23.09.2026Claudia Otte
Aufnahmestopp für Wuppertaler Igelstation – nach mehr als 20 Jahren plötzlich Behördenauflagen
Symbolfoto: C.OtteÜber den Fall hatte zunächst der WDR berichtet. Auch wir greifen das Thema auf, denn die Entscheidung wirft einige Fragen auf.
Für die 80-jährige Monika Thomas, Initiatorin und Leiterin der Igelstation in Elberfeld, ist die Situation ein schwerer Schlag. Gemeinsam mit ehrenamtlichen Helfern kümmert sie sich seit vielen Jahren um hilfsbedürftige Igel. Die Station ist inzwischen weit über Wuppertal hinaus bekannt.
Nach Angaben von Monika Thomas werden dort jedes Jahr rund 400 bis 500 Igel aufgenommen. Etwa zwei Drittel der Tiere können nach erfolgreicher Pflege wieder ausgewildert werden.
Nun darf die Einrichtung bis auf Weiteres keine neuen Tiere mehr aufnehmen. Gerade jetzt ist das besonders problematisch, denn im Herbst werden erfahrungsgemäß viele geschwächte, verletzte oder verwaiste Igel gefunden.
Nach Darstellung von Frau Thomas verlangt das Bergische Veterinäramt unter anderem einen Sachkundenachweis nach § 11 des Tierschutzgesetzes. Damit soll sie ihre fachliche Eignung im Umgang mit den Tieren nachweisen.
Darüber hinaus soll ein Tierarzt die Station dreimal pro Woche betreuen. Außerdem sollen zwei Personen benannt werden, die die Versorgung der Tiere übernehmen können, falls Monika Thomas selbst ausfällt.
Was konkret dazu geführt hat, dass diese Anforderungen nach mehr als 20 Jahren Tätigkeit nun gestellt werden und ein Aufnahmestopp ausgesprochen wurde, ist bislang nicht bekannt. Wir haben heute deshalb eine Presseanfrage an das Bergische Veterinäramt gestellt.
Für Monika Thomas ist die Entscheidung nur schwer nachvollziehbar. Die Igelstation und ihre Arbeit seien den zuständigen Stellen seit Jahren bekannt.
Aufgeben will sie dennoch nicht. Für November hat sie sich bereits zu einer Sachkundeprüfung in Ulm angemeldet. Auch einen Tierarzt sowie zwei Vertretungspersonen möchte sie organisieren, damit die Station möglichst schnell wieder Tiere aufnehmen kann.
Bis dahin bleibt lediglich die telefonische Beratung für Menschen, die verletzte oder hilfsbedürftige Igel finden.
Hinter der Station steht das gemeinnützige Netzwerk Igel e.V. Die Arbeit wird ausschließlich durch Spenden, Patenschaften und ehrenamtliches Engagement finanziert.
Wir haben das Bergische Veterinäramt um Stellungnahme gebeten und wollen unter anderem wissen, was den Aufnahmestopp nach mehr als 20 Jahren ausgelöst hat, auf welcher konkreten Rechtsgrundlage die Auflagen beruhen und ob es zuvor Beanstandungen beim Betrieb der Igelstation gegeben hat. Die Antwort steht noch aus. (C.O)
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