10.09.2026evangelisch wuppertal
Gotteshaus mit Geschichte und Zukunft
Die historische Dorfkirche Schöller gehört zu den ältesten erhaltenen Sakralbauten auf Wuppertaler Stadtgebiet. Die Kirchengemeinde feiert das vermutlich rund 1000-jährige Bestehen mit einem großen Festwochenende (11.-13.09.).

Die historische Dorfkirche Schöller gehört zu den ältesten erhaltenen Sakralbauten auf Wuppertaler Stadtgebiet. Vom 11. bis 13. September feiert die Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Gruiten-Schöller das vermutlich rund 1000-jährige Bestehen mit einem großen Festwochenende.
Im kleinen Ortsteil Schöller, am westlichen Rand Wuppertals, steht ein außergewöhnliches Stück Kirchengeschichte: Die denkmalgeschützte Dorfkirche am Schöllerweg ist nach Angaben der Evangelischen Kirche im Rheinland der älteste noch erhaltene und genutzte Sakralbau auf Wuppertaler Boden. Ihre Ursprünge reichen vermutlich bis um das Jahr 1000 zurück. Einzelne Forschungsergebnisse legen sogar nahe, dass eine erste hölzerne Kapelle bereits im 10. Jahrhundert entstanden sein könnte.
Vieles an dem kleinen Gotteshaus erzählt von der langen Geschichte einer Kirche, die seit 1988 unter Denkmalschutz steht. Schon seit Jahrhunderten kommen Menschen in die Dorfkirche Schöller, um zu heiraten, ihre Kinder taufen zu lassen, Gottesdienst zu feiern oder Abschied zu nehmen.
Großes Festwochenende mit Gottesdienst
An diesem Wochenende feiert die Kirche Schöller ihr besonderes Jubiläum mit vielen Veranstaltungen. Unter dem Motto „KulTurM-Erbe Schöller“ mit einem Vortrag, Benefizkonzert, Liederrevue, Pop-up-Hochzeits- und Segensfeiern für Paare sowie einem großen Festgottesdienst, in dem der rheinische Präses Dr. Thorsten Latzel die Predigt hält.
„KulTurM-Erbe Schöller“
Freitag, 11. September, 18 Uhr: Vortrag zur Geschichte der Kirche mit Historiker und Religionswissenschaftler Adrian M. Weißenborn
Samstag, 12. September, 14 bis 18 Uhr: Kinder- und Familienprogramm. Um 18 Uhr folgt das Benefizkonzert des Wupper-Chors unter dem Motto „Schöller klingt!“. Der Eintritt kostet 16 Euro.
Sonntag, 13. September, 10.30 Uhr: Festgottesdienst mit Dr. Thorsten Latzel, Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland.
Von 14 bis 16 Uhr bietet der Kirchenkreis Niederberg in der historischen Kirche Pop-up-Hochzeits- und Segensfeiern für Paare an, die sich spontan oder kurzfristig segnen lassen möchten.
Zum Abschluss des Festwochenendes gibt es um 17 Uhr eine Liederrevue mit Kantorin Tanja Heesen (Gesang) und Oliver Richters (Orgel).
Von der Kapelle zur reformierten Kirche
Begonnen hat die Geschichte der außergewöhnlichen Dorfkirche mit einer kleinen Kapelle, die auf dem Hofgut Schöller stand, das zum Kloster Corvey gehörte. Der heutige Bau entstand in mehreren Etappen. Der romanische Turm mit seinen schmalen Öffnungen prägt bis heute das Erscheinungsbild der Kirche. Besonders bemerkenswert ist der alte Taufstein, der aus dem Jahr 1250 stammen soll.

Dicke Mauern zeugen vom hohen Alter der Dorfkirche Schöller.
Die Gemeinde passte den Kirchraum im Laufe der Jahrhunderte immer wieder an ihre Bedürfnisse an. So wurde um 1500 unter anderem das Bodenniveau des Kirchenschiffs verändert, später kamen weitere Umbauten hinzu. Im 20. Jahrhundert wurde der historische Charakter des Gebäudes wieder stärker herausgearbeitet. Bei einer Renovierung 1970 legte man unter anderem die ursprünglichen Mauerflächen wieder frei.
Auch die Reformation hinterließ früh ihre Spuren. Bereits 1530 hielt sie in Schöller Einzug. Damit gehört die Evangelisch-reformierte Kirchengemeinde Schöller zu den frühesten evangelischen Gemeinden der Region. Zum Jahreswechsel 2018/2019 fusionierte sie mit der Gemeinde Gruiten zur heutigen Kirchengemeinde Gruiten-Schöller.
Ein Geburtstag mit einer ernsten Botschaft
Zum 1000. Geburtstag ist aber auch deutlich geworden, dass die Zukunft des historischen Bauwerks nicht selbstverständlich ist. Untersuchungen haben einen erheblichen Sanierungsbedarf ergeben. Nach Angaben der Kirchengemeinde werden die Kosten voraussichtlich mehrere Millionen Euro betragen. Besonders der historische Kirchturm muss dringend saniert werden. Kirchengemeinde und Förderverein werben deshalb um Unterstützung für den Erhalt des Gebäudes.
Der Erlös der Jubiläumsveranstaltungen soll ebenfalls in die Sanierung fließen. Damit bekommt das Jubiläum eine besondere Botschaft: Die Kirche blickt auf eine Geschichte von rund tausend Jahren zurück – und zugleich stellt sich die Frage, wie sie auch für kommende Generationen erhalten werden kann.
Text: Gemeinde/Sabine Damaschke
Fotos: Wikimedia Commons/KLZF Matthias Greiling
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