Freiwillige starten Protestbriefaktion

Die Bundesregierungen plant massive Kürzungen bei ihrem Freiwilligendienstprogramm "weltwärts". Mit einer Briefaktion an Bundestagsabgeordnete protestieren deutsche und internationale Freiwillige der VEM dagegen.

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Die Bundesregierungen plant massive Kürzungen bei ihrem Freiwilligendienstprogramm „weltwärts“. Mit einer Briefaktion an ihre Bundestagsabgeordneten protestieren deutsche und internationale Freiwillige der Vereinten Evangelischen Mission (VEM) dagegen.

Sie kommen nicht nur aus Deutschland, sondern auch aus Argentinien, Botswana, Hongkong, Indonesien, Ruanda und Tansania: Junge sozial engagierte Menschen, die über die Vereinte Evangelische Mission (VEM) einen Freiwilligendienst geleistet haben, protestieren jetzt gegen die Kürzungen des weltwärts-Programms. Es unterstützt seit 2008 Freiwilligendienste für junge Deutsche in Ländern des Globalen Südens, um zivilgesellschaftliche Strukturen zu stärken.

Seit 2014 können sich auch junge Leute aus den Einsatzländern für ein Freiwilligenjahr in Deutschland bewerben. Insgesamt 44.500 Deutsche sind nach Angaben des Programms in den vergangenen Jahren ausgereist und rund 4.000 Süd-Nord-Freiwillige gekommen. Nun plant die Bundesregierung massive Kürzungen für das Programm.

Haushaltsberatungen über „weltwärts“ im November

Die Haushaltsberatungen für 2027 laufen und der Haushaltsausschuss klärt strittige Fragen in seiner Bereinigungssitzung am 12. November. Am Freitag, 27. November 2026, stimmt der Bundestag namentlich über den Haushalt ab. Freiwillige der Vereinten Evangelischen Mission (VEM), der Norddeutschen Mission (NM) und der Weltmission der Evangelisch-methodistischen Kirche (EMK) protestieren jetzt in Briefen an ihre jeweiligen Bundestagsabgeordneten gegen die Kürzungen.

Bereits im Haushalt 2026 kürzte der Bund das Programm um vier Millionen Euro. Der größte Teil der Einsparungen geht zulasten der Trägerorganisationen, die Freiwillige ins Ausland entsenden. Insbesondere große Trägerorganisationen wie die VEM spüren diese Kürzungen.

Freiwilligenprogramm mit langer Geschichte

Die VEM entsendet seit den 1980er-Jahren Freiwillige und nimmt seit den frühen 2000er-Jahren Freiwillige aus Afrika und Asien auf. Dank weltwärts konnte sie die Zahl ihrer Freiwilligen deutlich erhöhen und den internationalen Austausch zwischen jungen Menschen aus Afrika, Asien und Deutschland intensivieren. „Für uns als VEM war weltwärts ein entscheidender Schritt, um die Qualität und Reichweite unserer Freiwilligendienste auszubauen“, erklärt Lisa Bergmann, Teamleiterin der Freiwilligenprogramme bei der VEM.

Sie halte es für ein falsches Signal, gerade jetzt an einem Programm zu sparen, das internationale Verständigung und zivilgesellschaftliches Engagement stärke, betont die VEM-Mitarbeiterin. „Ich erlebe seit fast zehn Jahren, welchen Unterschied internationale Freiwilligendienste für junge Menschen und unsere Mitgliedsorganisationen machen. Die geplanten Kürzungen bei weltwärts würden eine Arbeit treffen, die über Jahrzehnte gewachsen ist und nachhaltige Wirkung entfaltet.“

Die Vereinte Evangelische Mission

Die Vereinte Evangelische Mission (VEM) mit Büros in Wuppertal, Pematangsiantar (Indonesien) und Daressalam (Tansania) ist eine internationale, gleichberechtigte Gemeinschaft von 39 Mitgliedern, darunter 32 evangelische Kirchen in Afrika und Asien sowie sechs deutsche Landeskirchen und die v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel. Die VEM verfolgt konsequent ein ganzheitliches Missionsverständnis. Dazu gehört, die Lebensumstände notleidender und benachteiligter Menschen unter Achtung ihrer persönlichen Würde und Berücksichtigung ihres kulturellen Kontexts zu verbessern.

Text und Foto: VEM
Redaktion: Sabine Damaschke

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