17.04.2026

BUGA 2031 – Brücke der großen Worte

meine persönliche Sichtweise


Aus beruflichen Gründen konnte ich am heutigen Nachmittag nicht an der Sitzung des Beirats der Unteren Naturschutzbehörde teilnehmen – der tagte bereits um 15 Uhr. Also blieb mir nichts anderes übrig, als mich auf die Berichterstattung der WDR Lokalzeit Bergisches Land zu stützen.

Dort wurde der Beitrag, wie so oft, mit ein paar Sequenzen der 3D-Animation eröffnet. Dann folgten die obligatorischen „Meinungsbilder“ von zufällig befragten Passanten – ein paar Pro-Stimmen, ein paar Kontra-Stimmen. Nichts, was Substanz hätte, aber ein gewohnter medialer Rahmen.

Erst danach kamen die eigentlichen Stimmen zu Wort: Beate Petersen vom BUND Wuppertal und Susanne Brambora-Schulz, Geschäftsführerin der BUGA gGmbH. Petersen kritisierte erwartungsgemäß die massiven Eingriffe in die Natur – insbesondere das Fällen von Bäumen, neue Baustraßen und die Flächenversiegelung im Bereich zwischen Kaiserhöhe und Königshöhe. Die Gegenseite versuchte wiederum, mit den bekannten Argumenten zu beschwichtigen: Man gehe „sensibel vor“, „schaffe Ersatzflächen“ und werde „an anderer Stelle entsiegeln“.

Ein Ergebnis aus dem Beirat liegt bislang noch nicht vor. Die Arbeitsgruppe will bis Ende des Monats eine Empfehlung abgeben. Was aber bereits jetzt auffällt: Die Verwaltung und insbesondere die BUGA gGmbH scheinen bislang wenig Interesse daran gehabt zu haben, die tatsächlichen Auswirkungen ihres Vorhabens konkret darzustellen. Auf den Karten sollen ein paar bunte Kreise die betroffenen Bereiche markieren – doch selbst im Befreiungsantrag fehlen dazu nachvollziehbare Erläuterungen.

Da fragt man sich, ob hier jemand schlicht keine Lust hatte, seine Hausaufgaben zu machen – oder ob lieber bewusst mit unklaren Angaben gearbeitet wurde, um den Eingriff harmloser erscheinen zu lassen. Genau diese Bewertung wäre aber nötig, um über die Legitimität des Projekts zu entscheiden: Ist es eine touristische Attraktion, die man „irgendwie schön“ findet, oder eine tatsächlich notwendige Wegebeziehung? Momentan wirkt es, als wolle man das möglichst vage halten – eine Taktik, die leider auch in anderen Bereichen dieser BUGA-Planung kein Einzelfall ist.

Apropos Taktik: Während in Wuppertal diskutiert wurde, war Susanne Brambora-Schulz in Neuss unterwegs – dort wurde die Landesgartenschau eröffnet, ideale Gelegenheit also, ein paar „Seilschaften zu pflegen“. Ihr dortiges Statement lautete:

„ Das Wuppertaler Planungsteam ist heute bei der Eröffnung der Landesgartenschau in Neuss. Die Diskussion in Wuppertal beobachtet die Buga-Geschäftsführerin aber natürlich genau. Ich finde das berechtigt. Das ist die Funktion des BUND, dass er natürlich genau darauf achtet, was bei Baumaßnahmen passiert. Aber wir versuchen, diese Eingriffe sehr sensibel vorzunehmen. Natürlich immer im Sinne des BUND und natürlich auch entsprechende Ersatzflächen zu schaffen. Was bedeutet das zum Beispiel in Sachen Flächenversiegelung? Dass wir im Prinzip an anderer Stelle viel pflanzen, dass wir entsiegeln. Natürlich nicht an dem Ort, wo wir gerade bauen, aber dafür an vielen anderen Stellen bei unserer Bundesgartenschau.“  Quelle https://www.ardmediathek.de/video/lokalzeit-bergisches-land/wdr-lokalzeit-bergisches-land-oder-16-04-2026/wdr-wuppertal/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLXNvcGhvcmEtZjE0ZWVmNDMtODk3Yi00MDA3LWE5ZWQtM2Q1MzgzZTVlNzQx?

Man könnte fast den Eindruck bekommen, es handelte sich um ein freundliches Kaufangebot in Richtung des BUND.

Doch wenn wir uns inhaltlich mit dem Thema befassen, zeigt sich schnell: Innerhalb der geplanten BUGA-Kernareale werden kaum Flächen entsiegelt. Denn die liegen nicht auf ehemaligen Industrie- oder Brachflächen wie etwa bei der BUGA Mannheim, wo tatsächlich großflächig Boden zurückgewonnen wurde. In Wuppertal hingegen sind viele der Flächen bereits heute grün – selbst das Lokschuppenareal kann nicht als „versiegelt“ gelten. Dort ist die Natur längst zurückgekehrt. Insofern wirken solche Entsiegelungsversprechen wie reine Schönfärberei.

Diese Art von Rhetorik zieht sich durch: Schon beim WDR-Stadtgespräch im Bahnhof Vohwinkel hatte Brambora-Schulz erklärt, auf der Königshöhe seien „nur ein paar Bäume“ betroffen – genaue Zahlen konnte sie allerdings nicht nennen. Dabei wäre das wohl das Mindeste: zu wissen, wie viele Bäume für die BUGA tatsächlich fallen sollen.

Denn am Ende gilt, Jeder Baum zählt.

Quellen: 

https://www.ardmediathek.de/video/lokalzeit-bergisches-land/wdr-lokalzeit-bergisches-land-oder-16-04-2026/wdr-wuppertal/Y3JpZDovL3dkci5kZS9CZWl0cmFnLXNvcGhvcmEtZjE0ZWVmNDMtODk3Yi00MDA3LWE5ZWQtM2Q1MzgzZTVlNzQx?

SessionNet | Beirat bei der unteren Naturschutzbehörde – 16.04.2026 – 15:00 Uhr 

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