08.09.2026evangelisch wuppertal
Eine Kirche im Wandel
Die CityKirche Elberfeld ist das älteste Gotteshaus Wuppertals, das sich stetig neu erfunden hat. Zum ersten Mal lädt Pfarrerin Simone Pries am "Tag des offenen Denkmals" (13.09.) dazu ein, die Kirche und ihre reformierte Geschichte zu erkunden.

Die CityKirche Elberfeld ist das älteste Gotteshaus Wuppertals und zugleich ein Ort, an dem Kirche heute neu gelebt wird. Zum ersten Mal lädt Pfarrerin Simone Pries am Tag des offenen Denkmals (13.09.) dazu ein, die Kirche und ihre reformierte Geschichte zu erkunden.
Mitten in der „Burg Elverfelde“ stand die älteste Kirche Wuppertals, deren Ursprünge bis ins 10. Jahrhundert zurückreichen. Auf dem Cityplan für einen Stadtrundgang durch Elberfeld, der im Tourismusbüro ausliegt, ist sie die erste Station. Und das merkt CityKirchen-Pfarrerin Simone Pries häufig: „Vor allem Gäste aus den Niederlanden kommen regelmäßig vorbei, trinken bei uns im Weltcafé einen Kaffee und fragen mich, warum diese Kirche kein Kreuz hat.“
Simone Pries zeigt dann auf die große aufgeschlagene Bibel, die einen prominenten Platz auf dem Altar der CityKirche einnimmt und damit ganz der reformatorischen Tradition entspricht, in der das Wort Gottes im Mittelpunkt steht. Der Innenraum ist bewusst schlicht gestaltet – ohne Kreuz und ohne Bilder. Die historische Kirchenglocke schlägt heute einige Straßen weiter in der Sophienkirche. Und der Turm, der gerade aufwändig saniert wird, ist weder für ein Uhrwerk noch für Turmbesteigungen gedacht.
Sechs Mal zerstört und wiederaufgebaut
„Als eines der ältesten Gebäude Wuppertals steht diese Kirche natürlich unter Denkmalschutz, aber von ihren historischen Ursprüngen ist nicht mehr viel zu sehen, weil sie insgesamt sechs Mal in ihrer langen Geschichte zerstört und wieder neu und anders aufgebaut wurde“, erzählt die Pfarrerin.

Simone Pries mit einem Foto des Pfarr- und Küsterhauses gegenüber der CityKirche, wo heute das „Haus der evangelischen Kirche“ des Kirchenkreises Wuppertal steht
Am „Tag des offenen Denkmals“, an dem die CityKirche zum ersten Mal ihre Türen für interessierte Besucher:innen öffnet, kann Simone Pries daher nur alte Mauerreste, eine Grabplatte vom alten Friedhof, der sich neben der Kirche befand, und historische Fotografien des Kirchplatzes zeigen. „Dafür lässt sich umso mehr über die Anpassungsfähigkeit dieses Kirchgebäudes an die Bedürfnisse der Wuppertaler Christ:innen und der Stadtgesellschaft erzählen.“
Viele Male brannte die Kirche bei großen Stadtbränden nieder. Jedes Mal ist sie – dann zumeist vergrößert – wiederaufgebaut worden, zuletzt 1690, als die heutige Größe der Kirche entstanden ist. Diese wiederum wurde beim Bombenangriff im Zweiten Weltkrieg Ende Juni 1943 vollends bis auf die Umfassungsmauern und die noch aus der Zeit um 1250 stammende Apsis zerstört.
Modern schon in den 50er Jahren
Der außen originalgetreue Wiederaufbau begann Anfang der 50er Jahre. Innen wurde die Kirche der neueren Zeit angepasst. So entstand ein in der Raumhöhe abgestufter Kirchraum, um über dem niedrigeren Teil noch zwei Räume in einem Zwischengeschoss für die Gemeindearbeit einzurichten. Auch der Dachstuhl wurde von Anfang an mit ausgebaut und dem CVJM Elberfeld zur Nutzung überlassen.

Nummer 1 auf dem Stadtrundgang, weil die CityKirche eine interessante Geschichte hat
„Schon nach ihrer Fertigstellung Mitte der 50er Jahre entstand hier eine multifunktional genutzte Kirche, wie wir sie heute brauchen“, erklärt Simone Pries. „Denn diese Kirche sollte mehr sein als ein Ort für Gottesdienste.“ Das war sie übrigens schon im 17. Jahrhundert, denn ab 1610 fanden hier die Bürgermeisterwahlen statt.
Eine Kirche für die ganze Stadtgesellschaft
„Für die Stadtgesellschaft hat diese Kirche immer eine besondere Rolle gespielt“, betont die Pfarrerin. An diese Tradition knüpft sie heute an: Neben Andachten und Gottesdiensten gibt es viele Konzerte, Lesungen, Diskussionen und Veranstaltungen zu gesellschaftlichen und politischen Fragen.
Direkt neben dem Kirchraum lädt das WeltCafé zum Verweilen ein – lediglich durch eine Glasfront vom sakralen Raum getrennt. „Ob man im Kirchraum oder im Café sitzt – man sitzt in einer Kirche.“ Diese Offenheit mache den Charakter der CityKirche aus, sagt Simone Pries. „Sie zeigt, dass wir spirituelle Heimat für viele Menschen sein können.“
Die CityKirche Elberfeld
Kirchplatz 2, 42103 Wuppertal
www.weltcafe-wuppertal.de
www.citykirche-elberfeld.de
Die CityKirche lädt am „Tag des offenen Denkmals“ (Sonntag, 13.09.) zwischen 11 und 15 Uhr zur Besichtigung ein. Auch weitere Kirchen und Denkmäler Wuppertals sind an diesem Tag geöffnet. Mehr dazu gibt es Ähnliche Beiträge:
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