Ein Garten für Herz und Hand

Rund fünf Jahre haben sie Pläne geschmiedet, zwei Jahre auf die Förderzusagen gewartet und jetzt darf es endlich losgehen: Die Gemeinde Langerfeld beginnt mit dem Bau ihres "Gartens der Begegnung".

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Rund fünf Jahre haben sie Pläne geschmiedet, zwei Jahre auf die Förderzusagen gewartet und jetzt darf es endlich losgehen: Die Gemeinde Langerfeld beginnt mit dem Bau des Gartens gegenüber dem Gemeindehaus an der Inselstraße.

Noch gibt es nur ein Tor und einen Schlüssel, mit dem Pfarrerin Heike Ernsting den „Garten der Begegnung“ betreten kann. Ein Zaun umschließt die 2.400 Quadratmeter große Wiese hinter dem Gemeindehaus der evangelischen Kirche in Langerfeld. Was im vorletzten Jahrhundert ein Friedhof war, wurde bisher für gelegentliche Open-Air-Gottesdienste, den Westfälischen Rossmarkt oder als Bauspielplatz für die Gemeindejugend genutzt.

Doch eigentlich sei das allen zu wenig gewesen, erzählt die Pfarrerin. „In der Sorge um den Klimawandel und unsere Natur möchten wir als Kirche mit gutem Beispiel vorangehen und Räume, die wir haben, für Ökologie und Nachhaltigkeit nutzen.“ Statt also die Wiese als Bauland zu verkaufen oder einfach brachliegen zu lassen, soll sie zu einem umweltfreundlichen „Garten der Begegnung“ werden, in dem sich Menschen unterschiedlicher Altersgruppen und unterschiedlicher Kulturen treffen und austauschen können.

Von der Wiese zum Quartiersgarten

Fünf Jahre wurden dafür Pläne geschmiedet, ein Bauplan entworfen und um Fördergelder gerungen. Nun kann es endlich mit dem Bau losgehen. Bis Ende des Jahres soll sich die Wiese in einen Quartiersgarten verwandeln. Am vergangenen Wochenende wurde das Projekt bei einem Gemeindetreffen der Öffentlichkeit vorgestellt.

Eine Arbeitsgruppe aus Mitgliedern des Presbyteriums und Ehrenamtlichen aus dem Quartiersprojekt „Tuhuus in Langerfeld“ startete 2021 einen Ideenwettbewerb. Auch einige andere Akteure wie Kindergärten, der städtische Seniorentreff, der Bürgerverein Langerfeld oder das Allee Café plus brachten sich dabei ein. Schließlich sollen sie wie viele andere Einrichtungen des Stadtteils von dem Begegnungsgarten profitieren.

Pfarrerin Heike Ernsting mit dem Bauplan für den „Garten der Begegnung“

„Wir sind eine sehr stadtteilbezogene Kirchengemeinde und machen viel Quartiersarbeit“, erklärt Ernsting. „Es ist uns wichtig, etwas Gemeinschaftsstiftendes zu machen.“

Treffpunkt für alle Generationen

Auf verschiedenen Ebenen sollen Flächen für Jung und Alt entstehen: Mit einer Wiese für Jugendliche, einem Abenteuerbereich zum Bauen und Toben und einer Minigolf-Bahn. Direkt gegenüber dem Gemeindehaus ist eine Open-Air-Arena mit 30 bis 50 Sitzplätzen und einem überdachten Bereich für Gottesdienste und Lesungen geplant.

Außerdem sind viele Obstbäume, eine Wildblumenwiese und gemütliche Sitzplätze angedacht, und ein Imker aus der Nachbarschaft will Bienenkästen aufstellen. Ein Teil der Fläche wird für Rollstuhlfahrer befestigt. Wichtig ist Pfarrerin Heike Ernsting, dass der Garten seinem Namen gerecht wird. „Das soll hier keine Schrebergartenanlage werden“, betont sie, „in der einzelne Gruppen ihren Bereich pflegen und sich treffen, aber wenig mit den anderen Akteuren zu tun haben.“

Testphase bestanden, Förderung erhalten

Mit Unterstützung der Landschaftsarchitektin Susanne Weisser entwickelte eine Arbeitsgruppe erste Planungsentwürfe und testete ihre Hypothesen über zwei Jahre mithilfe einer Projektförderung durch „Gemeinsam im Quartier“ – dem Ressort Integration und Zuwanderung.

Eine kräftige Finanzspritze für das Projekt gibt es nun durch das Städteförderprogramms ISEK Heckinghausen/Langerfeld-West. Es übernimmt die Hälfte der rund 200 000 Euro, die der Garten kosten soll. Die andere Hälfte finanziert die Gemeinde Langerfeld mithilfe von Förderern wie der Bezirksvertretung Langerfeld-Beyenburg, der Stadtsparkasse Wuppertal oder der Dr.-Werner-Jackstädt-Stiftung. Um den Eigenanteil weiter zu reduzieren, läuft die Suche nach Drittmitteln und Spendern weiter.

Text: Sabine Damaschke (mit WZ)
Fotos: Sabine Damaschke

Ein Garten für Herz und Hand

An einem kreativen Werkstatttag will die evangelische Kirche in Langerfeld weitere Ideen für ihr Stadtteilprojekt "Garten der Begegnung" sammeln.

Heike Ernsting und Katharina Arnoldi werben für den Werkstatttag mit Mosaik-Trittstein und Flyern (v.l.).

An einem kreativen Werkstatttag will die evangelische Kirche in Langerfeld weitere Ideen für ihr Stadtteilprojekt „Garten der Begegnung“ sammeln.

Noch ist es still auf der grünen Wiese vor dem Langerfelder Gemeindehaus in der Inselstraße. Doch es dauert hoffentlich nicht mehr lange, bis der seit zwei Jahren geplante ökologische „Garten der Begegnung“ zu einer Baustelle wird und die Gestalt annehmen kann, die sich die Gemeinde mit vielen Akteuren und Nachbarn aus dem Stadtteil wünscht.

„Wir möchten die Zeit bis zum Baubeginn nutzen und unser Gartenprojekt mit Aktionen und Veranstaltungen weiter im Stadtteil bekannt machen“, sagt Pfarrerin Heike Ernsting. Nachdem es schon Kräuterspaziergänge, Pflanzaktionen, Kochworkshops und ein Sommerfest gegeben hat, wird die 2.400 Quadratmeter große Wiese nun am Samstag (13.07.) für einen kreativen Garten-Werkstatttag gebraucht.

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Kommentare

  1. Claudia Otte sagt:

    Klingt nach einem schönen Projekt für die Menschen – keine Frage.
    Aber bei aller Begeisterung stellt sich schon die Frage: Was passiert eigentlich mit der bestehenden Natur?

    Eine gewachsene Wiese ist mehr als nur „freie Fläche“. Sie ist Lebensraum – oft unterschätzt, aber ökologisch wertvoll. Wenn dort jetzt alles geplant, gebaut und genutzt wird, verändert sich dieses Gleichgewicht zwangsläufig.

    Wildblumen, Bienenkästen und Obstbäume sind gut gemeint – allerdings können Honigbienen unter Umständen sogar Wildbienen verdrängen, wenn Nahrung knapp wird.

    Nachhaltigkeit heißt eben nicht nur neu gestalten, sondern auch Bestehendes zu bewahren.

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