13.05.2026evangelisch wuppertal
Die „Kraft von oben“ feiern
40 Tage nach Ostern feiern wir Christi Himmelfahrt. Die biblische "Himmelfahrt" Jesu wird meist nicht mehr wörtlich verstanden. Statt einer Reise in den Himmel steht das Fest für die Nähe zu Gott und spirituelle Wandlung.

40 Tage nach Ostern feiern wir Christi Himmelfahrt. Die biblische „Himmelfahrt“ Jesu wird heute meist nicht mehr wörtlich verstanden. Statt einer Reise in den Himmel steht das Fest für die Nähe zu Gott und spirituelle Wandlung.
Christi Himmelfahrt ist fester Teil des christlichen Festkalenders: Der Feiertag wird seit dem vierten Jahrhundert immer 40 Tage nach Ostern begangen, in diesem Jahr am 29. Mai. Biblische Grundlage ist neben dem Markus- und dem Lukas-Evangelium das erste Kapitel der Apostelgeschichte im Neuen Testament.
Dort steht, dass der nach seiner Kreuzigung vom Tod auferstandene Jesus Christus vor den Augen seiner Jünger „aufgehoben“ wurde: „Eine Wolke nahm ihn auf und entzog ihn ihren Blicken“ (Apostelgeschichte 1,9). Dies ist auch ein bevorzugtes Motiv in der bildenden Kunst.
Himmel als Herrschaftsbereich Gottes
Himmelfahrt wird allerdings in der Theologie kaum noch wörtlich als wirkliche Reise verstanden. Der Himmel ist danach kein geografischer Ort, sondern der Herrschaftsbereich Gottes. „Dieser kirchliche Feiertag erinnert Christinnen und Christen daran, dass Jesus zu Gott zurückgekehrt ist und der Himmel für alle offen steht“, erklärt Superintendentin Katharina Pött. „Zugleich gibt er uns aber das Versprechen, dass er bei uns ist, uns Kraft und geistliche Inspiration für unser Leben und seine Kirche auf dieser Erde gibt.“
Himmelfahrt wird so auch als Symbol der Wandlung und spirituellen Entwicklung der Persönlichkeit gedeutet. Theologen verweisen zur Erläuterung auf den englischen Sprachraum, wo es für das deutsche Wort Himmel zwei Begriffe gibt: „sky“ (profan) und „heaven“ (religiös). Der Tag wird in den Kirchen traditionell mit Gottesdiensten in Pfarrgärten, im Wald und auf Bergen gefeiert, wenn das Wetter es zulässt. Das Fest fällt stets auf einen Donnerstag und ist in Deutschland ein gesetzlicher Feiertag.
Gottesdienste zu Himmelfahrt
Die Wuppertaler Gemeinden bieten am Himmelfahrtstag wieder viele besondere Gottesdienste, bei gutem Wetter auch Wanderungen und Aktionen an. Die Termine gibt es in unserem Gottesdienstkalender.
Von „Flurumgängen“ zum Vatertag
An dem Termin wird in Deutschland auch Vatertag gefeiert. Dieser Brauch, den es in anderen Ländern zwar auch gibt, aber nicht am Himmelfahrtstag, hängt laut Forschern mit den früher üblichen Himmelfahrtsprozessionen zusammen. Dabei ging eine christliche Festgesellschaft nach draußen und zog durch die Stadt oder über Land, um an die Aussendung der zwölf Jünger Jesu zu erinnern.
Daraus entwickelten sich im 19. Jahrhundert schließlich die „Herrenpartien“ oder „Schinkentouren“, bei denen Männer mit Bier und Gesang in Gruppen aufs Land zogen. Vor diesem Hintergrund kristallisierte sich der „Vatertag“ als Gegenstück zum „Muttertag“ heraus.
Text: epd/Damaschke
Foto: pixabay
EkiR-Erklärvideo zu Himmelfahrt
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Es ist doch tröstlich, vom Pressedienst der Evangelischen Kirche zu erfahren, dass wir am Vatertag als Himmelfahrts-Tag daran erinnert werden, dass Christus uns Kraft spendet – Kraft spendet auch den unzähligen Männerhorden, sich an diesem Tag alkoholisiert lautstark in der Öffentlichkeit bewegen.
Mein Gott, welche Heuchelei!