03.07.2026N. Bernhardt
Wuppertal backt Wall-Schikane für Radverkehr über Kasinostraße und B 7
Wir kommen gerade von der Marterstrecke in der Friedrichstraße und möchten über den Wall auf der „offiziösen Fahrradroute“ zum Hauptbahnhof. Natürlich ist die neue Schikane noch nicht angekündigt (Foto 1).
Am Wall angekommen, verbietet uns die Statt Wuppertal Radfahren auf dem Radweg. Eine super Idee! Da fährt der Radverkehr doch gleich an der „Absperrung“ vorbei (Foto 2), weil auf dem Baustaustellen-Radparkplatz eh nur geparkt wird (Foto 3: links Rad…, äh Parkplatz, rechts Parkplatz, bei der Einfahrt von Süden).
Da nun „baustellenbedingt“ die Umleitung Islandufer natürlich nicht zur Verfügung steht, soll der hochgeschaßte äh, heißbegehrte Radfahrer bei der offiziellen Schikanenumleitung gefälligt über Mäuerchen (Foto 4, links), Kasinostraße (Foto 4, rechts) und B 7 zum Bahnhof fahren. Deshalb machen wir uns den kleinen Fauxpas zunutze, daß der Armin-T.-Wegner-Platz mitsamt den zuführenden Straßen mal als Fußgängerzone (vom Wall aus), mal als Spielstraße/verkehrsberuhigter aber 200-Puls-Bereich) und mal gar nicht befahren werden darf*: Wir fahren vom Wall rechts ab, einmal ums Ärztehaus herum und über Stocksgasse (Foto 5) wieder heraus, und schon darf man auf dem Radweg am Wall weiterradeln (Foto 6).
Es ist natürlich zuviel verlangt, daß man Fahr- und Radspur einfach um 3m Richtung Hotel verschwenkt. Das ging bei der Busautobahn 2014 bis 2016 während des Umbaus der Bundesallee ja auch. Merke: Was Platz betrifft, ist für Baustelle immer Platz. Dann kommt der motorisierte Individualverkehr und ein idealisierter ÖPNV (wenn auch mit 3 Zusatzampeln wie am Döppersberg), beim Rest schaumer mal ob und wo noch ein Plätzchen oder Streifchen für Radverkehr übrig ist.
Als Verkehrsteilnehmer fühlt man sich in diesem Kaff schlichtweg verarscht.
Anmerkungen
*) Vom Wall aus fahren wir angeblich in eine Fußgängerzone. Über Mäuerchen fahren wir aber aus einem verkehrsberuhigten Bereich heraus. Wenn wir über den T.-Wegner-Platz vom Wall reinfahren, fahren wir in eine Fußgängerzone, dann aus einem verkehrsberuhigten Bereich heraus wieder in eine Fußgängerzone. Sollten wir hinter der Stocksgasse umdrehen wollen, dürfen wir gar nicht mehr reinfahren (Zeichen 250 StVO, „Durchfahrt für Fahrzeuge aller Art verboten“). Diese „Mischzone“ ist natürlich nicht StVO-konform und machen eine Kontrolle des fließenden und stehenden Verkehrs unmöglich. Bei den nach RSA¹ täglich statt(zu)findenden Kontrollen ist das den Kontrolleuren wohl noch nicht aufgefallen. Kann ja sein, daß man sich im Bauwagen zum Quasseln trifft und dabei wesentliches wie eine Kralle, fehlende Absperrungen und Warnlampen oder verschiedene Schilder für ein und denselben Bereich übersieht.
1) RSA: Richtlinien für die verkehrsrechtliche Sicherung von Arbeitsstellen an Straßen. Sind in Wuppertal offenbar weitgehend unbekannt.
Alle Fotos ©N.Bernhardt.
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