Zwischen alpinem Umdenken und bergischer Event-Anfälligkeit

Der Verweis auf den aktuellen Paradigmenwechsel im Alpenraum – wo erste Skigebiete und Seilbahninfrastrukturen nicht mehr unkritisch erweitert, sondern angesichts ökologischer Verwerfungen und ökonomischer Unrentabilität schrittweise zurückgebaut werden – setzt hierbei einen erfrischend ernüchternden Akzent.
Während im hochalpinen Raum eine reflexive Relevanzprüfung einsetzt und man sich die Frage stellt, wie viel künstliche Überformung die Natur noch verträgt, scheint man lokal in das entgegengesetzte Extrem zu verfallen: Die Transformation einer städtischen Natur- und Kulturlandschaft in einen durchtechnologisierten Erlebnispark.
Die Idee, Urbanität und Naturräume vornehmlich durch infrastrukturelle Superlative wie Seilbahnen oder Hängebrücken attraktivieren zu müssen, entspringt einer Entwicklungslogik des späten 20. Jahrhunderts. Sie verwechselt nachhaltige Stadtentwicklung mit Eventisierung.
Eine Bundesgartenschau sollte im 21. Jahrhundert nicht als Chiffre für spektakuläre Bauwerke missverstanden werden, sondern als Plattform für ökologische Resilienz, Klimaanpassung und echte Biodiversität.
Wer heute in massive, betongestützte Großinfrastrukturen investiert, geht das Risiko ein, die Fehler anderer Regionen zeitversetzt zu wiederholen. Wenn selbst hochfrequentierte Alpendestinationen erkennen, dass die Spirale aus immer mehr Aufrüstung und Landschaftsverbrauch an Grenzen stößt, sollte
uns das in der Region als Warnung und Chance zugleich dienen. Statt auf aufwendige Symbolarchitektur zu setzen, deren ökologischer
Fußabdruck und spätere Folgekosten noch lange nachwirken werden, wäre eine Rückbesinnung auf das Wesentliche geboten:
Eine zukunftsfähige Stadt- und Freiraumplanung braucht keine spektakulären Effekte, sondern Mut zum Substanziellen.
Bitte unterschreiben Sie die Petition >> ZUR PETITION
Quelle: Bürgerinitiative Königshöhe
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