten ISG-Gebiet darüber abstimmen können, ob sie für oder gegen die ISG sind. Nur wenn sich nicht mehr als 25% dagegen aussprechen, kann die ISG an den Start gehen.

Anna Wittmer: „Bislang sind fast alle ISGs in NRW an dieser Hürde gescheitert.“ Wittmer hat deshalb mit Oliver Alberts, Vorsitzender des Fördervereins und selbst Immobilienbesitzer am Werth, Klinken geputzt und Überzeugungsarbeit geleistet. Mit Erfolg: bezogen auf die Gesamtfläche liegt die Widerspruchsquote bei nur 3,18%. Eine wichtige Hürde auf dem Weg zur ISG ist genommen.

Oberbürgermeister Peter Jung und Oliver Alberts, Vorsitzender des ISG-Vereins, bei der Unterzeichnung des öffentlich-rechtlichen Vertrags.

Anna Wittmer und ihre Mitstreiter wissen, dass sie etwas Großes geleistet haben. Und so verwundert es nicht, dass die Pressekonferenz am Mittwoch in der Concordia von Superlativen, großen Emotionen und nicht enden wollenden Danksagungen geprägt war.

Oliver Alberts: „Heute ist ein gewaltiger Moment. Es geht darum, viele Akteure an einem gemeinsamen Standort für einen Zeitraum von fünf Jahren zu verpflichten. Ich bin ergriffen. Ich hätte nicht gedacht, dass dieses Ergebnis möglich gewesen wäre.“

„Die Zusammenarbeit war einfach wunderbar.“

Anna Wittmer: „Die ISG wird so, wie wir sie konzipiert haben, an den Start gehen. Ich werde auch weiterhin mein ganzes Herzblut und mein Engagement in die ISG einfließen lassen. Ich bin gerührt und bewegt.“

Auch die Stadt, hochrangig vertreten durch Oberbürgermeister Peter Jung und Baudezernent Frank Meyer, wurde kräftig gelobt. Alberts würdigte, dass sich alle beteiligten Ämter in die Materie, die auch für die Beamten Neuland war, hineingefuxt hatten: „Die Zusammenarbeit war einfach wunderbar.“

Das Lob gab Peter Jung postwendend zurück: „Wir haben hier ein tolles Engagement gespürt. Die Begeisterung von Anna Wittmer und Oliver Alberts hat sich auf alle übertragen. Das Thema ist nicht nur geschäftsmäßig behandelt worden, sondern mit sehr viel Emotion. Das Ergebnis zeigt eine starke Solidarität. Und es zeigt, wie viel Überzeugungskraft hinter der ISG steckt. Man hat das Herzblut in diesem Team gespürt. Barmen geht voran, Barmen ist spitze. Ein toller Tag für Barmen.“

Für Jung bietet das ISG-Gesetz in NRW die Chance, alle Vermieter mit ins Boot zu holen: „Das Gute an diesem Gesetz ist, dass es keine Trittbrettfahrer geben wird, die vom Engagement anderer profitieren.“

Frank Meyer hob hervor, dass er ein so zielgerichtetes Handeln wie bei den ISG-Beteiligten bislang selten erlebt habe.

„Das ist heute Ihr Verdienst, Frau Wittmer.“

Matthias Wewer, seit vielen Jahren Vorsitzender der IG City Barmen, hat lange Jahre dafür gearbeitet, Barmen nach vorne zu bringen. Für ihn hat der große Zwischenerfolg auf dem Weg zur ISG einen Namen, nämlich den von Anna Wittmer: „Dank ihrer Willensstärke und Führung sitzen wir heute hier. Das ist heute Ihr Verdienst, Frau Wittmer.“ Für Wewer ist die ISG nur ein Anfang: „Wir können jetzt eine Million Euro in fünf Jahren ausgeben, das wird weiteren Invest nach Barmen bringen. Ich bin sehr optimistisch.“

Mit der erfolgreichen Abstimmung und der Unterzeichnung des öffentlich-rechtlichen Vertrages am Mittwoch ist die ISG Barmen Werth ein großes Stück näher gerückt. Jetzt ist die Politik am Zug. Der Stadtrat wird sich voraussichtlich am 17. Dezember mit der Satzung der ISG befassen und sie förmlich beschließen. Die Barmer ISG wäre die größte in Nordrhein-Westfalen.

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Fotos: Wilma Schrader

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