„Erinnern heißt widersprechen“

Die Kirchen erinnern zum dritten Jahrestag des Hamas-Überfalls auf Israel (07.10.) an die Opfer und fordern dazu auf, dem Hass zu widersprechen. Das Wuppertaler Bündnis gegen Antisemitismus ruft zu einer Kundgebung auf.


Die Kirchen erinnern zum dritten Jahrestag des Hamas-Überfalls auf Israel (07.10.) an die Opfer und fordern dazu auf, dem Hass zu widersprechen. Das Wuppertaler Bündnis gegen Antisemitismus ruft um 12 Uhr zu einer Kundgebung auf dem Willy-Brand-Platz auf.

Zum dritten Jahrestag des Hamas-Überfalls auf Israel warnen die Kirchen vor wachsendem Judenhass in der Gesellschaft. Die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Kirsten Fehrs, sagte, die „Welle des antisemitischen Hasses“, der sich weltweit zeige, bedrohe Jüdinnen und Juden zunehmend in ihren Lebensräumen. Sie denke an die Überlebenden und Angehörigen des Terroranschlags, die bis heute mit Trauer und den Folgen des Erlittenen lebten.

Auch der Präses der Evangelischen Kirche im Rheinland, Thorsten Latzel, kritisierte den zunehmenden Antisemitismus. Es sei „unerträglich“, dass jüdische Menschen in Deutschland beschimpft oder angegriffen würden. Dazu zählten der Brandanschlag auf die Wuppertaler Synagoge oder der Angriff auf einen jüdischen Mitbürger in Düsseldorf. „Um das klar zu sagen: Jüdisches Leben gehört unauflöslich zu Deutschland und darf von niemandem infrage gestellt werden. Nicht von rechts, nicht von links, nicht aus religiösen Gründen“, betonte Latzel.

Der 7. Oktober sei auch für Jüdinnen und Juden in Deutschland bis heute „ein tiefes Trauma“, sagte der Präses der zweitgrößten evangelischen Landeskirche. Die Erinnerung daran solle alle Menschen mahnen, dem Hass zu widersprechen. Latzel unterstrich zudem die Unteilbarkeit der Menschenrechte. „Sie gelten für alle Menschen, egal, wo sie leben“, sagte er. „Ob in Israel, im Gaza-Streifen oder im Westjordanland.“ Menschenrechtsverletzungen seien nie zu rechtfertigen.

Kundgebung in Wuppertal

In Wuppertal ruft das Bündnis gegen Antisemitismus am Jahrestag des Terroranschlags um 12 Uhr zu einer Kundgebung auf, mit der auf dem Willy-Brand-Platz an die Opfer erinnert werden soll. Das Massaker habe auch in Deutschland dazu geführt, dass sich der Antisemitismus immer offener und unverschämter zeige, erklärte das Bündnis. Der jüngste Brandanschlag auf die Bergische Synagoge reihe sich in die vielfältigen Erscheinungsformen des unverschämt auftretenden Antisemitismus ein.

Das Bündnis tritt unter anderem dafür an, jüdisches Leben in Wuppertal sichtbarer zu machen. Es geht den Mitgliedern darum, Wissen über das Judentum zu schaffen, durch Kenntnis Verständnis zu erzeugen und Flagge dafür zu zeigen, dass Jüdinnen und Juden in dieser Stadt frei und sicher leben können.

Beim Terrorangriff der Hamas am 7. Oktober 2023 waren rund 1.200 Menschen in Israel getötet und mehr als 240 in den Gaza-Streifen verschleppt worden. Die Attacke gilt als der größte Massenmord an Juden seit dem Holocaust. Der Angriff führte zum Krieg zwischen Israel und der Hamas, dem im Gaza-Streifen Zehntausende Menschen zum Opfer fielen.

Text: Sabine Damaschke (mit epd)
Fotos: pixabay

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