50 Jahre beim selben Vermieter

GWG Wuppertal feierte bei Kaffee und Kuchen mit langjährigen Mietern im Wuppertaler Hof.

Heintje sang ‚Mama‘, die Studenten protestierten gegen den Vietnamkrieg, Asterix erblickte das Licht der Comic-Welt und die GWG Wuppertal, die damals noch Gemeinnützige Kleinwohnungsbaugesellschaft (GKWG) hieß, besaß rund 3.800 Wohnungen. An all diese Ereignisse aus dem Jahr 1968 erinnerte GWG-Ressortleiter Volker Ruiters im Festsaal des Wuppertaler Hofs aus gutem Grund. Denn er konnte an diesem Januar-Dienstag zu seiner kleinen Zeitreise zahlreiche Mieter begrüßen, die vor mehr als 50 Jahren in eine GWG-Wohnung einzogen sind und sich in ihren vier Wänden offensichtlich so wohl fühlen, dass sie ein halbes Jahrhundert später noch den selben Vermieter haben – auch wenn er inzwischen anders heißt.

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Eingeladen hatte die GWG rund ihrer 50 Mieter. Dass nicht alle Jubiläums-Mieter den Weg an die reich gedeckte Kaffee-Tafel fanden, mag einerseits dem Winterwetter und andererseits dem zumeist hohen Alter der treuen GWG-Mieter geschuldet sein, aber immerhin 21 Jubilare und ihre jeweilige Begleitung waren dann doch gekommen.

Eine von denen, die sich die Gelegenheit zu Kaffee, Kuchen und Pläuschchen nicht entgehen ließen, ist Liselotte Haase. Sie zog damals als 35-Jährige in die Agnes-Miegel-Straße, stolz darauf, in einem topmodernen, neuen Hochhaus zu wohnen. Dort fühlt sie sich auch heute noch ausgesprochen wohl: „Ich wohne gerne etwas abseits vom großen Trubel der Innenstadt. Hier habe ich meine Ruhe, kann den Vögeln beim Zwitschern zuhören und sie im Winter mit Futter versorgen.“ Früher, erinnert sich die Seniorin, sei das Haus ein richtiges „Partyhaus“ gewesen. „Es war immer was los, und die ganze Nachbarschaft hat mitgefeiert. Hier kennt man sich einfach und ist nie alleine.“ Offensichtlich hilft man sich auch gern gegenseitig: „Da ich es nicht mehr alleine schaffe, wäscht mir meine Nachbarin sogar die Wäsche mit“, erzählt Liselotte Haase erleichtert.

Fr. Moma, Fr. Verhoef, Fr. Hercher v.l.n.r.

Klingt nach einer funktionierenden Nachbarschaft. Und das können Christel Momma, Hilde Verhoef und Hildegard Hercher  nur bestätigen. Sie sind alle 1968 in das nagelneue Hochhaus an der Agnes-Miegel-Straße gezogen und Freundinnen fürs Leben geworden.

Else Schmidt, heute 88 Jahre alt, hat ihren Einzug in das Haus am Domagkweg ebenfalls nie bereut: „Ich habe so tolle Nachbarn und die Natur direkt vor der Haustür – deshalb wollte ich hier nie wegziehen. Mein Gott, wie viele Sommer ich schon mit meiner Freundin Gabriele Stöbener auf meinem wunderschönen Balkon verbracht habe“, blickt Else Schmidt zurück. Umgezogen sei sie in den 50 Jahren allerdings trotzdem einmal – als es mit dem Laufen nicht mehr so gut klappte, habe sie ihre Wohnung im zweiten Stock kurzerhand gegen eine im Erdgeschoss getauscht.

„Wir tun viel dafür, dass unsere Mieter auch im Alter gut bei uns wohnen, sorgen  beispielsweise für barrierearme Bäder und dergleichen mehr, ein Wohnungstausch ist natürlich auch immer eine mögliche Lösung“, versichert Volker Ruiters. „Dass Mieter uns dafür mit jahrzehntelanger Treue belohnen, freut uns natürlich sehr. „Wenn man bedenkt, dass ein knappes Drittel all derer, die 1968 bei uns eingezogen sind, auch heute noch bei der GWG wohnen, dann ist das für uns ein Ansporn, alles zu tun, damit sich tausende Wuppertaler auch weiterhin unter GWG-Dächern wohlfühlen – zu bezahlbaren Mieten versteht sich.“

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