20.07.2026evangelisch wuppertal
Mahnung zur Wachsamkeit
Graf Stauffenberg und das Attentat auf Adolf Hitler: Darin erinnert Wuppertal heute am 20. Juli im Wuppertaler Rathaus. Erstmals findet die Gedenkveranstaltung nicht im Deweerthschen Garten statt. Superintendent Dr. Jochen Denker hält die Rede.

Claus Schenk Graf von Stauffenberg
Graf Stauffenberg und das Attentat auf Adolf Hitler: Darin erinnert Wuppertal heute am 20. Juli im Wuppertaler Rathaus. Erstmals findet die Gedenkveranstaltung nicht im Deweerthschen Garten statt. Superintendent Dr. Jochen Denker hält die Rede.
Vor 82 Jahren versuchte eine Gruppe von Widerstandskämpfern unter der Führung des Wehrmachtoffiziers Claus Schenk Graf von Stauffenberg, Adolf Hitler zu töten. Das Attentat scheiterte und steht bis heute für den Mut und die Entschlossenheit derjenigen, die gegen die Herrschaft des NS-Regimes kämpften. Daher laden die Stadt Wuppertal und Gesellschaft für Christlich-Jüdische Zusammenarbeit jedes Jahr am 20. Juli zu einer Gedenkveranstaltung ein. Sie findet diesmal aufgrund von Sanierungsarbeiten nicht im Deweerthschen Garten, sondern im Barmer Rathaus statt.
Gedenken zum 20. Juli
Die Gedenkstunde beginnt am Montag, 20. Juli, um 17 Uhr im Rathaus der Stadt Wuppertal, Johannes Rau-Platz 1. Auf die Kranzniederlegung wird verzichtet.
Bei der Veranstaltung beschäftigt sich Superintendent Dr. Jochen Denker in seiner Rede zunächst mit der Freiheit und Verantwortung, die unsere Demokratie mit sich bringt, um dann auf einen prominenten protestantischen Unterstützer des Widerstands, den Theologen Dietrich Bonhoeffer zu schauen. Er war in Pläne eingeweiht, Hitler zu stürzen und gehörte zum erweiterten Kreis der Widerstandsgruppe um Stauffenberg.

Superintendent Dr. Jochen Denker (hier in der CityKirche) hält die Rede auf der Gedenkveranstaltung zum 20. Juli.
Bonhoeffer habe sich gefragt, was die Deutschen – einschließlich ihrer Kirchen – in der Masse eigentlich für die abgrundtief bösen Bestrebungen Hitlers so blind werden ließen und spricht von „Dummheit“. Sie sei für ihn ein gefährlicherer Feind als Bosheit gewesen, sagt Denker. Anders als manchem, der heute von der „Dummheit“ rede, sei Bonhoeffer aber die Arroganz und Verachtung, die dabei oft mitschwinge, fremd. Bonhoeffer habe vor Menschenverachtung gewarnt und ihr die Liebe entgegengestellt, als „Wille, in Gemeinschaft zu bleiben“.
Diesen Gedanken teilt der Superintendent mit dem bekannten evangelischen Theologen, wie er betont. Ebenso wie seinen Appell, die Ehrfurcht vor Gott nicht zu verlieren. „Dass Er unsere Gesellschaft aus aller Dummheit zur Mitmenschlichkeit befreit und das unselige Urteilen und Spalten, mit dem wir gerade so beschäftigt sind Einhalt gebiete, ist mein Wunsch – damit es eines 20. Juli und eines gewaltsamen Widerstandes nie wieder bedarf.“
Viele Hinrichtungen nach dem Attentat
Das Attentat vom 20. Juli 1944 galt den Widerständlern als einzige Möglichkeit, das nationalsozialistische Regime zu stürzen, den Zweiten Weltkrieg zu beenden und einen Rechtsstaat zu errichten. Doch es war nicht erfolgreich. Fünf der 24 Anwesenden wurden tödlich verletzt, andere schwer, Hitler selbst nur leicht. Claus Schenk Graf von Stauffenberg wurde noch am Abend des Attentats erschossen.
Die Nationalsozialisten verhafteten und ermordeten nicht nur direkt an der Verschwörung Beteiligte, sondern auch viele Gegner des NS-Regimes. Am 9. April 1945, wenige Wochen vor Kriegsende, wurde auch Bonhoeffer im KZ Flossenbürg auf persönlichen Befehl Hitlers hingerichtet – gemeinsam mit weiteren Widerstandskämpfern.
Text: Veranstalter/KK-sd
Foto: KK/Archiv
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