02.02.2017

Grünen gehen die Argumente aus

Keine 7. Gesamtschule aus Realschule und Gymnasium

„Unsere Position zur Errichtung einer 7. Gesamtschule ist ganz klar – sie wird nicht benötigt, denn es gibt in Wuppertal derzeit nicht genügend Schülerinnen und Schüler, um eine weitere Gesamtschule zu errichten“, macht der schulpolitische Sprecher der CDU-Fraktion, Stadtverordneter Michael Hornung, deutlich und reagiert damit auf eine entsprechende Forderung der Grünen.

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„Weil die Grünen diese Forderung in schöner Regelmäßigkeit jedes Jahr mindestens einmal in den Raum stellen, werden die zugrundeliegenden Annahmen deswegen nicht richtiger“, macht der Schulpolitiker deutlich und verweist auf die Anmeldezahlen für das Schuljahr 2016/17: „Die Gymnasien sind trotz einiger Schwankungen die beliebteste und unverändert nachgefragteste Schulform in Wuppertal. Der Großteil der abgewiesenen Schülerinnen und Schüler an den Gesamtschulen hat eine eingeschränkte Realschulempfehlung oder eine Empfehlung für städt. Hauptschulen. Die Zusammensetzung der Schülerschaft einer Gesamtschule sollte sich jedoch aus Schülerinnen und Schülern mit Schulempfehlungen für alle drei Schultypen etwa zu jeweils einem Drittel zusammenfügen. Diese Voraussetzungen liegen derzeit eindeutig nicht vor.

Jetzt zu fordern, eine Realschule und ein Gymnasium im Wuppertaler Osten zu einer Gesamtschule zusammenzulegen, um dadurch eine vielfältigere Schülerschaft zu generieren, zeigt doch nur, dass auch den Grünen klar ist, dass die Anmeldezahlen eigentlich eine andere Sprache sprechen. Offenbar suchen sie verzweifelt eine andere Möglichkeit, die Errichtung einer 7. Gesamtschule zu rechtfertigen. Passend ist auch der Zeitpunkt, kurz bevor die aktuellen Anmeldezahlen für die weiterführenden Schulen im Schuljahr 2017/18 erhoben werden, mit dieser Forderung um die Ecke zu kommen. Als würden die Grünen ahnen, dass auch die neuesten Anmeldezahlen ihre Forderung nach einer weiteren Gesamtschule nicht untermauern werden. Die Aktion ist einzig und allein darauf angelegt, bestehende Realschulen und Gymnasien, wie das Schulzentrum Ost, ins Gerede zu bringen.

Die CDU steht weiter für eine vielfältige Schullandschaft, in der es jedem Kind möglich ist, den für sich höchsten Bildungsabschluss zu erreichen.“

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Kommentare

  1. Matthias Nocke sagt:

    Lieber Marc Schulz,
    von der Leistungsfähigkeit unserer Gesamtschulen bin ich überzeugt. Meine Argumentation zielt darauf ab, sie zu erhalten. Meine Argumente sind mit dem Hinweis auf das Schulgesetz nicht entkräftet. Nachdem wir jetzt argumentativ auf der Sachebene sind, sollten wir die Diskussion bei einem Kaffee fortsetzen.

  2. Matthias Nocke sagt:

    Warum fordert man eigentlich die Errichtung einer 7. Gesamtschule, wenn man nicht weiß, was eine Gesamtschule ist? Wer den Wuppertaler Gesamtschulen und ihren Schülerinnen und Schülern nachhaltig schaden möchte, muss nur so viele Gesamtschulen errichten, dass alle Kinder mit Hauptschulempfehlung dort einen Platz finden, ohne zu berücksichtigen, dass auf Gesamtschulen Kinder unterschiedlicher Begabungsprofile unterrichtet werden müssen, damit es funktionieren kann. Sonst hat man die Türschilder ausgetauscht, aber nichts erreicht. Wer funktionierende Realschulen und Gymnasien gegen den Willen von Schülern und Lehrern durch Zusammenlegung schließen möchte, schafft keine Vielfalt, sondern provoziert eine Flucht aus dem öffentlichen Schulsystem und hat dieser Gesellschaft einen Bärendienst erwiesen. Wenn es keine Hauptschulen geben würde, müsste man sie heute erfinden: Sie bieten individuelle Förderung – auch schwieriger Schüler – in kleinen Klassen und leisten Unersetzliches bei Integration und Entwicklung junger Menschen. Man kann unverändert drei verschiedene Schulabschlüsse auf der Hauptschule erwerben, die auch zum Abitur auf Berufskolleg, Gesamtschule oder Gymnasium führen.

    1. Marc Schulz sagt:

      Lieber Matthias Nocke,
      der Grund für unsere Forderung nach einer siebten Gesamtschule ist simpel: er findet sich im Schulgesetz in §78 Abs. 5:
      „Die Entwicklung des Schüleraufkommens und der Wille der Eltern sind bei der Feststellung des Bedürfnisses (Anm.: bei der Schulentwicklungsplanung) zu berücksichtigen.“

      Der Elternwille lässt sich am besten anhand der Anmeldezahlen ablesen: um die 300 Kinder werden immer noch jedes Jahr abgewiesen, obwohl sie an eine Gesamtschule gehen wollen. Mit 1.239 Kindern (Schuljahr 2015/16) ist die Zahl der Anmeldungen so hoch wie bei keiner anderen Wuppertaler Schulform (daher ist der CDU-Hinweis, das Gymnasium sei immer noch die beliebteste Schulform – um es mal modern zu formulieren –postfaktisch). Und gerade Kinder mit Hauptschulempfehlung finden hier die richtige Förderung und damit eine optimale Perspektive für ihre weitere Bildungslaufbahn. Mir ist natürlich klar, dass die Heterogenität der Schülerschaft eine wichtige Voraussetzung für das Gelingen einer Gesamtschule ist. Gerade deshalb hielte ich einen Neubau oder aber eine Umwandlung einer Hauptschule (von denen wir – auch mit Zustimmung der CDU-Fraktion – auch nicht mehr besonders viele haben, da der Elternwille eben in eine andere Richtung geht) für den falschen Weg. Es ist gerade falsch, davon auszugehen, dass durch unseren Vorschlag eine Abwanderung aus dem öffentlichen Schulsystem erfolgen würde: die erfolgreiche Arbeit der Wuppertaler Gesamtschulen wird mittlerweile auch öffentlich wahrgenommen und entsprechend honoriert: durch den Gewinn des Schulpreises 2015 für die Gesamtschule Barmen und durch die Nominierung der ELSE für den selben Preis in diesem Jahr. Der größte Anteil der Abweisungen (64,4%) erfolgt an der Gesamtschule Barmen, darunter eben nicht nur Kinder mit Hauptschulempfehlung. Die Gymnasien hingegen können ihre Statistik nur durch Lenkungsmaßnahmen und Aufnahme von Kindern ohne eindeutige Gymnasialempfehlung auf dem gleichen Niveau halten. Trotzdem wird hier immer mit dem Elternwillen aufgrund der Anmeldezahlen argumentiert, während man den gleichen Aspekt bei den Gesamtschulen nicht gelten lässt. Das verstehe, wer will!

  3. Guido Mengelberg sagt:

    Ideologie statt Elternwille – Verbotspartei CDU

    Für 294 Kinder aus dem Wuppertaler Osten weigert sich die CDU beharrlich, die gewünschte Schulform einzurichten. Begründung: keine. So macht man Politik an den Menschen vorbei und wundert sich dann über Politikverdrossenheit. Same procedure as every year…

  4. Lukas sagt:

    Warum wird hier ein CDU Kommentar ohne Stellungnahme oder eigener Recherche einfach so veröffentlicht? Sonst habe ich irgendwie mehr konstruktives von njuuz gelesen oder wurdet ihr kürzlich gekauft?

  5. Marc Schulz sagt:

    Die Wuppertaler CDU-Ratsfraktion kritisiert unsere Forderung nach einer siebten Gesamtschule mit dem Hinweis, es sei hierfür überhaupt kein Bedarf erkennbar und die beliebteste und nachgefragteste Schulform in Wuppertal sei nach wie vor das Gymnasium. Hier der Faktencheck: im Schuljahr 2015/16 wurden insgesamt 350 Schülerinnen und Schüler, die einen Platz an einer Gesamtschule haben wollten, abgewiesen, 84% davon stammten aus dem Wuppertaler Osten (294 Kinder). Insgesamt wurden 1.239 Kinder angemeldet bei 889 zur Verfügung stehenden Plätzen an den momentan sechs Gesamtschulen. Im Vergleich gab es an den neun Gymnasien im gleichen Zeitraum 1.068 Anmeldungen bei 1.081 Plätzen. Die CDU liegt also falsch. Die Gegenüberstellung macht meines Erachtens nach vielmehr deutlich, dass das Angebot der Stadt Wuppertal eben nicht dem Elternwillen entspricht. Wir setzen uns daher auch weiterhin für eine siebte Gesamtschule ein, die dort errichtet werden soll, wo der größte Überhang besteht, nämlich im Wuppertaler Osten.

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