06.05.2026evangelisch wuppertal
Mehr als Volksmusik
Das Akkordeon ist ein vielseitiges Instrument, mit dem sich längst nicht nur volkstümliche Musik darstellen lässt. Was das "Instrument des Jahres 2026" kann, zeigt das Wuppertaler Akkordeon-Orchester jetzt in zwei Konzerten.

Das Akkordeon ist ein vielseitiges Instrument, mit dem sich – entgegen seinem Ruf – nicht nur volkstümliche Musik darstellen lässt. Was das „Instrument des Jahres 2026“ kann, zeigt das Wuppertaler Akkordeon-Orchester jetzt in zwei Konzerten.
Vom Tango bis zur Musette prägt es weltweit Musiktraditionen. Dennoch galt das Akkordeon hierzulande bisweilen als „Quetschkommode“, die vor allem für Volksmusik gut ist. Diese Zeiten sind vorbei, in den letzten 20 Jahren hat das Akkordeon auch in Deutschland an Ansehen gewonnen. 2026 ist es sogar zum „Instrument des Jahres“ gekürt worden. In Deutschland wird es von etwa 100.000 Menschen gespielt.
In Wuppertal gründete sich bereits 1940 das Wuppertaler Akkordeon-Orchester (WAO), in dem mit der 92-jährigen Helga Stöcker die wohl älteste Akkordeonspielerin der Stadt mitwirkt. Zu hören ist das 15-köpfige Ensemble am Samstag (09.05.) und Sonntag (10.05.) in Vohwinkel und Beyenburg.
Von klassischer Musik bis Pop
Das Programm der beiden Frühjahrskonzerte ist abwechslungsreich: Es gibt Rock, Boogie-Woogie und Popmusik, Operette, klassische Musik und mehr. „Die Stücke, die wir spielen, sind meist speziell für unser Instrument arrangiert“ erklärt Chorleiterin Silke Schneider. Seit 1995 hat die Kirchenmusikerin und Organistin die musikalische Leitung des Akkordeon-Orchesters.

Das Wuppertaler Akkordeonorchester mit Chorleiterin Silke Schneider (Mitte)
Präsentiert werden etwa die schönsten Melodien aus der Operette „Die Fledermaus“ von Johann Strauss. Dazu gibt es ein Wiederhören mit Hits von Queen, Boney M. und Bryan Adams. Die große Bandbreite der Akkordeonmusik wird abgerundet mit dem Tango S.V.P. von Astor Piazzolla und der „Discovery Fantasy“ von Jan de Haan. „Außerdem beweisen unsere drei jungen Nachwuchsspieler Jan Beekmann (15), Lazaros Rousakis (14) und Michael Yakymenko (18) ihre Virtuosität mit zwei Stücken der Gruppe Motion Trio“, sagt Silke Schneider.
Ein musikalischer Alleskönner
In einem Akkordeon stecken hunderte sogenannte Stimmzungen, die durch das Ziehen und Drücken des Luftbalgs in Schwingung versetzt werden. Wie bei einer Orgel lassen sich mit Registern viele Klangfarben erzeugen, und je nach Spieltechnik kann ein- und dasselbe Register auch ganz unterschiedlich klingen.
„Erfunden“ wurde das Instrument erst 1829. Damals hat der österreichische Instrumentenbauer Cyrill Demian ein erstes handharmonikaähnliches Modell patentieren lassen. Obwohl verwandte Handzuginstrumente schon etwas früher (ab ca. 1820) in Berlin und Wien entstanden, gilt das Wiener Patent als Geburtsstunde des „Accordion“. Im 19. und 20. Jahrhundert etablierte es sich in populären Musikkulturen auf der ganzen Welt – etwa im argentinischen Tango, in der Balkanmusik oder im französischen Bal-Musette. Inzwischen hat das Akkordeon einen festen Platz in der Weltmusik und auch im Jazz.
Frühjahrskonzerte des Wuppertaler Akkordeonorchesters
Samstag, 9. Mai 2026, 17 Uhr:
Ev. Gemeindehaus Gräfrather Straße 15
Wuppertal-Vohwinkel
Sonntag, 10. Mai 2026, 17 Uhr:
Klosterkirche
Beyenburger Freiheit 49
Wuppertal-Beyenburg
Der Eintritt ist frei. Am Ausgang wird um einen Beitrag zur Deckung der
Kosten des Nachmittags gebeten.
Text: Sabine Damaschke
Foto: pixabay, Andreas Fischer (WZ)
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