Ein Kreuz für die Trasse

Die Wichernkapelle an der Nordbahntrasse bekam heute endlich ein Kreuz an die Seite gestellt - aus 7 Tonnen Stahl.

Sieben Tonnen schwer, sieben Meter hoch: Das neue Kreuz an der Wichernkapelle wurde heute endlich aufgestellt. Und es wird vermutlich nicht das gleiche Schicksal erleiden, wie das kleine Wichern-Kreuz aus Holz aus dem Inneren der Kapelle. Dieses leichte Kreuz wurde herausgebrochen und mitgenommen. Deshalb hatte Jürgen Wagner, Geschäftsführer des Wichernhauses, heute bei aller Wehmut über den Diebstahl doch auch eine gute Nachricht: „Das neue Kreuz wird wenigstens nicht geklaut!“

Wie auch: Heute musste extra die Trasse gesperrt werden, damit ein Schwerlastkran in Position fahren konnte, um die sieben Tonnen Schwebebahnstahl in das vorgesehene Fundament zu stellen. Alle klappte reibungslos und nach zwei Stunden konnte schon Vollzug gemeldet werden.

Auch der Künstler des Kreuzes war gespannt und glücklich: „Ich hatte immer die Idee, wie es aussehen könnte, aber in der Realität sieht es noch besser aus“, sagte Werner Gassmann, ehemaliger Wuppertaler und heute in Freiberg bei Dresden lebender Stahlkünstler, der u.a. mit seinen „Zangenkreuzen“ verschiedene Spuren auch in Wuppertaler Kirchen hinterlassen hat.

Vor drei Jahren hat er die letzte Stütze, die die WSW im Schwebebahnhof Werther Brücke austauschten, übernommen und mit einem weiteren Stück Schwebebahnstahl aus der ersten Stütze am Bahnhof Vohwinkel zu einem Kreuz verbunden. Aufgerissener und ausgebrannter Stahl bilden nun einen monumentalen, aber in der Ebene des Bergischen Plateaus schon fast zarten Hinweis auf die Nutzung der Kapelle an der Trasse. Und das in faszinierendem Gegensatz zur leichten Architektur der Kapelle aus Holz und Glas.

Ein ausführliches Hinweisschild wird demnächst Geschichte und Bedeutung des Kreuzes aufzeigen.

text und fotos: werner jacken

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