08.10.2026evangelisch wuppertal
So bunt wie das Leben
Wie vielfältig ihre Arbeit ist, zeigen Hospize aus aller Welt am Samstag (10.10.). Unter dem Motto "Bunt wie das Leben" laden sie zu Führungen, Konzerten und Aktionen ein. Auch das Christliche Hospiz am Dönberg ist dabei.

Hospizleiterin Ann-Christin Günther mit einer Gedenkkerze in der „Halle des Lichts“
Wie vielfältig ihre Arbeit ist, zeigen Hospize aus aller Welt am Samstag (10.10.). Unter dem Motto „Bunt wie das Leben“ laden sie zu Führungen, Konzerten und Aktionen ein. Auch das Christliche Hospiz am Dönberg ist dabei.
Wer das Christliche Hospiz am Dönberg besucht, kommt immer an der „Halle des Lichts“ vorbei. Alle zwölf Zimmer für Menschen, die hier ihre letzte Lebenszeit verbringen, gehen von diesem schön möblierten, hellen Raum ab. In der Mitte befindet sich ein schmales Wasserbecken. Ein Glas mit Kerzen liegt immer bereit, um sie dort schwimmen zu lassen. Wenn die Lichter dann abends leuchten und sich der Himmel im Wasser spiegelt, zeigt es genau das, wofür das Hospiz stehen will: Licht und Leben.
„Wir sind genauso bunt wie das Leben“, betont Leiterin Ann-Christin Günther und greift damit das Motto des diesjährigen Welthospiztages auf. Wie viele andere Einrichtungen weltweit lädt auch das Christliche Hospiz am Dönberg an Samstag (10.10.) dazu ein, das Haus kennenzulernen und mehr über die Hospizarbeit zu erfahren. Es gibt Führungen, Musik, Poetry-Slam und eine Tattoo-Ausstellung.
Vieles eben, das das Leben bunt macht. Denn auch im Hospiz wird gekocht, gegessen und gelacht, gesungen, gespielt und gefeiert. „Wir möchten, dass die Menschen, die wir begleiten, die Zeit, die ihnen noch bleibt, ohne Sorge mit viel Leben füllen können“, erklärt Ann-Christin Günther. „Es geht darum, am Lebensende gute Erinnerungen zu schaffen.“
Ein guter Ort für das Lebensende
24 Pflegekräfte, vier Verwaltungsmitarbeitende, eine Sozialarbeiterin und 35 Ehrenamtliche sind im Hospiz für die Menschen da, die dort durchschnittlich einige Tage bis drei Monate verbringen, bevor sie sterben. Rund 200 Gäste, die meist zwischen 35 und 65 Jahre alt sind, betreut das Hospiz pro Jahr.

Hell, freundlich und bunt: Die „Halle des Lichts“
„Wir sind grundsätzlich für jeden Menschen da, unabhängig von sozialer Herkunft, Religion, Alter oder persönlicher Vorgeschichte“, betont die Hospizleiterin. „Entscheidend für eine Aufnahme ist eine unheilbare, fortschreitende Erkrankung mit einer begrenzten Lebenserwartung, die eine besonders intensive palliative und pflegerische Begleitung notwendig macht, die von pflegenden Angehören, einem ambulanten Pflegedienst oder einer Pflegeheim nicht mehr geleistet werden kann.“
Voraussetzungen für die Hospizaufnahme
Zwei stationäre Hospize gibt es in Wuppertal. Ann-Christin Günther hält das für ausreichend. „Oft wird bei einer schweren oder unheilbaren Erkrankung automatisch an ein stationäres Hospiz gedacht. Doch gerade in Wuppertal haben wir ein breites Netz an anderen Versorgungsformen.“
Viele Menschen, die bei Günther nach einem Hospizplatz fragen, kann sie daher weitervermitteln. Wer einzieht, bringt oft noch Angehörige mit, die jederzeit willkommen sind. Sie können dort auch übernachten. Wenn ein Mensch verstirbt, wird er in den jeweiligen Zimmern aufgebahrt und sein Raum liebevoll geschmückt. „Es bleibt allen genug Zeit für einen persönlichen Abschied.“
Das Hospiz als Erinnerungsort
Im Eingangsbereich gibt es ein Kondolenzbuch. Eine Kapelle steht für Gebete oder Gespräche mit den drei Seelsorgenden zur Verfügung, die regelmäßig ins Haus kommen. Sie bieten unter anderem Andachten und Gedenkgottesdienste an.
„Für viele ist das Hospiz ein wichtiger Erinnerungsort, den sie auch nach dem Tod ihres Angehörigen regelmäßig besuchen“, erzählt die Einrichtungsleiterin. Um mit den Pflegekräften zu reden, das Trauercafé oder Konzerte und Ausstellungen zu besuchen, die hier stattfinden. Aber auch Menschen, die sich über die Hospizarbeit informieren möchten, sind willkommen – nicht nur am Welthospiztag.
Welthospiztag am Dönberg
Samstag, 10. Oktober, 14 bis 17.30 Uhr
Hospiz am Dönberg, Höhenstraße 64
Mit Sarah Marie – Poetry-Slammerin
Katharina Hülsch – Gitarre und Gesang
Mitmachaktionen der Wuppertaler Hospizdienste
Führungen durch das Hospiz am Dönberg
Tattoo-Ausstellung „Meine Trauer hinterlässt Spuren“
Der Welthospiztag findet jedes Jahr am zweiten Samstag im Oktober statt. Ziel ist es, auf Hospizarbeit und Palliativversorgung aufmerksam zu machen.
Text und Fotos: Sabine Damaschke
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