Wuppertaler Antwort auf PISA: Das Fundamentum am GGJR
„Wir sind vorbereitet. PISA bestätigt uns darin, Schule neu zu denken. Deshalb haben wir Lernzeit konsequent dort gebündelt, wo das Fundament für erfolgreiches Lernen gelegt wird: beim Lesen und in der Mathematik“, erklärt Schulleiter Dr. Michael Frey.
Die neuen PISA-Ergebnisse sind eindeutig: Die Leistungen der Schülerinnen und Schüler in Deutschland haben 2025 im Lesen und in Mathematik den niedrigsten Stand seit Beginn der Erhebungen erreicht. Der Befund verschärft eine Entwicklung, die Schulen seit Jahren vor eine zentrale Frage stellt: Wie lässt sich sicherstellen, dass grundlegende Kompetenzen tatsächlich bei allen Schülerinnen und Schülern aufgebaut und nachhaltig gesichert werden?
Am Ganztagsgymnasium Johannes Rau lautet die Antwort darauf: Fundamentum.
Bereits im vergangenen Schuljahr hat die Schule das Strukturprogramm entwickelt und auf den Weg gebracht. Seit Beginn dieses Schuljahres nehmen alle 84 Schülerinnen und Schüler des fünften Jahrgangs daran teil. Fundamentum setzt dabei nicht auf einzelne zusätzliche Maßnahmen, sondern verändert die Struktur des Schultages selbst: Lernzeit wird konsequent neu geordnet und dort gebündelt, wo sie für erfolgreiches Lernen entscheidend ist.
Jeden Morgen wird zunächst gelesen. ©GGJR 325 Minuten Zeit für das Fundament
Kern des Programms sind 325 Minuten „Zeit zum Lernen“ pro Woche – fest in den Stundenplan integriert und ohne Erhöhung der Gesamtunterrichtszeit. Das entspricht mehr als sieben Unterrichtsstunden pro Woche, die gezielt der Sicherung sprachlicher und mathematischer Basiskompetenzen dienen.
Davon entfallen 190 Minuten auf den Bereich Sprache. An jedem Schultag beginnt der Unterricht um 8.15 Uhr mit einem 20-minütigen Leseband– insgesamt 100 Minuten pro Woche. Hinzu kommen 45 Minuten Lesekompetenz und 45 Minuten Schreibflüssigkeit, ebenfalls fest im Stundenplan verankert.
Weitere 135 Minuten pro Woche sind der Sicherung mathematischer Basiskompetenzen vorbehalten: im Programm „Mathe sicher können“ und in individuellen Lerngruppen. Neben 90 Minuten grundlegender mathematischer Arbeit stehen 45 Minuten für flexible Lerngruppen zur Verfügung. In dieser Zeit arbeiten vier Fachlehrkräfte gleichzeitig pro Klasse. Die Schülerinnen und Schüler können so auf Grundlage ihrer diagnostizierten Lernstände gezielt an ihren mathematischen Kompetenzen arbeiten.
Stärkung von mathematischen Kompetenzen in Kleingruppen ©GGJRNicht mehr Unterricht – sondern Lernzeit anders nutzen
Fundamentum geht bewusst über die Arbeit an einzelnen Lerninhalten hinaus. Ein verbindlicher Klassenkompass schafft gemeinsame Routinen, klare Regeln und verlässliche Lernbedingungen. Regelmäßige Diagnostik in Lesen, Schreiben und Mathematik macht Lernstände sichtbar und schafft die Grundlage dafür, Unterricht gezielt an der tatsächlichen Entwicklung der Lernenden auszurichten.
Entscheidend ist dabei der strukturelle Ansatz: Fundamentum schafft keine zusätzliche Unterrichtszeit, sondern setzt vorhandene Zeit anders ein. Basiskompetenzen werden damit nicht punktuellen Einzelmaßnahmen überlassen, sondern erhalten einen festen Platz im Schulalltag aller Lernenden des fünften Jahrgangs.
„Wir sind überzeugt, dass die Konsequenz aus PISA sein muss, Schule strukturell zu verändern: Lernzeit neu zu ordnen, Basiskompetenzen verbindlich zu sichern, guten Unterricht zu ermöglichen und Entwicklung anhand von Daten zu überprüfen“, sagt Frey. „Genau das ist Fundamentum – unsere Wuppertaler Antwort auf PISA.“
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