29.05.2026Claudia Otte
Gemeinsame Razzia deckt Verstöße bei Goldaufkäufern auf
Die Gemeinsame Koordinierungsstelle Rhein-Wupper (GeKo), in der sich Wuppertal, Solingen, Remscheid, Leverkusen und Langenfeld zusammengeschlossen haben, koordinierte die Aktion. Die Gewerbeämter der beteiligten Städte hatten die Prüfungen angestoßen. Zahlreiche Behörden beteiligten sich an der Razzia, darunter die Bezirksregierungen aus Düsseldorf und Köln, die Finanzämter, das Landesamt für Finanzkriminalität, die Staatsanwaltschaft Wuppertal, die Jobcenter sowie die Polizei.
Klare Gesetzeslage
Goldankauf-Geschäfte gelten laut Gewerbeordnung als überwachungsbedürftig. Daher prüfen die Behörden die Zuverlässigkeit der Betreiber besonders genau. Viele dieser Händler locken Kundschaft mit Anzeigen in Zeitungen oder im Internet und versprechen hohe Gewinne. Oft verkaufen die Bürger ihren Schmuck dann weit unter dem eigentlichen Wert. Manche Händler bieten sogar Hausbesuche an, obwohl der Goldankauf im Reisegewerbe gesetzlich verboten ist.
Erhebliche Verstöße festgestellt
Die Kontrollen führten sofort zu sichtbaren Konsequenzen. Einige Betreiber schlossen ihre Läden noch während der Überprüfung oder kündigten die Schließung für die nächsten Tage an. In anderen Geschäften trafen die Beamten überhaupt keine Verantwortlichen an, obwohl die Händler genau für diesen Tag große Werbeaktionen in der lokalen Presse geschaltet hatten. Die Gewerbeüberwachung leitet nun mehrere Verfahren ein, um Betrieben die Weiterarbeit wegen Unzuverlässigkeit zu untersagen. In einigen Fällen besteht zudem der Verdacht, dass die eigentlichen Besitzer nur Strohmänner vorschieben oder die Gewerbeanmeldung komplett fehlt.
Auch bei den Arbeitsgeräten und der Buchführung entdeckten die Kontrolleure erhebliche Mängel. Viele Waagen wiesen Unstimmigkeiten auf, obwohl diese für die genaue Wertbestimmung der Edelmetalle entscheidend sind. Zudem konnten die Händler die Herkunft der vorhandenen Waren oft nicht nachweisen. Die Beamten beschlagnahmten deshalb in einem Laden Münzen und Goldbarren. An einem Standort parkten sogar teure Limousinen mitten in den Geschäftsräumen, was nun ein bauordnungsrechtliches Verfahren nach sich zieht. Weitere Prüfungen folgen wegen Verstößen gegen das Geldwäschegesetz und wegen schlechter Kassenführung.
Auch Sozialbetrug festgestellt
Besonders häufig stießen die Ermittler auf den Verdacht von Sozialbetrug. Mehrere angetroffene Mitarbeiter bezogen Leistungen vom Jobcenter, hatten ihre Arbeit aber nicht angemeldet. Ein Beschäftigter gab sogar zu, dass der Betrieb extra für Kontrollen falsche Minijob-Verträge bereithielt. Zwei dieser Angestellten trugen hohe vierstellige Bargeldsummen in ihren Taschen bei sich. Die Jobcenter prüfen nun, ob sie unrechtmäßig gezahlte Gelder von den Betroffenen zurückfordern.
Quelle: Stadt Wuppertal
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