Politik
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Projekt Seilbahn: Beratungen werden fortgesetzt

09.05.2017 14:02

In der Diskussion wurde deutlich, dass noch nicht alle Fragen an das Projekt mit seinen Auswirkungen beantwortet werden konnten.

Die SPD-Fraktion im Rat der Stadt Wuppertal hat in einer Sondersitzung das Projekt Seilbahn zum ersten Mal anhand der Beratungsunterlagen, welche von der Verwaltung zur Beschlussfassung vorgelegt wurden, eingehend beraten und diskutiert. Insbesondere Ulrich Jaeger, Geschäftsführer der WSW mobil GmbH, und Prof. Marc Gennat, Mitglied des Vereins Seilbahnfreies Wuppertal, standen als Ansprechpartner der SPD-Fraktion zur Verfügung. In der Diskussion wurde deutlich, dass noch nicht alle Fragen an das Projekt mit seinen Auswirkungen beantwortet werden konnten.

Hierzu erklärt Klaus Jürgen Reese, SPD-Fraktionsvorsitzender: „Nach wie vor sehen wir in der Seilbahn vom Hauptbahnhof hinauf zu den Südhöhen ein interessantes Projekt. Angesichts der Investitionssumme von 82,4 Mio. Euro, den Auswirkungen auf die unmittelbaren Anrainerinnen und Anrainer sowie den Veränderungen im Netz der Buslinien, um einige maßgebliche Punkte zu nennen, ziehen wir eingehende und abschließende Beratungen einer schnellen Entscheidung vor. Aus diesem Grund streben wir eine Entscheidung in der Ratssitzung am 10 Juli an. Wir appellieren noch einmal an alle Wuppertalerinnen und Wuppertaler, dass sie sich auch weiter engagiert in die Diskussion einbringen.“

 


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5 Kommentare zu „Projekt Seilbahn: Beratungen werden fortgesetzt“
  1. Nils Segeberg sagt:

    Wie wäre es denn, wenn der Stadtrat sich nur auf die Seilbahnverbindung zwischen Hbf und Uni konzentriert und die Verlängerung Richtung Küllenhahn zunächst weglässt. Vorteile sind:

    – Der Hbf als Haupt-Umsteigezentrum und die Uni mit 22.000 Studenten (am Campus Grifflenberg vielleicht 17.000) sind zweifellos große punktuelle Verkehrserzeuger (PVE) und die Luftlinie ist erheblich kürzer als die Straßenverbindung. Zwei wesentliche Voraussetzungen für den lohnenden Einsatz einer Seilbahn sind hier erfüllt.

    – Die aktuelle Planung sieht vor, die Station Küllenhahn durch Buslinienkappung künstlich als Umsteigezentrum zum PVE umzubauen, da die 2100 Schüler vom Schulzentrum Süd alleine keine Seilbahnstation rechtfertigen. Die negativen Auswirkungen für die Fahrgäste entfallen.

    – Die finanziellen Risiken (Bau- und Betriebskosten) sind geringer.

    – Die rechtlichen Risiken sind geringer, da die Seilbahntrasse über weniger Einfamilienhäuser führt. Die Neubaugebiete an der Cronenberger Str. und der Cläre-Bläser-Str. sind nicht mehr betroffen.

    Die kurze Seilbahn könnte eine Zeit im Praxistest laufen, bevor weitere Entscheidungen getroffen werden. Studien am realen Pilotprojekt sind sicher auch für andere Städte von Interesse. Das leidige Henne-Ei-Argument “In Mitteleuropa werden keine Seilbahnen gebaut, weil es noch keine gibt” müsste sich ebenfalls dem Praxistest stellen.

    Herr Zeidler vom Verein Seilbahnfreies Wuppertal könnte ungestört auf der Terrasse sitzen und Herr Heynkes müsste keine “Think Tanks” bemühen, um seinem E-Mobil-Lobby-Mitstreiter beizuspringen. Evtl. sind dann auch noch genug Fördergelder für die Anschaffung von WSW-Elektro-Bussen übrig, was zweifellos die Hauptsorge der beiden Herren ist.

    Für eine Seilbahnverlängerung nach Cronenberg sehe ich definitiv schwarz. 6900 Einwohner, die sich auf das Quartier Cronenberg-Mitte verteilen, bilden nun mal keinen PVE. Gleichzeitig ist die Straßenverbindung nach Küllenhahn fast genau so lang wie die Luftlinie. Eine mit 21-27 km/h fahrende Seilbahn kann aber auf gleicher Distanz nicht mit einer Linienbusverbindung (17-21 km/h, Ampeln und Haltestellen mitgerechnet) konkurrieren, die unterwegs sämtliche Zwischenhalte bedient und dabei die bestehende Straße nutzt.

  2. Volker Fahrney sagt:

    07.10.2015, 16:00 von Martin Rümmele
    „Seilbahnen in der Stadt wird es in Europa nie geben“

    Michael Doppelmayr. Sein Urgroßvater gründete vor 123 Jahren das Familienunternehmen und baute in der Zwischenkriegszeit den ersten Skilift in Lech. Der Urenkel bringt Seilbahnen in die Städte und will Chinesen für den Wintersport begeistern.

    Das Familienunternehmen Doppelmayr/Garaventa sieht sich selbst als Qualitäts-, Technologie- und Marktführer im Seilbahnbau. Die Gruppe betreibt Produktionsstandorte sowie Vertriebs- und Serviceniederlassungen in mehr als 35 Ländern der Welt und realisierte bis heute über 14.600 Seilbahnsysteme in 89 Staaten. Zuletzt konnte man auch im Personennahverkehr punkten. Im Interview mit WirtschaftsBlatt Vorarlberg skizziert Holdingvorstand Michael Doppelmayr das Potenzial außerhalb des Wintersports und blickt auch zurück auf die heurige Bausaison im heimischen Wintersport.

    Seilbahnsysteme bieten im urbanen Bereich zahlreiche Vorteile. Sie überwinden Wohngebiete, Flüsse und die bestehende Infrastruktur ganz leicht und schweben über sämtliche Verkehrsbehinderungen hinweg. Perfekt in die Stadtplanung integriert, sind einer urbanen Seilbahnlösung generell keine Grenzen gesetzt.

    Klingt nach einer Lösung für viele Verkehrsprobleme. Wie ist die Nachfrage in Europa?

    Hier sieht es ganz anders aus. In Mitteleuropa wird es Seilbahnen in der Stadt nie geben. Das ist vor allem ein generelles rechtliches Problem. Grundstückseigentümer haben hier einen hohen Stellenwert. Fährt eine Seilbahn über ein Gebäude, verletzt es im Grunde Eigentumsrechte. Es wird also bei uns wohl kaum passieren, dass man wie in La Paz ganze Städte mit Seilbahnen aufarbeitet. Dabei wäre das ­Interesse etwa von Städteplanern, aber auch der Bevölkerung sehr groß. Und nicht zuletzt gibt es auch ökologische Komponenten. Es werden keine Flächen verbaut und es ist eigentlich gelebte ­E-Mobilität.

    http://wirtschaftsblatt.at/home/nachrichten/oesterreich/vorarlberg/4837170/Seilbahnen-in-der-Stadt-wird-es-in-Europa-nie-geben

  3. Ich danke der SPD Fraktion im Rat der Stadt ganz ausdrücklich, wie auch jeder anderen die ähnlich handelt, wenn sie sich die gebotene Zeit nimmt dieses Vorhaben zu prüfen.
    Die Seilbahnidee ist auf den ersten Blick eben eine faszinierende und muss jeden Wuppertaler erst einmal begeistern. Der Nachteil der Idee ist, das die Begeisterung deutlich nchlässt, wenn man sich mit den Fakten einlässt. Ich habe das sehr ausdrücklich getan und die Erkenntnisse in unterschiedlichen “Think Tanks” in denen es um die Mobbilitätskonzepte der Zukunft geht, abgeglichen. Das Urteil ist eindeutig und ganz klar. Diese Seilbahn macht an dieser Stelle weder ökonomisch, noch ökologisch, vor allem aber verkehrstechnisch keinen Sinn. Sie wird nie gebaut werden! Sollten die Vertreter des Rates in diesem Sommer aus irgendwelchen Eitelkeiten oder sonstigen Emotionen heraus das Projekt beschliessen, so wird es uns Steuerzahler eben einige Millionen kosten. Aber es wird nichts am Ergebnis ändern. Denn diejenigen die heute nicht in der Lage sein sollten in die Zukunft zu blicken und zu erkennen welche Realität in der grossen Transformation der Mobilität vor uns liegt, werden es dann eben in einigen Jahren erkennen und unser Geld abschreiben. Bedauerlich ist allerdings eines ganz besonders, das die Zeit verloren wurde, endlich zukunftsweisende und klimaneutrale Mobilitätskonzepte für ganz Wuppertal zu entwickeln, weil man sich unnötiger Weise über Jahre mit einem untauglichen Konzept für eine einzige Mobilitätsroute in Wuppertal beschäftigt hat. Das womöglich die Wuppertaler Grünen diesem unglaublichen Spiel aufsitzen betrübt mich zutiefst….

    • Fastfoot sagt:

      Als Landtagskandidat der NRW~Grünen betrübt Sie grüne Lokalpolitik, interessant. Dass Sie die Art der Auseinandersetzung als Spiel selbstherrlich herabwürdigen…
      Naja, Sie können ja auf wissenschaftlich zusammengesetzte Think Tanks zugreifen und deren Ergebnisse abgleichen.
      Politiker glauben oftmals Moderation und Evaluation verinnerlicht zu haben und das ist nicht gut so.

  4. Fh sagt:

    Ich finde die Seilbahn sehr spannend aber die geplanten Kürzungen auf Linien wie der 623, die so gar nicht auf der Relation der Seilbahn liegen, konterkarieren die Idee der Seilbahn, mehr Leute den öpnv zugänglich zu machen. Bitte setzt euch für Kompensation im Busverkehr mit Augenmaß ein! Für mich macht eine Seilbahn auch weiterhin in erster Linie Sinn, wenn sie cronenberg direkt erschließt, d.h.mit einer Station im Ortskern. Umsteigen macht öpnv immer deutlich unattraktiver. Vielleicht Prüfauftrag für Verlängerung direkt dazu?

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