Abschied und Neubeginn

Nach 15 Jahren an der Spitze des evangelischen Kirchenkreises geht Superintendentin Ilka Federschmidt in den Ruhestand. Ihr Amt übernehmen Pfarrerin Katharina Pött und Pfarrer Jochen Denker. In der Gemarker Kirche wird das am Sonntag (15.03.) in einem Gottesdienst mit dem rheinischen Präses gefeiert.


Nach 15 Jahren an der Spitze des evangelischen Kirchenkreises geht Superintendentin Ilka Federschmidt (im Bild rechts) in den Ruhestand. Ihr Amt übernehmen Pfarrerin Katharina Pött und Pfarrer Jochen Denker. In der Gemarker Kirche wird das am Sonntag (15.03.) in einem Gottesdienst mit dem rheinischen Präses gefeiert.

Seit 2011 hat Ilka Federschmidt den Kirchenkreis Wuppertal geleitet und in einer Phase tiefgreifender Veränderungen begleitet. „Unsere Kirche wird kleiner und muss an vielen Stellen sparen, was schmerzhaft und auch mit Trauer verbunden ist“, sagt sie. „Doch mitten in unserem Veränderungsprozess hier im Kirchenkreis mit seinen Gemeinden, den kreiskirchlichen Aufgaben in Seelsorge, Bildung, Musik, Citykirche und mit unserer Diakonie habe ich auch viel Aufbruch, Engagement und Freude an der Gestaltung neuer Ideen und Strukturen erlebt.“

Besonders hebt die Theologin die Intensivierung der Zusammenarbeit zwischen den 17 Gemeinden des Kirchenkreises hervor, die sich bis zum Jahr 2030 in sechs Kirchengemeinden zusammenschließen werden. „Dabei haben wir auf Kommunikation, Vertrauensbildung und Beteiligung gesetzt, und das hat sich gelohnt“, so ihre Bilanz.

Gottesdienst zur Verabschiedung und Einführung

Zur Einführung der neu gewählten Superintendenten und des Synodalassessors Frank Schulte sowie Verabschiedung von Superintendentin Ilka Federschmidt lädt der Kirchenkreis am Sonntag, 15. März, ein. Der Gottesdienst mit dem rheinischen Präses Dr. Thorsten Latzel findet um 14 Uhr in der Gemarker Kirche (Zwinglistraße 5) statt. Anschließend gibt es noch einen Empfang mit Begegnung, Gespräch und Imbiss.

Es entstünden neue diakonische und geistliche Projektideen, die das gemeinsame Handeln im Quartier stärken könnten und Christ:innen internationaler Herkunft miteinbinden. „Im Wesentlichen ist der Veränderungsprozess für mich ein geistlicher Prozess, bei dem die Orientierung am Auftrag Jesu Christi für seine Kirche vor Augen steht.“

Erinnerungskultur stärken, Aufarbeitung vorantreiben

Ein Projekt, das Ilka Federschmidt besonders am Herzen liegt, ist der Gedenk- und Lernort Kemna auf dem Gelände des ehemaligen Bergischen Konzentrationslagers. „Als Kirche setzen wir uns dafür ein, dass das schwere Unrecht an den Menschen, die dort zwischen 1933 und 1934 inhaftiert waren, nicht vergessen wird. Die Kirche stand damals nicht an ihrer Seite und hat sich schuldig gemacht.“ Es gehe darum, durch die Auseinandersetzung mit dieser Vergangenheit für die Gegenwart zu lernen und wachsam zu sein.

Selbstkritisch sieht die scheidende Superintendentin auch auf den Umgang mit sexualisierter und erzieherischer Gewalt in ihrer Kirche. In ihrer Amtszeit hat sie einen deutlichen Fokus auf die Aufarbeitung und Prävention gesetzt. „Wir müssen aus den Fehlern von damals lernen“, sagt sie. „Das Leid der Betroffenen können wir niemals ungeschehen machen, aber wir können einen kleinen Teil dazu beitragen, dass sie sich gesehen und in ihrem Leid gewürdigt fühlen.“

Neue Doppelspitze in der Leitung

Mit großer Dankbarkeit und viel Hoffnung für ihre Kirche blicke sie auf ihre Amtszeit zurück, betont Ilka Federschmidt. „Dazu gehört für mich auch, dass wir nun ein geteiltes Superintendentenamt mit zwei erfahrenen und engagierten Pfarrpersonen erproben, die Gemeindebezug und Gesamtverantwortung im Kirchenkreis miteinander verbinden“, erklärt sie.

Das neue Leitungsmodell gilt als kirchliches Pilotprojekt und wird von der Evangelischen Kirche im Rheinland begleitet. Katharina Pött, Pfarrerin der Gemeinde Langerfeld, und Dr. Jochen Denker, Pfarrer der reformierten Gemeinde Ronsdorf, werden die Aufgabe gleichberechtigt wahrnehmen und zugleich jeweils mit halber Stelle in ihren Gemeinden tätig bleiben.

„Wir möchten Gemeinde und Kirchenleitung auf eine Weise verbinden, die Raum für Vielfalt und Kreativität schafft“, erklären Katharina Pött und Jochen Denker. „Wir brauchen eine Kirche, in der Menschen gemeinsam ihren Glauben leben, seelsorglich füreinander da sind und diakonisch-nachbarschaftlich zusammenhalten.“

Text: Sabine Damaschke
Foto: Frank Schulte

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