10.5.2026 – Tag der Wuppertaler Industriekultur – ehem. „Verteilungsstelle 143“

Die ehemalige „Verteilungsstelle 143“ der Konsumgenossenschaft „Vorwärts-Befreiung“ wurde 1928 errichtet. Eine Ausstellung dokumentiert die Versorgungs- und Notlage der Arbeiterschaft. Um 17 Uhr Lesung zur genossenschaftliche Verkaufskultur der 1920er Jahre.

Die ehemalige „Verteilungsstelle“ der Konsumgenossenschaft „Vorwärts-Befreiung“ wurde 1928, in der Blütezeit der Konsumgenossenschaften, errichtet. Hier wurden bis in die 1990er Jahre Lebensmittel verkauft. An der Fassade sind die Insignien der Erbauer erhalten.

Die Konsumgenossenschaft war eine Selbsthilfeorganisation. Die Mitglieder kauften gute Ware zu günstigem Preis. Zugleich war man stolz auf modernste Verkaufskultur: Die „kombinierte Verteilungsstelle“ an der Sedanstraße, eine Musterfiliale, hatte Abteilungen für Brot, Milch und Käse, Fleisch- und Wurstwaren, Konserven, Gemüse sowie Kolonialwaren. Arbeitsbedingungen und Hygiene waren vorbildlich. Als Verbraucherorganisation sollte die Genossenschaft zugleich Hebel zur Durchsetzung einer künftigen sozialistischen Gesellschaft sein. Der Name „Vorwärts-Befreiung“ war Programm.

Eine Ausstellung in dem ehemaligen Ladenlokal dokumentiert die Versorgungs- und Notlage der Arbeiterschaft, die Auseinandersetzungen um Steuern und Zölle auf Lebensmittel und die genossenschaftliche Verkaufskultur der 1920er Jahre.

Öffnungszeit 11.00 – 17.00 Uhr
Führungen: 11:30 Uhr, 13 Uhr, 15 Uhr
Lesung: 17 Uhr
„Zeitungsberichte und Notizen aus dem konsumgenossenschaftlichen Alltag
der 1920er Jahre“ – Lesung mit Olaf Reitz, Katy Göbel und Reiner Rhefus

Etwa ein Viertel der Familien im Einzugsgebiet waren Mitglied der Konsumgenossenschaft „Vorwärts-Befreiung“. Das Unternehmen war nicht nur ein bedeutender Faktor im Wirtschaftsleben der Stadt und ihrer Versorgung mit Lebensmitteln. Sie verstand sich als eine tragende Säule der sozialistischen Arbeiterbewegung und sprach mit ihrer Kulturarbeit – Filmvorführungen, Vorträge, Betriebsbesichtigungen – insbesondere die Frauen an. Wenn es um die Besteuerung und Zölle auf Lebensmittel, um ihre Beschaffenheit, ihren Preis und ihre Herkunft ging, vertrat sie die Interessen der Verbraucher, in zweiter Linie aber auch die der Produzenten, der Arbeiter. Bei den Umzügen am 1. Mai, bei Streiks, Kinderferienlagern oder auf den jährlichen Gewerkschaftsfesten war „Vorwärts-Befreiung“ eine wichtige Stütze der örtlichen Arbeiterorganisationen.

Die Zeitungsberichte aus den 1920er Jahren ermöglichen einen Einblick in das vielfältige genossenschaftliche Engagement, die soziale Lage der Arbeiterschaft und den Familienalltag der 1920er Jahre.
Eine Lesung mit Olaf Reitz, Katy Göbel und Reiner Rhefus

Ort: Sedanstraße. 86/88, 42281 Wuppertal,

Anmelden

Kommentare

Neuen Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert