17.08.2020

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GRÜNE: Neue Mobilitätslösungen für den Nordpark statt hundert teurer Parkplätze

Die Stadt Wuppertal plant den Bau von hundert zusätzlichen Parkplätzen an der Straße Mallack, der Zufahrt zum Nordpark. Dabei entstehen Kosten von 500.000 Euro, also 5.000 Euro pro Parkplatz, finanziert aus dem Stellplatzablöse-Topf.


Marc Schulz
, Bürgermeister und GRÜNER Stadtverordneter:
„Der Nordpark ist ein sehr beliebter Park, dessen Attraktivität durch Maßnahmen wie dem Skywalk oder dem neu gestalteten Kinderspielplatz in den letzten Jahren noch einmal massiv gestiegen ist. Gleichzeitig nimmt der Autoverkehr entlang der äußerst engen Straße Mallack weiter zu und bereitet sowohl den Besucher*innen des Parks als auch den Anwohner*innen große Probleme. Daraus nun aber zu schließen, das Parkproblem mit hundert zusätzlichen Parkplätzen bekämpfen zu wollen ist so, als wolle man ein Feuer mit Öl löschen. Statt mehr Parkangebote zu machen und somit noch mehr Autos anzulocken, müssen alternative Mobilitätskonzepte gefördert werden. So wäre ein Kleinbus, wie er heute bereits auf der Hardt zum Einsatz kommt, sicherlich eine gute Alternative, um den Individualverkehr zu reduzieren. Außerdem ist aus unserer Sicht eine schnelle Realisierung der ehemaligen Bahntrasse Loh-Hatzfeld ein weiterer Beitrag zur Lösung des Problems: die Trasse, die von der Nordbahntrasse am Loh bis hoch zum Hatzfelder Wasserturm geht, verläuft direkt am Nordpark vorbei und könnte somit viele Menschen dazu verleiten, auf das Auto zu verzichten und stattdessen diesen Weg zu nehmen. Um in ihrer Mobilität eingeschränkte Menschen trotzdem eine Anfahrt zu ermöglichen, sollten auf den jetzigen Parkflächen weitere Behindertenparkplätze eingerichtet werden.

Ein weiterer Kritikpunkt besteht aus unserer Sicht bei den Ausgaben für die Herrichtung der bislang unbebauten und mit Bäumen bewachsenen Fläche: Kosten in Höhe von einer halben Millionen Euro in der Planung für hundert Parkplätze stehen für uns in keinem Verhältnis zum zu erwartenden Effekt. Beim Radhaus am Döppersberg hat der Rat Ende 2018 die Reißleine gezogen, als die Kosten aus dem Ruder liefen und hat sich auf Initiative des schwarz-GRÜNEN Kernbündnisses für die Schaffung alternativer, dezentraler Abstellmöglichkeiten ausgesprochen. Die gleichen Maßstäbe müssen aus unserer Sicht auch bei alle anderen Verkehrsmittel gelten. Deshalb wollen wir, dass mit den Mitteln andere, zukunftweisendere Mobilitätsangebote in den Vordergrund gestellt und gefördert werden.“

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Kommentare

  1. Park Genießer sagt:

    Es wäre schön, wenn wir ein System von Seilbahnen installieren könnten, das alle Berge ansteuert. Ok., so groß ist die Frequenz zum Nordpark dann doch nicht, aber auf die Hardt, als Verlängerung der Linie von den Südhöhen und Uni, das wärs doch gewesen. Nun gut, das wollten „wir“ ganz demokratisch dann nicht.
    Es wäre nur hier etwas schöner, das Verhindern hinter das Möglich-Machen zu stellen: Der Nordpark soll erreichbar sein, für alle. Es werden weiterhin Leute mit dem Auto kommen wollen. Die dürfen aber nicht, weil kein Parkplatz da ist. Es klingt gut, dass alle mit dem Fahrrad kommen sollen, es klingt besser, wenn alle Erlebnispunkte in Wuppertal mit ALLEN Fahrzeugen erreichbar sind, sei es Zoo (!), Nordpark, Hardt, Tony Cragg usw. Dieses Grüne Ausschließen nervt halt doch.
    (ja, ich weiß, dass da eine Fläche vermutlich versiegelt wird, vielleicht gehts ja auch mit halboffener Oberfläche)

    1. Marc Schulz sagt:

      Lieber Park Genießer,

      wenn Sie die den Nordpark gut kennen (wovon ich angesichts ihres Benutzernamens ausgehe) wissen Sie, dass es heute bereits Parkangebote entlang des Mallacks gibt. Diese sollen auch weiter bestehen bleiben, daher verstehe ich den Hinweis auf „dieses grüne Ausschließen“ nicht. Es geht aber darum, zu vermeiden, dass zukünftig noch mehr Parksuchverkehr in der ohnehin viel zu engen Straße entsteht, denn mehr Parkangebote erzeugen mehr Verkehr (und tragen daher nicht zur Entlastung bei). Bislang fehlen alternative Angebote wie ein Kleinbus o. ä., das wollen wir ändern. Und die Trasse Loh-Hatzfeld führt direkt am Nordpark vorbei und hätte auch eine positive Wirkung für die Verbindung der Nordbahntrasse mit dem Barmer Norden (Hatzfeld). DAS wäre etwas, was wir dringend Möglich-Machen sollten und was dann ganz konkret zur besseren Erreichbarkeit des Nordparks führen würde. Übrigens: eine halbe Millionen Euro für hundert Parkplätze auszugeben, die nur mehr Autoverkehr erzeugen, ist aus unserer Sicht auch wirtschaftlich nicht vermittelbar.

      Viele Grüße
      Marc Schulz

  2. Karl Napp sagt:

    Nette Ideen. Aber doch keine kurzfristige Lösung für die Anwohner.
    Ein Bus zum Nordpark. Super: Eltern, Oma und 2 Kinder sind im VRR 24,20€. Norpark nur für Reiche?
    Eltern, Oma und 2 Kinder von Sudberg mit dem Rad zum Nordpark. Sportliche Leistung. Spart aber das Toben auf dem Spielplatz. Die Kinder werden bis zur Rückfahrt schlafen.

    Fazit: Fahrräder sind nur eingeschränkt die Lösung und der VRR muss billiger. Bis dahin werden Leute Autos benutzen, Anwohner nerven und Fußwege zustellen. Und das Alles ob ihr wollt oder nicht.

    1. Marc Schulz sagt:

      Lieber Herr Napp,

      es gibt bereits heute Parkplätze am Nordpark, so dass es der von Ihnen beschriebenen Familie aus Sudberg weiter unbenommen bleibt, mit dem Auto zum Nordpark zu fahren, wenn die Gelpe zum Hals raus hängt. Aber die Familie vom Rott, vom Sedansberg, aus Hatzfeld o. ä. wird vielleicht zukünftig auf das Auto verzichten und lieber mit dem Rad über die neue Trasse kommen. Und Besitzer eines Monatstickets werden dann vielleicht demnächst den Kleinbus nehmen. Es geht darum, die Angebotspalette zu verbreitern, um zusätzlichen (!) Autoverkehr (und damit die Belästigung der Anwohnerschaft) zu verhindern, nicht darum, Autos grundsätzlich zu verbieten. Schwarz-Weiß-Denken bringt uns nicht weiter.

      Viele Grüße
      Marc Schulz

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