Stadtentwicklung neu denken – aus Frauensicht

Anja Liebert, Grüne Bundestagsabgeordnete für das Bergische Land, plädiert dafür, dass mehr Frauen sich engagieren und beteiligen - um ihre Stadt mitzuplanen.

WupperfrauenWupperfrauen ©WKB Wuppertal

 

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Wuppertal. Was für ein gelungener Rahmen für die Wupperfrauen und den Frauenstadtplan: Die Stühle im Foyer des Schauspielhauses haben nicht ausgereicht, so groß war die Resonanz am Samstagabend. “Das hat auch gezeigt, wie wichtig das Thema ist, und dass es einfach mehr Öffentlichkeit verdient”, erklärt Anja Liebert, Grüne Bundestagsabgeordnete für das Bergische Land.

In ihrer Rede hob die Wuppertalerin hervor, “dass sich Stadtentwicklung ändern muss”. Denn bisher herrsche oftmals noch die männliche Perspektive vor. “Männern, so die traditionelle Sicht, gehört der öffentliche Raum, Frauen sind für das Private zuständig”, so Liebert. “So war es und so soll es sein? Von wegen. Wir brauchen einen neuen Blick.”

Der Gleichstellungsbericht der Bundesregierung habe zum Beispiel aufgezeigt: Männer sind viel mehr mit dem Auto unterwegs, Frauen dagegen öfter mit dem ÖPNV. “Frauen sind deshalb meine persönlichen Klimahelden”, erklärt Liebert. Doch gerade deshalb müsse beim Thema Stadtentwicklung auf ihre Bedürfnisse viel mehr eingegangen werden. Wie bewegen sich Frauen in der Stadt? Wie lassen sich die Wegeverbindungen vereinfachen?

“Ein schlecht beleuchteter Tunnel mag in den Augen eines Mannes vielleicht nur ärgerlich sein, ein paar Lampen und gut ist. Frauen werden aber oft gar nicht in die Planungen einbezogen, dabei laufen sie – mehr Licht hin oder her – im Zweifelsfall ohnehin lieber einen Umweg”, sagt Liebert.

Eine Stadt müsse geschlechtsneutral sein, für alle Menschen etwas bieten. “Einen guten ÖPNV, barrierefreie Wege, gut erreichbare Kitas, Schulen und Verwaltungseinheiten; Sport, Kultur, Bildung, Ärzt*innen im nahen Umfeld. Das sollte heute eine Selbstverständlichkeit sein – ist es aber noch längst nicht”, so Liebert.

Also auf die Barrikaden gehen und meckern? Nein, so Liebert, “aber, liebe Frauen: Stürmt die Verwaltungsposten, engagiert euch in den Bezirksvertretungen, im Rat, diskutiert mit. Wir müssen uns vernetzen. Denn wie erlebt die Stadt bisher die Frauen? Klare Antwort: zu wenig.”

Liebert betont: “Mit den Wupperfrauen – und natürlich auch den Wuppermännern – wollen wir die Stadt sichtbar machen. Deshalb: Viel Erfolg weiterhin für das Projekt. Und wer mitmachen will, ist herzlich eingeladen.”

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