01.03.2026N. Bernhardt
125 Jahre Schwebebahn: WSW und Politik feiern

Foto: N.Bernhardt. Große Beleuchtung und roter Teppich für die nichtöffentliche Party.
Mit „großem Programm“ war in den Medien das 125-jährige Jubiläum der Betriebsaufnahme der Schwebebahn zum 1. März 1901 angekündigt worden. Ein Programm mit „verschiedenen kleinen und größeren Aktionen“ entlang der Strecke suchte man jedoch vergeblich. Bis auf ein überdurchschnittliches Gedränge in den Schwebebahnwagen mit regelmäßigen Bitten „darf ich mal raus?“ gab es draußen nichts zu sehen.
Abgesehen vom roten Teppich, der in der Vohwinkeler Werkstatt ausgerollt wurde und auf eine nichtöffentliche Party mit WSW und Politik hindeutete. Großes Programm? Lächerlich.
Bei jedem Bahnfest ist ein Dampfzug fast schon Usus. Der Kaiserwagen, der seit Monaten nachts seine Runden dreht, blieb am Samstag indes im Depot. Nicht daß da wieder ein Wagen seinen Funkkontakt verliert oder ein Rauchmelder irrigerweise auslöst und damit der Betrieb eingestellt werden muß.
Das Wochenende erinnert an die Einweihung der Gerüstbeleuchtung zwischen Kluse und Ohligsmühle mit blauem Lauflicht. Die Feier an der Kluse fand ohne fahrende Schwebebahn statt, die Wartung der Anlage hat man anschließend verpennt und das ganze „aus Sicherheitsgründen“ in aller Stille abschaltet. War ja nicht Geld von den WSW, sondern „nur“ von externen Spendern. Von denen durchaus einige den vollmundigen Ankündigungen der WSW geglaubt haben dürften, in „bis 2006“ das gesamte Gerüst beleuchten zu wollen.

Screenshot von der Seite www.schwebebahn.de vom 12.11.2019
Es darf an diesem Jubiläum auch daran erinnert werden, daß vor 25 Jahren mehrere Initiativen für den Erhalt der historischen Schwebebahn gekämpft haben. – Dies aber von den WSW mit der gewohnten Überheblichkeit vom Tisch gewischt wurde, man brauche ein zukunftsfähiges Verkehrsmittel und keine „Museumsbahn“.

Foto: N.Bernhardt.„Heller“ Glas- und Stahlkasten „im Stil der 1960er Jahre“ (Zitat Michael Metschies).
Leider sind die WSW auch 25 Jahre später den Beweis eines „zukunftsfähigen Verkehrsmittel“ schuldig, der Zweiminutentakt Witz und Utopie. Offenbar müssen die Ziele wie 90-Sekundentakt nur großspurig genug sein, um förderfähig zu sein. Ob diese Ziele dann in der Praxis auch erreicht werden und nicht nur theoretisch möglich wären, ist dann wohl unerheblich.
Die neue Wagengeneration GTW14 für mindestens 130 Millionen Euro entpuppt sich als minderbelüftete Rappelkisten mit Heizklüftern, wo großspuring von „Klimatisierungsanlagen“ gesprochen wird. Als Fahrgast darf man froh sein, wenn man bei dem unregelmäßigem „Takt“ nicht mehr als 10 Minuten stehen darf und anschließend in der übervollen Bahn nicht erstickt. Anwohner nervt man mit wochenlang eingesetzten überlauten GTW14 mit schönen Flachstellen – bumm, bumm, bumm bei jeder Radumdrehung. Sämtliche Triebwagen werden seit Jahren in Aachen überholt, weil sich unter anderem Aufbauten lösen können.
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