28.01.2026N. Bernhardt
Vorrang für Fahrradstraßen oder für sicheren Radverkehr?

Foto:Auch Teil der tollen, „sicheren“ Nordbahntrasse: der Park+Rail-Parkplatz Vohwinkel.
Fahrradstraßen sind Verkehrsflächen, die grundsätzlich den Radfahrenden vorbehalten sind bzw. auf denen Radfahrende Vorrang haben. Dies schafft Sicherheit und Komfort und trägt dazu bei, das Fahrrad als attraktive Alternative zum Pkw zu nutzen. Um den Radverkehr zu fördern ist eine gute Radverkehrsinfrastruktur essentiell. Hierzu können Fahrradstraßen einen wichtigen Beitrag leisten.
So toll, so sicher, so kinderfreundlich liest sich der erste Absatz der Drucksache VO/0425/25/1-Neuf. [1], über den die Bezirksvertretung Vohwinkel heute zu entscheiden hatte. Denn grundsätzlich ist laut Straßenverkehrsordnung eine Fahrradstraßen grundsätzlich den Radfahrern vorbehalten, genau wie die Autobahn den Autos und die Fußgängerbereiche den Fußgängern.
Ein klitzekleines Detail trübt allerdings Wuppertals sogenannte „Fahrradstraßen“ erheblich: Denn natürlich sollte auch der Ludgerweg im Falle einer 71.000 Euro teuren Umbeschilderung „wir machen aus Tempo 30 mal eben Fahrradstadt“ jeglicher andere (Kraft-) Fahrzeugverkehr per Zusatzzeichen zugelassen werden. Die Verkehrsregeln sind dann per se nämlich dieselben wie in der Tempo-30-Zone.
Wenn Fahrradstraßen ausschließlich dann eingerichtet würden, wenn dadurch sowohl ein subjektiver, als auch objektiver Sicherheitsgewinn entsteht, könnte man betroffene Anwohner eher ins Boot holen. Denn deren Kinder könnten dann direkt vor der Haustüre das sichere Radfahren erlernen. Etwas, das in Wuppertal natürlich nicht funktioniert, wenn selbst Erwachsene sagen, sie führen lieber Auto, weil sie sich aus Angst um ihre Gesundheit mit dem Rad nicht auf Wuppertals Straßen trauen.
In den Niederlanden hätte man natürlich die Anbindung von Nordbahn- und Korkenziehertrasse kreuzungsfrei entlang der Bahnlinien geführt: vom Homanndamm per Brücke die Bahnlinie queren, Radweg südlich zwischen Bahnlinie und P+R-Parkplatz bis Obgruiten weiterführen und dort auf dem alten Bahndamm den Bogen nach Süden schwenken. Brücken stehen alle noch. Zu guter letzt unter der A 46 und L 357 durch, statt diese großartig umfahren oder mit Bettelampel queren zu müssen. Zumindest das Argument „ist kein Platz da“ zieht hier nicht.
Fußnoten
VO/0425/25/1-Neuf.: Einrichtung einer Fahrradstraße in einem Teilabschnitt der Straße Ludgerweg,
https://ris.wuppertal.de/vo0050.asp?__kvonr=34860

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