Der Grafiker Gerd Arntz und Kunstseide – Führungen am So. den 4.10.2026
Katy Göbel in der Führung Kunstseide, (Copyright) Reiner RhefusUm 15 Uhr werden Katy Göbel und Reiner Rhefus bei einer Führung über die Bedeutung der Kunstseide in den 1920er Jahren, über Elberfeld und Barmen als Mittelpunkt der deutschen Kunstseidenindustrie, sowie über die Mode der 1920er Jahre und die Attraktivität der „Bemberg-Seide“ aus Barmen berichten.
Um 16 Uhr werden Dr. Urs Diederichs und Reiner Rhefus eine Führung zu dem Remscheider Künstler Gerd Arntz (1900-1988) anbieten. Arntz war Sohn eines Unternehmers und erlebte die sozialen Kämpfe dieser Zeit, die in Remscheid besonders heftig ausgefochten wurden. Sein politisches Grafikwerk, inspiriert von den „Kölner Progressiven“, lässt sich als bahnbrechende, gesellschaftskritische Kunst beschreiben, die ökonomische Machtverhältnisse durch radikale visuelle Verknappung offenlegt. Vor dem Hintergrund der Ausstellung werden einige von Arntz´s Arbeiten vorgestellt und so sein Werk exemplarisch erörtert.
Im Anschluss, um 17.00 Uhr, wird Herrn Dr. Urs Diederichs, ehemaliger Leiter des Historischen Zentrums in Remscheid und Direktor des Deutschen Werkzeugmuseums, einen Vortrag halten: „Verständlich für Gelehrte und Analphabeten“: Gerd Arntz, das Bergische Land und die Entstehung der Bildstatistik
Der sozialkritische Künstler Gerd Arntz verarbeitete nicht nur die Konflikte der Industrialisierung in prägnanten Holzschnitten. Ab 1926 leitete er in Wien die grafische Abteilung des Gesellschafts- und Wirtschaftsmuseums unter Otto Neurath. Gemeinsam entwickelten sie die „Wiener Methode der Bildstatistik“ – den Vorläufer heutiger Piktogramme. Ihr Ziel war ein emanzipatorischer Bilderschatz, der für Gelehrte und Analphabeten gleichermaßen verständlich sein sollte. Nach seiner Emigration 1933 lebte und arbeitete Arntz bis zu seinem Tod in Den Haag. Sein Werk blieb zeitlebens tief von seinen frühen Erfahrungen im Bergischen Land geprägt.
Der Vortrag findet im Rahmen der Vortragsreihe des Bergischen Geschichtsvereins, Abt. Wuppertal statt.
Das Haus und die Dauerausstellung
Zur Bauzeit (1928) war das Ladenlokal eine mustergültige Verkaufsstelle, die „Verteilungsstelle 143“ der Konsumgenossenschaft „Vorwärts-Befreiung“. In der „kombinierten Verteilungsstelle“ wurden Kolonialwaren, Gemüse, Fleisch- und Backwaren unter einem Dach angeboten. Damals eine neue Entwicklung. Auf einem anderen Teil der ehemaligen Verkaufsfläche wird der zeitgeschichtliche Hintergrund, die politische und Sozialgeschichte von Elberfeld und Barmen während der „Weimarer Republik“, erzählt.
Ort: Verteilungsstelle Kunst und Geschichte
Sedanstr. 86/88, 42281 Wuppertal
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