„Shalom Wuppertal“ zu Sukkot

Überall auf der Welt feiern Jüdinnen und Juden ab heute (25.09.) das Laubhüttenfest Sukkot. In Wuppertal informiert jetzt eine Kampagne mit Plakaten an den Schwebebahnstationen über die Bedeutung der jüdischen Feiertage.

Der Granatapfel spielt beim Laubhüttenfest eine zentrale Rolle als Symbol für Fülle und göttliche Gebote.

Überall auf der Welt feiern Jüdinnen und Juden ab heute (25.09.) das Laubhüttenfest Sukkot. In Wuppertal informiert jetzt eine Kampagne mit Plakaten an den Schwebebahnstationen über die Bedeutung der jüdischen Feiertage.

Ob das jüdische Neujahrsfest Rosch ha-Shana, der Versöhnungstag Jom Kippur, das Laubhüttenfest Sukkot, das Fest der Torafreude Simchat Tora oder das Lichterfest Chanukka: Die jüdischen Feiertage sollen in diesem Jahr in Wuppertal stärker in die Öffentlichkeit getragen werden – aus Solidarität mit den Jüdinnen und Juden, die in der Stadt Wuppertal leben. Rund 2.000 gehören der jüdischen Kultusgemeinde laut Zentralrat der Juden an.

Bis Jahresende informiert die Kampagne „Shalom Wuppertal“ auf großformatigen Plakaten an den Schwebebahnstationen über die fünf zentralen jüdischen Feiertage und ihre Symbole. Damit soll jüdisches Leben im Alltag sichtbar gemacht werden. Die begleitende Website www.wuppertal.de/shalom bietet vertiefende Informationen.

Laubhüttenfest: Jüdisches Erntedank

Aktuell ist das Plakat zu Sukkot, dem Laubhüttenfest, zu sehen. Das ist eines der drei biblischen Wallfahrtsfeste, bei denen Jüdinnen und Juden nach Jerusalem pilgerten. Es erinnert an die 40-jährige Wüstenwanderung des Volkes Israel und ist zugleich ein Erntedankfest. Es beginnt am Freitagabend (25.09.) und endet nach sieben Tagen am kommenden Freitag (02.10.). Man dankt Gott für dessen Schutz und für die gute Ernte.

Das Plakat zu Sukkot zeigt die vier Pflanzen, die eine besondere Bedeutung für das Laubhüttenfest haben.

In Gebeten und Gottesdiensten während Sukkot werden Gestecke aus den vier Pflanzenarten – Palmzweig, Myrte, Weide und Etrog (einer Zitronenart) – in verschiedene Richtungen bewegt: nach Osten, Westen, Norden, Süden sowie nach oben und unten. Damit wird symbolisch ausgedrückt, dass Gottes Gegenwart die ganze Welt umfasst. Diese vier Pflanzen sind auch auf dem Plakat zu sehen.

Fest der Gastfreundschaft und Gemeinschaft

Zu den Ritualen gehört das Verweilen in einer Laubhütte, der Sukka. Sie erinnert an die einfachen Unterkünfte während der Wüstenwanderung und an die Vergänglichkeit des Lebens. In der Laubhütte werden Mahlzeiten eingenommen, manchmal auch geschlafen, wie nach dem Auszug aus Ägypten. Sukkot ist ein fröhliches Fest der Gemeinschaft und der Gastfreundschaft.

Sukkot ist bereits das dritte Fest, auf das die Plakate hinweisen. Hinter der Aktion stehen das Wuppertaler Bündnis gegen Antisemitismus, die Katholische Citykirche, die Stabsstelle Gleichstellung und Antidiskriminierung der Stadt sowie das Büro zur Bekämpfung von Judenhass und Ausgrenzung der Jüdischen Kultusgemeinde. Die Partner möchten Wissen vermitteln, Begegnung fördern und jüdisches Leben als selbstverständlichen Teil der Stadtgesellschaft sichtbar machen.

„Jüdisches Leben ist unsichtbar und bedroht“

Vor dem Hintergrund des jüngsten Anschlags auf die Bergische Synagoge erhält die zuvor entstandene Kampagne eine besondere Aktualität. „Die Kampagne ist deswegen so wichtig, weil jüdisches Leben immer unsichtbarer und bedrohter ist“, sagt Julia Goldberg-Katz vom Büro zur Bekämpfung von Judenhass und Ausgrenzung. „Aber jüdisches Leben ist da. Es ist bunt, sichtbar und unauslöschbar. Wir hören nicht auf zu feiern!“

Ein QR-Code auf den Plakaten führt zu Hintergründen der Feiertage, ihren Symbolen und ihrer Geschichte. Zudem verweist das Angebot auf die Begegnungsstätte Alte Synagoge Wuppertal, die mit ihrer Dauerausstellung weitere Zugänge zur jüdischen Geschichte der Stadt eröffnet.

Text und Foto: Stadt Wuppertal
Teaserbild: pixabay.de
Redaktion: Sabine Damaschke

Anmelden

Kommentare

Neuen Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert