14.02.2026

Versammlung auf der Königshöhe:

Zweifel an „Waldpflegemaßnahmen“ im Kontext der BUGA wachsen



Am Valentinstag, dem 14. Februar 2026, versammelten sich rund 30 Bürgerinnen und Bürger auf der Königshöhe, um sich über die aktuellen Waldpflegemaßnahmen und deren möglichen Zusammenhang mit den geplanten Bauprojekten im Rahmen der Bundesgartenschau auszutauschen. Eingeladen hatte ein engagierter Bürger (ich) , der trotz persönlicher Vorbehalte gegenüber der Organisation von Versammlungen diesen Schritt als notwendig ansah.

### Hintergrund: Pressemitteilung und offene Fragen

Auslöser der Versammlung war eine Pressemitteilung der Stadt Wuppertal, in der Waldpflegemaßnahmen auf der Königshöhe als notwendig für eine nachhaltige Waldentwicklung dargestellt wurden. Gleichzeitig wurde darin ein Zusammenhang mit der geplanten Seilbahn im Rahmen der Bundesgartenschau nicht ausgeschlossen. Wörtlich hieß es, die Maßnahmen würden „zusätzlich Synergien mit Blick auf die BUGA schaffen“, insbesondere im Hinblick auf die geplante Seilbahnstation. Durch die Entnahme einzelner Bäume sollten verbleibende Bestände auf veränderte Waldrandbedingungen vorbereitet werden.

Bereits Ende Januar war im Beirat der unteren Naturschutzbehörde im Zusammenhang mit Befreiungen nach dem Bundesnaturschutzgesetz ein entsprechender Hinweis gefallen – jedoch lediglich in einem Nebensatz. Offiziell wird ein direkter Zusammenhang zwischen Waldpflegemaßnahmen und Seilbahnbau zwar relativiert, doch die Formulierungen in der Pressemitteilung lassen Interpretationsspielraum.

Auch das Vertrauen in die Kommunikation rund um die Projekte der BUGA gGmbH ist bei einigen Bürgerinnen und Bürgern inzwischen gering. Vor Ort zeigte sich deutlich, dass sich die Eingriffe auf den Bereich der geplanten Bergstation sowie mögliche Standorte von Seilbahnstützen konzentrieren. Dies verstärkt den Eindruck, dass es sich nicht ausschließlich um allgemeine Waldpflege handelt.

### Ökologische Bedeutung des betroffenen Waldes

Im betroffenen Bereich dominieren Buchen sowie Europäische Lärchen. Letztere nehmen eine besondere Rolle ein: Obwohl sie zu den Nadelbäumen gehören, werfen sie im Herbst ihre Nadeln ab. Dies ermöglicht eine bessere Wasserversorgung des Waldbodens in niederschlagsreichen Perioden und fördert die Entwicklung der Krautschicht. Gerade im Frühjahr profitieren Pflanzen wie Bärlauch und Windröschen sowie zahlreiche Insektenarten von diesen Bedingungen. Mischwälder mit dieser Baumkombination gelten als ökologisch wertvoll und vergleichsweise resilient gegenüber klimatischen Veränderungen. Zumindest in der Höhenlage der Königshöhe eine Bereicherung. Nur Forstmenschen die auf Gewinnmaxierung absehen haben ein Interesse die frei zu stellen (Dickenwachstum). 

Wald ist dabei weit mehr als die Summe einzelner Bäume – er ist ein komplexes Ökosystem, dessen Gleichgewicht durch gezielte Eingriffe nachhaltig beeinflusst werden kann.

### Vorbereitung für Baugrunduntersuchungen?

Vor Ort entstand bei mehreren Teilnehmenden der Eindruck, dass die Maßnahmen möglicherweise der Vorbereitung einer Baustraße dienen könnten. Diese wäre notwendig, um Kernbohrungen zur Untersuchung der geologischen Verhältnisse durchzuführen. Sowohl auf der Königshöhe als auch auf der Kaiserhöhe sind Dolinen bekannt – Auswaschungen im kalkhaltigen Gestein, die auf unterirdische Hohlräume hinweisen können.

Eine ehemalige Bewohnerin eines einsturzgefährdeten Hauses am Schwarzer Weg äußerte Zweifel an der Aussagekraft solcher Bohrungen. Sie verglich die Situation mit einem „löchrigen Schweizer Käse“: Einzelne Bohrkerne könnten stabile Bereiche treffen und vorhandene Hohlräume unentdeckt lassen. Alternative geophysikalische Untersuchungsmethoden könnten hier möglicherweise umfassendere Erkenntnisse liefern.

### Breiter Austausch über BUGA-Projekte und Informationspolitik

Im Verlauf der Versammlung wurden zahlreiche weitere Themen angesprochen, darunter Artenschutzuntersuchungen, Verkehrskonzepte, rechtliche Rahmenbedingungen sowie die geplante Hängebrücke. Viele Fragen konnten auf Basis des aktuellen Kenntnisstands diskutiert werden, doch es blieb der Eindruck, dass zentrale Informationen schwer zugänglich sind.

Die Transparenz der Verwaltung wurde dabei kritisch hinterfragt. Insbesondere die Nutzung der Informationsfreiheitsplattform FragDenStaat zeigt laut Teilnehmenden, dass Anfragen häufig verzögert oder zunächst abgelehnt werden. In mehreren Fällen mussten Aufsichtsbehörden intervenieren, damit angeforderte Informationen freigegeben wurden.

### Friedlicher Verlauf und sachlicher Dialog

Nach einer Begehung des geplanten Standorts der Bergstation führte die Gruppe ein längerer Fußweg zum vorgesehenen Bereich der Hängebrücke. Auch dort wurde sachlich über mögliche Auswirkungen und Herausforderungen diskutiert.

Die Versammlung verlief durchweg ruhig und diszipliniert. Die anwesenden Polizeikräfte begleiteten die Veranstaltung zurückhaltend und professionell.

Trotz der winterlichen Temperaturen und des Valentinstags fanden sich rund 30 Interessierte ein – ein Zeichen dafür, dass die Entwicklungen auf der Königshöhe und im Zusammenhang mit der BUGA weiterhin auf großes öffentliches Interesse stoßen.

### Fazit

Die Versammlung machte deutlich, dass weiterhin erheblicher Informationsbedarf und Gesprächswunsch in der Bevölkerung besteht. Viele Bürgerinnen und Bürger erwarten mehr Transparenz und eine frühzeitige Einbindung in Entscheidungen, die das Stadtbild und die natürlichen Lebensräume nachhaltig verändern könnten.

Die Diskussion um die Maßnahmen auf der Königshöhe zeigt exemplarisch, wie wichtig offene Kommunikation und nachvollziehbare Entscheidungsprozesse bei Großprojekten wie der Bundesgartenschau sind.

Aktuelle Stellenangebote:

 

Quellen:

Wald-Pflege auf der Königshöhe | Wuppertal

 

Anmelden

Aktuelle Stellenangebote:

Kommentare

Neuen Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert