Besorgte Grüße zum jüdischen Neujahrsfest

Heute (11.09.) beginnt das jüdische Neujahrsfest. Dazu gratuliert der Kirchenkreis der jüdischen Gemeinde in Wuppertal und wünscht ihr Gottes Segen. Mit Vertretern aus Politik und Religion zeigt er sich besorgt über die Anfeindungen gegen Jüdinnen und Juden in Deutschland.

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Heute (11.09.) beginnt das jüdische Neujahrsfest Rosch HaSchana. Dazu gratuliert der Kirchenkreis der jüdischen Gemeinde in Wuppertal und wünscht ihr Gottes Segen. Mit Vertretern aus Politik und Religion zeigt er sich besorgt über die Anfeindungen gegen Jüdinnen und Juden in Deutschland.

Zum jüdischen Neujahrsfest gratulieren die beiden Superintendenten Katharina Pött und Dr. Jochen Denker im Namen des Kirchenkreises Wuppertal der jüdischen Kultusgemeinde und wünschen ihr den reichen Segen unseres treuen Gottes. Zugleich bekräftigen sie, dass die evangelische Kirche an der Seite der Jüdinnen und Juden in Wuppertal steht. „Es ist uns ein großes Anliegen, dass jüdische Menschen in Wuppertal und ganz Deutschland frei, sichtbar und sicher leben können.“ Die zunehmenden Anfeindungen und antisemitischen Angriffe, denen Jüdinnen und Juden ausgesetzt sind, seien „beschämend und fordern ein klares Bekenntnis, dass jüdisches Leben in Deutschland gewollt und geschützt ist“.

Zum jüdischen Neujahrsfest betonen auch zahlreiche Vertreter:innen aus Politik und Religionsgemeinschaften ihre Solidarität und rufen zu mehr Engagement gegen Judenhass auf. „Es darf uns niemals ruhen lassen, wenn Jüdinnen und Juden in Deutschland Anfeindungen auf der Straße oder in Universitäten ausgesetzt sind, wenn sie bedroht, beschimpft oder gar angegriffen werden“, heißt es einem Schreiben von Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier.

„Demokratie ist keine Selbstverständlichkeit“

Nach dem Wahlsieg der AfD bei der Landtagswahl in Sachsen-Anhalt gelte ihre große Sorge der jüdischen Gemeinschaft, erklärt die Ratsvorsitzende der Evangelischen Kirche in Deutschland (EKD), Kirsten Fehrs. „Jede Form von Antisemitismus, jede Bedrohung, jede Relativierung jüdischer Sicherheit ist auch ein Angriff auf unsere menschenrechtsorientierte Demokratie und widerspricht unserem christlichen Selbstverständnis und unserer Verantwortung in diesem Land“, schreibt Fehrs.

Auch die Landeskirchen und Bistümer in NRW mahnen in ihrem ökumenischen Grußwort zu Rosch HaSchana, Demokratie sei keine Selbstverständlichkeit. „Sie kann nur existieren, wenn Menschen sich aktiv für sie einsetzen.“ Dies sei gerade heute nötig, wo Feinde der Demokratie die Mittel des demokratischen Rechtsstaates nutzten, um diesen abzuschaffen. Antisemitische und antidemokratische Einstellungen gingen dabei oft Hand in Hand: „Wer die Demokratie einschränkt, diskriminiert Menschen und grenzt sie vom gesellschaftlichen Leben aus.“

Neujahrsfest erinnert an religiösen Bund mit Gott

Das Neujahrsfest erinnert Jüdinnen und Juden an den Bund zwischen Gott und dem Volk Israel. In diesem Jahr geht es von Freitagabend und bis Sonntag (11.-13.09.). Anschließend beginnen zehn Bußtage, die mit dem wichtigsten jüdischen Feiertag Jom Kippur, dem Versöhnungstag, enden.

Typisch für das Fest ist das Blasen des Widderhorns, des Schofars, mit dem zu Gebet und Buße aufgerufen wird. Der Gebetsraum in der Synagoge wird zu Rosch HaSchana festlich geschmückt. Die Feiertage sollen die Menschen veranlassen, in sich zu gehen, sich vom Bösen abzuwenden und gut zu handeln. In der jüdischen Tradition hat das Neujahrsfest den Charakter eines Gerichtstags: Es symbolisiert das Gericht Gottes über die Menschen und die Verantwortung des Menschen für sein eigenes Tun – nicht nur vor den Menschen, sondern auch vor Gott.

Text: Sabine Damaschke (mit epd)
Foto: pixabay/JoshMB

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