27.10.2026elg
Gesellschaftliches Engagement hat einen festen Platz im Schulalltag
Wie kann ich anderen helfen? Was kann ich an meiner Schule verändern? Und was bedeutet es, wenn sich andere auf mich verlassen? Mit diesen Fragen beschäftigen sich Jugendliche an der Eugen-Langen-Gesamtschule ganz praktisch. Im Lernformat „Verantwortung“ bringen sie sich in unterschiedliche Aufgabenbereiche ein und erfahren dabei, dass ihr Handeln etwas bewirken kann.
Die Möglichkeiten reichen vom Schulsanitätsdienst über die Tätigkeit als Sporthelferinnen und Sporthelfer bis zur Organisation der Ballausleihe. Weitere Gruppen engagieren sich für Fairtrade, Umweltschutz, ein respektvolles Miteinander und eine Schule ohne Rassismus. Gemeinsam ist den Angeboten: Die Jugendlichen übernehmen konkrete Aufgaben, treffen Absprachen und tragen dazu bei, das Zusammenleben zu gestalten.
„Wir möchten, dass unsere Schülerinnen und Schüler erleben: Ich werde gebraucht, ich kann etwas beitragen und ich kann etwas verändern“, erklärt Schulleiter Hasan Emil. „Verantwortung entsteht dort, wo junge Menschen eigene Aufgaben übernehmen und erfahren, dass ihr Einsatz für andere zählt.“

Bestehendes Engagement bekommt einen festen Rahmen
Das Lernformat bündelt und strukturiert Verantwortungsbereiche und Engagementangebote, die an der Schule bereits bestanden. Die beiden Wochenstunden stammen aus dem bestehenden Ganztagskontingent. Die vorgeschriebene Stundentafel bleibt unverändert.
Koordiniert wird das Projekt von Robin Hölter. Ein wichtiger Bestandteil ist die pädagogische Begleitung: Aufgaben müssen vorbereitet, Zuständigkeiten geklärt und Erfahrungen gemeinsam ausgewertet werden. Dabei geht es auch um den Umgang mit Schwierigkeiten – etwa wenn Absprachen nicht eingehalten werden oder eine Idee zunächst nicht funktioniert.
„Eine Aufgabe zu übernehmen bedeutet auch, dranzubleiben, sich abzustimmen und gemeinsam Lösungen zu finden“, sagt Projektkoordinator Robin Hölter. „Wir begleiten die Jugendlichen dabei, Schritt für Schritt selbstständiger zu werden. Sie sollen eigene Ideen einbringen und zugleich lernen, dass Verlässlichkeit für das Gelingen eines Projekts entscheidend ist.“

Verantwortung außerhalb der Schule
In der Jahrgangsstufe 8 weitet sich der Blick auf das Umfeld der Schule. Die Schülerinnen und Schüler übernehmen Verantwortung außerhalb des Schulgeländes und bringen sich in sozialen, gemeinnützigen oder anderen geeigneten Einrichtungen und Initiativen ein.
Im Mittelpunkt steht ein regelmäßiges Engagement, bei dem die Jugendlichen Menschen begegnen, andere Lebenswelten kennenlernen und einen sinnvollen Beitrag leisten. Dazu gehört, Kontakt aufzunehmen, Aufgaben abzusprechen und sich auf die Erwartungen einer Einsatzstelle einzulassen.
Die Erfahrungen werden in der Schule vorbereitet, begleitet und reflektiert: Was ist mir gelungen? Wo brauchte ich Unterstützung? Was habe ich über andere und über mich selbst gelernt?
Lernen durch eigenes Handeln
Mit dem Angebot verbindet die Eugen-Langen-Gesamtschule fachliches Lernen mit sozialer und persönlicher Entwicklung. Die Jugendlichen üben, im Team zu arbeiten, Entscheidungen zu treffen und die Bedürfnisse anderer wahrzunehmen. Die Reflexion ihrer Erfahrungen gehört ebenso dazu wie die praktische Tätigkeit.
Das Lernformat knüpft an den FREI DAY in den Jahrgängen 5 und 6 an, in dem sich Schülerinnen und Schüler bereits mit Zukunftsfragen und eigenen Projekten beschäftigen. In den Jahrgängen 7 und 8 rückt die verlässliche Übernahme von Aufgaben für andere stärker in den Mittelpunkt.
„Leistung und soziale Verantwortung gehören für uns zusammen“, betont Hasan Emil. „Wir wollen junge Menschen darin stärken, ihre Fähigkeiten zu entwickeln und sie für die Gemeinschaft einzusetzen. Schule kann ihnen dafür Raum geben – und ihnen zutrauen, diesen Raum mitzugestalten.“
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