25.05.2010

Archäologie Ausgrabung Burg Elberfeld Frank Meyer

Sind die Elberfelder tatsächlich auf ihre „verlorene Vergangenheit“ gestoßen?

Bei Bauarbeiten im Turmhofviertel in Elberfeld wurden jahrhundertealte Fundamente entdeckt. Angeblich handelt es sich bei dem Mauerwerk um Reste der Burg Elberfeld.

2010-05-25_Turmhof Kreuzung Schoene Gasse Burg Elberfeld Archäologe

170 cm in der Breite messen die Überreste des freigelegten Fundamentes, und gerade diese ungewöhnliche Breite ist es, die Denkmalpfleger und Archäologen schwärmen lässt. Man sei „fast sicher“, die Außenmauer des Hauptgebäudes der Burganlage aus dem 14. Jahrhundert gefunden zu haben, wird einer der Archäologen in einer Pressemitteilung der Stadtverwaltung zitiert. Nun soll nach dem weiteren Verlauf der Mauer gefahndet und gar nach einem vermuteten Wassergraben gebuddelt werden.

Der städtische Denkmalpfleger Uwe Haltaufderheide freut sich über das nach Angaben der Stadt große Interesse der Wuppertaler an den Ausgrabungen: „Offenbar sind die Elberfelder hier auf ihre verlorene Vergangenheit gestoßen.“ Inzwischen hat sich der Auftrieb der Schaulustigen wieder etwas gelegt. „Hasse dafür jahrelang studiert, um hier anne Steine rumzukratzen?“ wollte am Dienstagmorgen ein Passant von einem der Archäologen wissen.

Die angeblichen Reste der verlorenen Elberfelder Vergangenheit werden nach der archäologischen Begutachtung wieder im Untergrund verschwinden. Der Graben wird mit Sand verfüllt. Baudezernent Frank Meyer will in der Sache aber am Ball bleiben: „Selbstverständlich überlegen wir, wie die Ausgrabungen und ihr historisches Erbe den Wuppertalern erhalten bleiben, sei es nun durch Schautafeln oder ähnliches.“

Die erste Erwähnung einer „Fliehburg“ in Elberfeld datiert auf das Ende des ersten Jahrtausends. 1366 ist erstmals explizit von einer „Burg“ die Rede, die der Adelsfamilie Elverfelde gehörte. Als wehrtechnische Anlage bestand die Burg vermutlich nur zwischen 1350 und 1500. Am 18. April 1536 fiel die Burg einem Brand zum Opfer, verursacht von einem gewissen Eckhardt Wichelingshaußen, der eine brennende Lunte unbeaufsichtigt liegen ließ. Die bürgerliche Siedlung wurde schnell wiederaufgebaut, die Burg dagegen blieb verfallen. 1603 ebnete man ihr Gelände ein, vermaß, parzellierte und verkaufte es 1605. Noch heute erinnern die Straßen „Turmhof“ und „Burgstraße“ an die vergangene Geschichte. Ob der Straßenname Wall auf die Burg- oder die Stadtbefestigung zurückzuführen ist, ist unklar.

Wikipedia.

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Foto: Georg Sander

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