Mehr Schutz vor Betrug im Netz

Die Angriffe kommen täglich, digital und mittlerweile meist täuschend echt. Angeblich besteht dringender Handlungsbedarf beim Internetanbieter, beim Online-Banking oder bei bestellter Ware. Die sogenannten Phishing-Maschen sind darauf ausgerichtet, persönliche Informationen zu ergaunern und können bei Betroffenen große finanzielle Schäden anrichten. Sie nehmen weiter zu, in sämtlichen Lebensbereichen. Die Verbraucherzentrale NRW führt seit 2010 mit dem Phishing-Radar eine eigene Statistik darüber. „Alleine im Jahr 2025 haben uns Menschen mehr als 380.000 E-Mails gemeldet“, sagt Ralf Scherfling, Finanz- und Phishing-Experte der Verbraucherzentrale NRW. „2024 waren es mehr als 400.000.“ Das gilt auch für Fake-Shops: Der Fakeshop-Finder der Verbraucherzentrale NRW hat im vorigen Jahr 5,06 Millionen Zugriffe verzeichnet, das sind fast 14.000 Nutzungen am Tag. Seit dem Start im Sommer 2022 haben sich die Zugriffszahlen in jedem Jahr in etwa verdoppelt. Michelle Schüler-Holdstein von der Beratungsstelle Wuppertal gibt drei Tipps, um online gut gewappnet zu sein
Phishing-Versuche erkennen
Phishing-Versuche per E-Mail oder SMS suggerieren meist eine Notwendigkeit, schnell zu handeln. Es wird Zeitdruck erzeugt und vor empfindlichen Konsequenzen gewarnt, wenn man nicht handelt – etwa die Sperrung eines Dienstes, der Verlust aller Daten oder eine Mahnung. Betroffene sollen einen eingebauten Link anklicken oder alternativ eine angehängte Datei öffnen. Hier gilt immer: Misstrauisch sein! Selbst wenn man bei dem angeblichen Unternehmen Kunde ist, sollte man achtsam sein. Seriöse Anbieter fordern niemals dazu auf, persönliche Informationen wie Name, Anschrift, Bankdaten oder Ausweisdaten über einen Link einzugeben. Wichtig: Nicht auf Links klicken, keine Anhänge öffnen und nicht auf die Mail antworten, auch nicht, wenn die Anrede stimmt oder die Logos echt wirken. Wer klären will, ob tatsächlich eine Forderung offen ist, sollte den Anbieter nur auf direktem Weg kontaktieren, etwa telefonisch oder über den offiziellen Login-Bereich.
Fakeshops erkennen
Gefälschte Online-Shops sind ebenfalls sehr häufig und schwer zu erkennen. Teilweise sind sie Kopien real existierender Websites, mit gut kopierten Produktbildern und einem professionellen Erscheinungsbild. Oft locken sie mit besonders günstigen Preisen. Wer im Voraus gezahlt hat, bekommt meist minderwertige Ware zu einem überhöhten Preis, oder das Produkt wird gar nicht geliefert. Oft täuschen diese Shops Lieferschwierigkeiten vor und vertrösten die Kund:innen, die deshalb oft keine weiteren Schritte einleiten. Mit dem Fake-Shop-Finder der Verbraucherzentrale NRW kann man schnell und auf einfache Weise prüfen, ob ein Online-Shop hält, was er verspricht.
Passwortsicherheit erhöhen
Viele Menschen setzen zum Schutz ihrer Accounts nach wie vor auf schwache, leicht zu erratende Passwörter wie „123456“ oder „Passwort“. Grundsätzlich gilt: Je länger ein Passwort ist, desto stärker ist es. Hat es mindestens 20 Zeichen, reichen zwei Zei-chenarten (z.B. Kleinbuchstaben und Ziffern). Bei weniger Zeichen (mindestens acht) sollte es komplexer sein und aus vier Zeichenarten bestehen (z.B. Ziffern, Groß- und Kleinbuchstaben sowie Sonderzeichen). Außerdem sollte ein Passwort nie für mehrere Zugänge verwendet werden, weil Kriminelle mit dem erbeuteten Schlüssel direkt mehr-fach einbrechen können. Wo möglich, sollte man seinen Account zusätzlich per Zwei-Faktor-Authentifizierung absichern oder Passkeys verwenden.
Weiterführende Infos:
- Weitere Tipps gibt es auf unserer Themenseite: www.verbraucherzentrale.nrw/internetkriminalitaet-notfallcheck
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