31.08.2011

Historische Führung durch das Polizeipräsidium

Das Polizeipräsidium in Wuppertal - Ein Haus mit vielen Gesichtern und einer wechselvollen Geschichte

Das Polizeipräsidium Wuppertal – Ein Haus mit vielen Gesichtern

Öffentliche Führung zur Geschichte des Wuppertaler Polizeipräsidiums

Montag, 5. September 2011, 18.00 Uhr

Treffpunkt: Eingang Polizeipräsidium, Friedrich-Engels-Allee 228

Leitung: Michael Okroy M.A.
Kosten: 5 €

Das Polizeipräsidium in Wuppertal ist ein in seiner Art einzigartiger, weit über Stadt hinaus bekannter Geschichtsort zu Diktatur und Demokratie. Als einstige regionale Gestapo-Zentrale steht das zwischen 1936 und 1939 errichtete Gebäude für den Terror und das Unrecht des NS-Staates. Judendeportationen, Zwangsarbeitermorde und andere nationalsozialistische Verbrechen wurden dort vorbereitet. Nach 1945 diente es als Sitz der britischen Militär-Regierung und als „Neues Rathaus“. Von dort gingen die wichtigsten Initiativen für den zivilen und demokratischen Wiederaufbau Wuppertals aus. In den 1960er Jahren war das Polizeipräsidium schließlich Schauplatz des spektakulären Bialystok-Prozesses, der sich um die juristische Aufklärung und Ahndung einer von Polizisten verübten Massenmordaktion im Jahr 1941 bemühte.

Wegen seiner Architektur und der vielfach noch original erhaltenen Innengestaltung steht das Präsidiumsgebäude seit 1985 unter Denkmalschutz. Die zahlreichen bildnerischen und kunsthandwerklichen Hinterlassenschaften aus der NS-Zeit, darunter Glasfenster und Fußbodenmosaike des Beuys-Lehrers Ernst Oberhoff, machen das Gebäude zu einem herausragenden  bedeutenden Zeitdokument. Zum historisch belasteten „Erbteil“ des Gebäudes zählen z.B. mehrere monumentale Wandgemälde von Hans Kohlschein. Kohlschein war ein anerkannter Historienmaler und u.a. auch an der Ausmalung von Schloss Burg beteiligt. Seine um 1939 fertiggestellten Wandgemälde zeigen historische Szenen, aber auch Reiter der Wehrmacht, der Polizei und der SS.

Zur wechselvollen und widersprüchlichen Geschichte des Polizeipräsidiums bietet die Begegnungsstätte Alte Synagoge mit Unterstützung der Polizeibehörde regelmäßig öffentliche Führungen unter fachkundiger Leitung von Michael Okroy an.  Der nächste Termin findet im Vorfeld des diesjährigen „Tag des offenenen Denkmals“ am Montag, den 5. September 2011 um 18 Uhr statt. Treffpunkt ist der Eingang des Präsidiums. Kosten: 5 €

Wandbild "Die Neue Zeit" von Hans Kohlschein

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