18.10.2026

Bürgerinitiative Landschaftsschutzgebiet Königshöhe

nimmt Stellung zu Hängebrücke und Seilbahn

Hier gibt es eine weitere Stellungnahme die ich gerne hier bei Njuuz einfügen soll.

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Bürgerinitiative Landschaftsschutzgebiet Königshöhe nimmt Stellung zu Hängebrücke und Seilbahn

Zum Artikel: „BUGA-Förderverein: ‚Wir stehen zu Hängebrücke und Seilbahn‘“

Naturschutz ist keine Verhinderungspolitik – der Verzicht auf Großbauwerke ist aus ökologischen Gründen unverzichtbar.

Die vom BUGA-Förderverein vorgebrachten Argumente für die geplante Hängebrücke und Seilbahn auf der Königshöhe greifen aus unserer Sicht zu kurz. Sie lassen wesentliche Fragen der Barrierefreiheit, der demokratischen Mitbestimmung und des Natur- und Landschaftsschutzes unbeantwortet.

Wir halten es für notwendig, diese Aspekte in der öffentlichen Diskussion stärker zu berücksichtigen. Denn bei der Gestaltung unserer Stadt geht es nicht allein darum, touristische Attraktionen zu schaffen. Es geht ebenso um den verantwortungsvollen Umgang mit unserer Natur, um die Interessen der Bürgerinnen und Bürger und um die Frage, welche Eingriffe wir unserer Landschaft dauerhaft zumuten wollen. Angesichts der ökologischen Bedeutung der Königshöhe ist der Verzicht auf die geplanten Bauwerke aus unserer Sicht unverzichtbar.

1. Die Geschichte der Königshöhe verpflichtet zu vorausschauendem Handeln

Ein Blick in die Geschichte der Königshöhe verdeutlicht zudem, wie wichtig vorausschauendes Handeln ist. August von der Heydt hat durch gezielte Anpflanzungen das heutige Landschaftsschutzgebiet erst möglich gemacht. Er war seiner Zeit weit voraus. In einer Zeit, in der großflächig gerodet wurde, um Brennholz zu beschaffen, ließ er Bäume pflanzen. Flächenversiegelungen und -verdichtungen sowie Baumfällungen wären mit Sicherheit nicht in seinem Sinn gewesen.

2. Barrierefreiheit braucht gute Lösungen – nicht zwangsläufig eine Seilbahn

Das Argument, die Königshöhe sei ohne Seilbahn für Menschen mit Behinderungen oder Mobilitätseinschränkungen nicht erreichbar, überzeugt uns nicht. Bevor ein millionenschweres Infrastrukturprojekt mit erheblichen Eingriffen in Natur und Landschaft als unverzichtbar dargestellt wird, muss nachvollziehbar geprüft werden, welche barrierefreien Alternativen bereits bestehen und wie sie verbessert werden können.

Zu berücksichtigen sind dabei die vorhandenen Busverbindungen, geeignete Wege sowie ergänzende Mobilitätsangebote der Wuppertaler Stadtwerke. Nach unseren Angaben bieten unter anderem die Linien 613 und 639 sowie weitere Busverbindungen Zugang zu Bereichen rund um die Königshöhe. Auch individuelle Mobilitätsangebote können genutzt werden.

Inklusion ist ein wichtiges gesellschaftliches Ziel. Sie darf jedoch nicht als pauschale Rechtfertigung für ein bestimmtes Großbauprojekt dienen. Barrierefreie Mobilität muss bedarfsgerecht, wirtschaftlich und unter Berücksichtigung des Natur- und Landschaftsschutzes geplant werden. Gerade weil die ökologischen Schäden der geplanten Bauwerke nicht vertretbar sind, müssen naturverträgliche Alternativen Vorrang haben.

3. Formelle Beteiligung ist nicht dasselbe wie eine grundsätzliche Zustimmung der Bevölkerung

Die Stadt Wuppertal hat Beteiligungsformate für die geplante Seilbahn und Hängebrücke angeboten. Damit ist jedoch nicht automatisch beantwortet, ob die Bürgerinnen und Bürger diese konkreten Bauwerke tatsächlich wollen.

Eine Beteiligung an der Ausgestaltung eines bereits geplanten Vorhabens ist etwas anderes, als eine offene Diskussion darüber zu führen, ob das Vorhaben grundsätzlich verwirklicht werden soll.

4. Der Bürgerentscheid zur BUGA ist kein Freibrief für jedes Einzelprojekt

Die Entscheidung für die Bundesgartenschau 2031 darf nicht mit einer uneingeschränkten Zustimmung zu sämtlichen Einzelmaßnahmen gleichgesetzt werden.

Auch Bürger, die die BUGA grundsätzlich befürworteten, haben während des Bürgerbegehrens die Eingriffe ins Landschaftsschutzgebiet Königshöhe bereits abgelehnt. Das wurde während des Sammelns der benötigten Unterschriften klar zum Ausdruck gebracht.

Während des Bürgerentscheids wurde dann klar bekannt gegeben, dass der Bau der Hängebrücke und der Seilbahn „nicht in Stein gemeißelt sei“. Darauf haben sich auch die BUGA-Befürworter verlassen. Richtig ist aber, dass diese Großbauprojekte von vornherein nicht zur Disposition standen.

5. Die Verantwortung für Alternativplanungen liegt bei den zuständigen Fachplanern und Entscheidungsträgern

Eine Bürgerinitiative, die eine Seilbahn und eine Hängebrücke in einem Landschaftsschutzgebiet ablehnt, ist nicht verpflichtet, selbst Alternativplanungen zu entwickeln. Es ist ihr gutes Recht und ihre Aufgabe, auf die aus ihrer Sicht unverhältnismäßigen Eingriffe in Natur und Landschaft hinzuweisen und deren Vermeidung einzufordern.

Die Verantwortung für eine nachhaltige, naturverträgliche und fachlich fundierte Planung liegt bei den beauftragten Fachplanern und den zuständigen Entscheidungsträgern. Sie müssen den tatsächlichen Bedarf ermitteln, verschiedene Möglichkeiten prüfen und aufzeigen, wie die Ziele der BUGA erreicht werden können, ohne wertvolle Landschaftsräume unnötig zu beeinträchtigen.

Unser Ziel: Eine BUGA, die Natur und Landschaft bewahrt

Wir stehen für eine BUGA, die Natur und Landschaft schützt, ökologische Verantwortung übernimmt und neue Maßstäbe für eine nachhaltige, moderne Gartenschau setzt. Eine BUGA, die zeigt, dass Wuppertal Zukunft nicht nur plant, sondern verantwortungsvoll gestaltet.

Eine zukunftsorientierte BUGA muss nicht auf Kosten unserer Natur gehen, sondern beweisen, dass Fortschritt, Klimaschutz und der Erhalt unserer wertvollen Landschaft Hand in Hand gehen können.

Dafür setzen wir uns ein – für eine BUGA, auf die Wuppertal stolz sein kann, und für eine Königshöhe, die auch kommenden Generationen als wertvoller Natur- und Erholungsraum erhalten bleibt.

Weitere Informationen und die Petition finden Sie hier:

 

Dirk Spiecker und Werner Stommel

Bürgerinitiative Landschaftsschutzgebiet Königshöhe – Wuppertal

 

Neuigkeiten: Königshöhe schützen! Keine Hängebrücke und Seilbahn im Landschaftsschutzgebiet – Online-Petition

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