10.03.2026

BUGA 2031 in Wuppertal: Wollen wir nicht

oder können wir nicht nachhaltig sein?



Die Bundesgartenschau 2031 in Wuppertal wird seit Jahren als nachhaltiges Stadtentwicklungsprojekt präsentiert. Neue Mobilitätskonzepte, weniger Autoverkehr, möglichst keine zusätzliche Flächenversiegelung – so lauteten zentrale Versprechen im Vorfeld des Bürgerentscheids und in vielen politischen Debatten.

Doch wenn es um konkrete Entscheidungen geht, stellt sich zunehmend eine andere Frage: Wollen wir diese Ziele wirklich umsetzen – oder können wir es schlicht nicht?

Zwei Bürgeranträge nach §24 GO NRW sollten genau das testen.

Der erste Vorschlag regte an, mit Unternehmen im Bereich Bockmühle / Öhder Straße Gespräche zu führen, um mögliche Parkflächen auf bereits versiegelten oder brachliegenden Grundstücken zu prüfen.
Der zweite Antrag schlug eine Kooperation mit der Firma Clees im Bereich des Wicküler Parks vor. Dort existieren Parkdecks, ein Parkhaus und größere Flächen in unmittelbarer Nähe zur Schwebebahn, zur S-Bahn und zur B7.

Beide Vorschläge hatten ein einfaches Ziel:
Bevor neue Flächen geopfert werden, sollten bestehende Flächen geprüft werden.

Gerade an Wochenenden und Feiertagen – also zu Zeiten mit besonders vielen BUGA-Besuchern – stehen viele dieser Flächen ohnehin leer. Gleichzeitig wäre die ÖPNV-Anbindung in beiden Fällen hervorragend.

Die Antwort der Verwaltung ist jedoch in beiden Fällen identisch:
Die Bürgeranträge sollen abgelehnt werden.

Dabei fordert die aktuell laufende Mobilitätsplanung der BUGA ausdrücklich, vorhandene Parkplatzreserven zu recherchieren und mögliche Flächen für temporäre Parkplätze zu prüfen. Genau das wollten die beiden Anträge erreichen.

Dass selbst eine einfache Kontaktaufnahme mit möglichen Flächeneigentümern nicht erfolgen soll, wirft daher eine grundsätzliche Frage auf:
Geht es hier wirklich um fehlende Möglichkeiten – oder schlicht um fehlenden politischen Willen?

Auch beim Thema Besucheranreise zeigt sich ein ähnliches Bild. Während Shuttleverkehre innerhalb der BUGA-Arealstruktur vermutlich im Eintrittspreis enthalten sein werden, scheint die Nutzung von Bus, Bahn und Schwebebahn für viele Besucher nur über zusätzliche Kombitickets möglich zu sein.

Damit entscheidet am Ende eine ganz einfache Rechnung:

Ist das Parkticket günstiger als der Aufpreis für den ÖPNV, wird ein großer Teil der Besucher mit dem Auto kommen.

Bei erwarteten rund zwei Millionen Besuchern kann diese Preisgestaltung schnell über Hunderttausende zusätzliche Autofahrten entscheiden.

Die beiden Bürgeranträge waren daher bewusst als Test gedacht:
Wird die Idee einer nachhaltigen Mobilität wirklich ernst genommen – oder bleibt sie ein schönes Schlagwort?

Die bisherige Antwort fällt ernüchternd aus.

Eine Bundesgartenschau, die Nachhaltigkeit zu ihrem Markenkern erklärt, sollte gerade bei Mobilität und Flächennutzung mit gutem Beispiel vorangehen.

Sonst bleibt am Ende nur eine unbequeme Frage:

Wollen wir nicht nachhaltig sein – oder können wir es nicht?  

Aktuelle Stellenangebote:

 

Quellen: SessionNet | Bürgerantrag gemäß § 24 GO NRW – Parkplätze für die BUGA 2031

SessionNet | Bürgerantrag gemäß § 24 GO NRW – Prüfung einer Kooperation mit der Firma Clees zur Nutzung von Parkflächen für die BUGA 2031

 

Anmelden

Aktuelle Stellenangebote:

Kommentare

Neuen Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert