11.07.2026

BUGA „Circular“ am Kinderfest

Bunte Gläser, große Worte – und die Frage nach echter Nachhaltigkeit

Beim Zoo‑Kinderfest in Wuppertal präsentierten sich BUGA 2031 und die Stadt‑App Bliggit mit einer „Upcycling“-Aktion: Kinder verzierten gespendete Einweg‑Gläser und nutzten sie als Mini‑Pflanzgefäße – garniert mit Samen und der Botschaft vom gemeinsamen „Zusammenwachsen“. Nett, niedrigschwellig – doch wie viel echte Zirkularität steckt dahinter, wenn die BUGA zugleich Brücke, Seilbahn und Parkhaus plant?

Die Aktion: Altglas, Bastelpapier, Kleber, ein paar Samen – fertig ist das „Upcycling“. Pädagogisch kann so etwas wirken: Kinder erleben, dass Dinge ein zweites Leben haben können. Materiell ist der Effekt jedoch klein. Glas lässt sich industriell effizient recyceln; ökologischer Mehrwert entsteht nur, wenn das wiederverwendete Produkt eine reale Neuanschaffung langfristig ersetzt.

Der Tauglichkeitscheck: Ein Glas ist ohne Ablaufloch ein schlechtes Pflanzgefäß. Staunässe, Licht an den Wurzeln, kurze Lebensdauer – die „Halbwertszeit“ solcher Mitmach‑Töpfe ist oft gering. Wird das Gefäß bald doch entsorgt, wurde der Recyclingstrom nur verzögert. Dann bleibt vor allem die Beschäftigung – nicht der Beitrag zur Kreislaufwirtschaft.

Die Erzählung: Auf der BUGA‑Seite rahmt man die Bastelstation als Teil der „Circular BUGA“. Das erzeugt ein freundliches Bild – aber überblendet den Maßstab. Eine Bundesgartenschau ist kein Bastelworkshop. Sie greift in Flächen, Wege und Verkehrsströme ein und bindet Ressourcen im großen Stil.

Der Kontrast: Geplant sind u. a. eine Hängebrücke, eine Seilbahn samt Parkinfrastruktur – teils im Wald, nicht auf Industriebrachen. Das hat Baustoff‑, Bau‑ und Betriebsemissionen, Eingriffe in Naturhaushalt und Folgewirkungen auf Mobilität. Wer hier „zirkulär“ sagt, muss mehr liefern als Samen‑Tütchen mit „Zusammen wachsen“.

Was echte Zirkularität bedeuten würde:

Nachweis statt Narrativ: belastbare Lebenszyklusanalysen (LCA) für Brücke, Seilbahn und Parkhaus – Bau, Betrieb, Instandhaltung, Rückbau.
Design for Disassembly: modulare Konstruktionen, Materialpässe, dokumentierte Wiederverwendung, Minimierung von Versiegelung.
Mobilitätswende statt Automehrverkehr: Erreichbarkeit primär per ÖPNV (Schwebebahn, S‑Bahn, Bus), Fuß‑ und Radwege, striktes Parkraummanagement.
Monitoring und Transparenz: veröffentlichte Kennzahlen statt Image‑Vignetten.
Mein Fazit: Die Gläser‑Bastelei ist als Familienprogramm in Ordnung – als „Circular“-Beleg für eine BUGA mit Großprojekten taugt sie nicht. Wer Nachhaltigkeit groß verspricht, sollte sie im Großen belegen: auf der Waage von Tonnen Stahl und Beton, nicht auf der Waage von Bastelpapier.

Drei Prüffragen für künftige „Nachhaltig“-Claims

Ersetzt es etwas Neues – und wie lange? Wenn nein, ist es Deko.
Ist der große Hebel adressiert? Energie, Material, Fläche, Verkehr – nicht nur Symbole.
Gibt es veröffentlichte Zahlen? LCA, Materialpässe, Mobilitätsbilanz – nicht nur Schlagworte.

Wer Kinder fürs Thema gewinnen will, kann das ehrlicher tun: Reuse, das wirklich ersetzt (Vorratsgläser, Kräutertöpfe mit Innentopf), Reparatur‑Workshops, Leih‑ statt Kaufmodelle. Und parallel die großen BUGA‑Hebel offenlegen – dann wächst tatsächlich zusammen, was zusammengehört: Anspruch und Wirklichkeit.

All das ist jedoch nicht zu erkennen und zu erwarten. Sicherlich wird sich im Rahmend er BUGA bemüht etwas besser zu machen aber ist es deswegen auch gut? Der Klimacheck wird auf jeden fall negativ ausfallen…. außer es wird wie bei der Rasenheizung im Zoo Stadion damit Argumentiert das Rasen wächst und CO2 bindet. 

Nun eines hat die BUGA gGmbH allerdings drauf das ist das Marketing…. gute Werbebotschaften. Wie ein Erdbeere Joghurt mit leckeren Erdbeeren als Werbebotschaft auf der Verpackung. In der Inhaltsangabe im Kleingedruckten allerdings nicht wirklich wieder zu finden. Fruchtzwerge sind zwar lecker und Süß allerdings nicht so Gesund wie versprochen. 

 

Zitat von der Homepage der BUGA „

Schonung endlicher Ressourcen

Unsere Erde besitzt nur begrenzte Mengen an Rohstoffen wie Metallen, Seltenen Erden oder fossilen Energieträgern. Wenn wir Materialien im Kreislauf halten, minimieren wir den zerstörerischen Abbau neuer Ressourcen und schützen bedrohte Ökosysteme.

2. Drastische CO₂-Einsparung

Die Gewinnung und Verarbeitung von Primärrohstoffen verbraucht gigantische Mengen an Energie. Das Einschmelzen von recyceltem Glas oder die Wiederverwendung von Baumaterialien benötigt nur einen Bruchteil dieser Energie. Kreislaufwirtschaft ist somit ein mächtiges Werkzeug im Kampf gegen den Klimawandel.

Keine neue Erkenntnis oder? Nun die frage ist wie viel Ressourcen werden allein für die Hängebrücke als auch Seilbahn verwendet? Eine frage die durchaus auch schon im Rat der Stadt Wuppertal zumindest für die Hänegbrücke gestellt wurde allerdings nicht mit Zahlen beantwortet wurde. Blumige Worte das es noch nicht feststeht war alles was als Antwort geliefert wurde. 

Wann kann ich also damit rechnen das die BUGA gGmbH dazu aufruft leere Blechdosen zum BUGA Lokal zu bringen damit daraus die ca 180 tonnen Stahl für die Hängebrücke gewonnen werden kann?  

Upcycling beim Zoo-Kinderfest Wuppertal: Kinder entdecken Kreislaufwirtschaft mit BUGA31 & bliggit — BUGAtal

 

SessionNet | Antwort zur Großen Anfrage der Fraktion Linkes Bündnis Wuppertal vom 13.06.2025 – BUGA31: Soziale und ökologische Vergabekriterien für die Hängeseilbrücke

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