08.10.2026evangelisch wuppertal
Ein Chor greift nach den Sternen
Mit seinem "Konzert an die Sterne" kommt der bekannte Madrigalchor Kiel nach Wuppertal. Am Mittwoch (14.10.) ist seine Hommage an Robert Schumanns Chorwerk in der Unterbarmer Hauptkirche zu erleben.

Der Madrigalchor Kiel bringt sein Programm „Konzert an die Sterne“ nach Wuppertal – als Hommage an Robert Schumanns Chorwerk. Am Mittwoch (14.10.) ist das vielfach ausgezeichnete A-cappella-Ensemble in der Unterbarmer Hauptkirche zu erleben.
Es geht um die Sterne, die Nacht und eine Musik, die über Jahrhunderte hinweg eine Verbindung schafft: Wenn der Madrigalchor Kiel am Mittwoch (14.10.) in der Unterbarmer Hauptkirche singt, steht ein besonderes Stück Musikgeschichte im Mittelpunkt. Robert Schumanns „An die Sterne“ entstand 1849, kurz bevor Schumann seine Stelle als Städtischer Musikdirektor in Düsseldorf antrat.
Die doppelchörige Komposition bildet das Zentrum des Programms „Konzert an die Sterne“. Darin lässt Schumann die Himmelslichter zu Sinnbildern für Hoffnung, Trost und Frieden werden. Der Blick in die Ferne verbindet sich bei ihm mit der Sehnsucht nach einer Welt jenseits von Trauer und Schmerz – und nach einem Frieden, der über das irdische Leben hinausweist.
Konzert „An die Sterne“
Mittwoch, 14. Oktober, 19 Uhr,
Unterbarmer Hauptkirche, Martin-Luther-Straße 16
Die NRW-Tour des Madrigalchores Kiel beginnt am 12. Oktober im Altenberger Dom und führt am 13. Oktober in die Düsseldorfer Friedenskirche, bevor sie in Wuppertal endet.
Rund um Schumanns Werk spannen die Sängerinnen und Sänger einen Bogen von der Renaissance- und Barocktradition bis in die Gegenwart. Zu hören sind unter anderem Werke von Henry Purcell, Wilhelm Stenhammar, Charles Stanford, Arvo Pärt und Caroline Shaw. So treffen romantische Klangwelten auf moderne, teilweise sehr reduzierte und atmosphärische Chormusik.
Ein Chor mit internationalem Ruf
„Dass für dieses Programm ein Ensemble aus Kiel auf NRW-Tournee geht, ist durchaus etwas Besonderes“, sagt Kreiskantor Jens-Peter Enk. Er begleitet die rund 30 Sängerinnen und Sänger auf der Orgel. „Denn der Madrigalchor Kiel gehört zu den renommierten deutschen A-cappella-Chören.“ Konzertreisen führten ihn unter anderem in die USA, nach Japan, Südafrika und Spanien. Regelmäßig ist das Ensemble auch in Skandinavien zu Gast.
Prägend für den Chorklang ist laut Enk die Zusammenarbeit mit dem schwedischen Chormeister Eric Ericson. Der 2013 verstorbene Musiker gilt als einer der Wegbereiter des modernen A-cappella-Gesangs und prägte die schwedische Chorkultur nach dem Zweiten Weltkrieg entscheidend. Ericson leitete unter anderem den Schwedischen Rundfunkchor und den berühmten Männerchor Orphei Drängar. „Ericson hat gezeigt, dass auch moderne, teilweise sehr anspruchsvolle Musik hervorragend für Chöre funktioniert und so dazu beigetragen, den Chor als eigenständiges und ernst zu nehmendes musikalisches Instrument zu etablieren“, erklärt Jens-Peter Enk.
Die Leitern des Kieler Madrigalchores, Friederike Woebcken, studierte bei Eric Erikson in Stockholm. 2023 wurde ihre langjährige künstlerische Arbeit besonders gewürdigt: Die Brahms-Gesellschaft Schleswig-Holstein verlieh ihr und dem Madrigalchor Kiel gemeinsam den Brahms-Preis. Jens-Peter Enk verbindet eine langjährige Freundschaft mit Friederike Woebcken. Er hat an der Hochschule für Künste in Bremen bei ihr Chorleitung studiert.
Der Eintritt zum Konzert ist frei, Spenden sind willkommen.
Text: Jens-Peter Enk/Sabine Damaschke
Foto: Madrigalchor Kiel/ Christian Becker
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