Im Nebenjob Sargträger

Sein Gesicht kennen die Menschen aus zahlreichen TV-Serien, Filmen und Kinoproduktionen. Doch Schauspieler Oliver Fleischer arbeitet auch als Sargträger. Darüber hat er ein Buch geschrieben, das er am 13. März in der Sophienkirche vorstellt.

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Sein Gesicht kennen die Menschen aus zahlreichen TV-Serien, Fernsehfilmen und Kinoproduktionen. Doch Schauspieler Oliver Fleischer arbeitet auch als Sargträger. Darüber hat er ein Buch geschrieben, das er am 13. März in der Sophienkirche vorstellt.

Seit vielen Jahren ist der Schauspieler Oliver Fleischer im Scheinwerferlicht zuhause. Er ist auf den Theaterbühnen Deutschlands unterwegs, spielt in den verschiedensten Fernseh- und Filmformaten wie Polizeitruf und „Daheim in den Bergen“ mit, hat dreimal den Deutschen Comedypreis und zweimal den Deutschen Fernsehpreis gewonnen.

Seit zwölf Jahren hat er aber auch einen interessanten Nebenjob: Er ist Sargträger. Über eine Zeitungsannonce der Friedhofsgärtner ist er darauf aufmerksam geworden. „Am Telefon wurden mir fünf Fragen gestellt“, erzählt Oliver Fleischer in einem Interview. „Ob ich einen schwarzen Anzug hab, ein weißes Hemd, schwarze Krawatte, schwarze Schuhe und ob ich morgen Zeit hab. Hab ich gesagt, „ja“, und er hat gesagt: „Du hast den Job.“ Weil es werden händeringend deutschlandweit Sargträger gesucht.“

„Im Tod sind alle gleich“

Über seine Erlebnisse hat der Schauspieler ein Buch unter dem Titel „Der Oma hätte das gefallen“ geschrieben, das im März 2024 im Bonifatius Verlag erschien. Darin spricht er über seine Motivation, die Einsichten und Lebensweisheiten, die er während seiner Tätigkeit gewonnen hat, aber auch über allerlei Kurioses, das er in den vergangenen Jahren als Sagträger erlebt hat. In einer Lesung in der Sophienkirche teilt er seine Erlebnisse mit dem Publikum.

Lesung mit Schauspieler Oliver Fleischer

Freitag, 13. März, 18.30 Uhr
Sophienkirche, Sophienstraße 3b
Tickets gibt es für 5 Euro bei Wuppertal-live

Vor der Lesung lädt die Gemeinde um 17.30 Uhr zu einer Informationsstunde rund um die Friedhofskultur ein.

Vor allem eine Erkenntnis hat Oliver Fleischer aus seinem Nebenjob gewonnen: „Egal, an was du glaubst oder was du bist oder was du denkst, die Menschen sind auf keinem Ort dieser Welt so gleich wie auf dem Friedhof. Im Moment der Trauer sind die Menschen alle gleich.“

Akuter Fachkräftemangel bei den Sargträgern

Noch heute arbeitet der Schauspieler als Sargträger – und das nicht nur, weil es ein Bereich ist, in dem akuter Fachkräftemangel herrscht. Für ihn zählt der Dienst am Menschen, die Verstorbenen auf ihrem letzten Weg zu begleiten und diesen einen würdevollen Abschied zu bereiten.

In dem Buch verarbeitet er seine Erlebnisse in Form von tiefgründigen Erkenntnissen und Reflexionen sowie ungewöhnlichen Anekdoten. So erzählt er, dass es vorkommen kann, dass er als Sarg- bzw. Urnenträger der einzige Teilnehmer einer Beerdigung ist.

Aber auch Kurioses hat er erlebt, wie die Situation, die namensgebend für das Buch war: Bei der Beerdigung einer älteren Dame habe sich der Katafalkwagen nach dem Anheben des Sargs in Bewegung gesetzt. Ihm und seinen Kollegen sei es nicht möglich gewesen, den Wagen noch aufzuhalten, sodass der Sarg losgerollt und im Gebüsch gelandet sei. Ein Mitglied der Trauergemeinde war sich sicher: „Das hätte der Oma gefallen.“

Zu Person und Buch

Oliver Fleischer, Jahrgang 1974, wuchs in Bottrop auf. Seine schauspielerische Karriere begann er auf der Theaterbühne. Seit Jahren sieht man ihn regelmäßig in Spielfilmen und TV-Serien. Link zur Homepage von Oliver Fleischer: www.oliver-fleischer.de

Der Oma hätte das gefallen
Bewegende und kuriose Erlebnisse eines Sargträgers
ISBN 978-3-98790-038-9
Klappenbroschur, 256 Seiten, 20 Euro

Text: Gemeinde Elberfeld-West
Redaktion: Sabine Damaschke
Foto: Oliver Fleischer – © Oliver Betke

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