Lebenshilfe Wuppertal: „Immer ein offenes Ohr“

Dr. Doris Becker wurde im Rahmen der Mitgliederversammlung 2021 mit der Ehrenmitgliedschaft auf Lebenszeit geehrt.

Sozusagen gleich zwei Mitgliederversammlungen in einer hielt der Verein Lebenshilfe für Menschen mit geistiger Behinderung Wuppertal e.V. nun ab. Pandemiebedingt war die Sitzung 2020 nämlich ausgefallen: „Kurz bevor sie stattfinden sollte, kam uns der zweite Corona-Lockdown dazwischen“, berichtete Lebenshilfe-Vorsitzender Peter Plenker, der sowohl den hauptamtlichen wie betreuten Mitarbeitern sowie den ehrenamtlichen Helfern und Bewohnern für die „Disziplin und Geduld während der Corona-Pandemie“ ausdrücklich dankte. „Meine Hochachtung gehört auch den Eltern und Angehörigen, die diese schwierige Situation gemeistert haben.“

Ein wichtiger Punkt im Rahmen der diesjährigen Mitgliederversammlung war eine Satzungsänderung: Diese war nötig geworden, um vom Finanzamt weiterhin die Gemeinnützigkeit anerkannt zu bekommen. „Es gibt neue Kriterien, die in der Satzung wiedergegeben werden müssen“, so der Vorsitzende. „Damit wird der Verein auf steuerlich stabile Füße gestellt“, bescheinigte auch David Bochmann von der Dr. Stallmeyer Wirtschaftsprüfungsgesellschaft aus Köln. Gleichzeitig wurde auch die Zahl der Beisitzer erhöht, um etwa zukünftige Vorstandsmitglieder früh einbinden zu können oder einem Behindertenvertreter eine Stimme geben zu können. „Das ist zwar noch Zukunftsmusik, aber ich halte das durchaus für denkbar – das ist gelebte Inklusion“, erklärte Plenker.

Zahlreiche Mitglieder konnten in diesem Jahr auch für langjährige Mitgliedschaften geehrt werden. Dabei stach Dr. Doris Becker heraus, die seit nunmehr 46 Jahren dem Verein und ein Großteil davon auch dem Vorstand angehört. Die bisherige Schriftführerin entschied sich allerdings dazu, nicht mehr für dieses Amt zu kandidieren. Nicht zuletzt der lange Fahrtweg vom Wohnort Sinzig nach Wuppertal war einer der Gründe, warum sich Becker dazu schweren Herzens entschloss. „Sie haben für Probleme der anderen immer ein offenes Ohr“, lobte Vorsitzender Peter Plenker das „weite Herz und die Spendierlust“ – unter anderem hatte die frühere Cronenberger Ärztin diverse Möbel gesponsert und oft auch Plätzchen für die Tagesgruppe der Schwester mitgebracht. Für ihr riesiges Engagement wurde Dr. Doris Becker mit der Ehrenmitgliedschaft auf Lebenszeit geehrt. „Vielen Dank für alles, was Sie für uns getan haben“, zollte auch ein betreuter Mitarbeiter der Lebenshilfe Wuppertal seinen Respekt.

Der neue Vorstand der Lebenshilfe Wuppertal (v.l.n.r.): Hans-Georg Hükelheim, Michael Widholm, Holger Heimbeck, Anke Kirchmann-Bestgen, Peter Plenker, Bernhard Stötzel, Elisabeth Bugrell (nicht im Bild)Der neue Vorstand der Lebenshilfe Wuppertal (v.l.n.r.): Hans-Georg Hükelheim, Michael Widholm, Holger Heimbeck, Anke Kirchmann-Bestgen, Peter Plenker, Bernhard Stötzel, Elisabeth Bugrell (nicht im Bild) ©Marcus Müller | Lebenshilfe Wuppertal

Bei der turnusmäßigen Vorstandswahl wurde der erste Vorsitzende Peter Plenker ebenso in seinem Amt bestätigt wie sein Stellvertreter Hans-Georg Hükelheim, die Beisitzer Holger Heimbeck und Michael Widholm sowie die Elternbeiratsvertreterin Elisabeth Bugrell. Von den anwesenden Mitgliedern neu gewählt wurde zum Schatzmeister Bernhard Stötzel und zur Schriftführerin Anke Kirchmann-Bestgen.

Eine schwierige Entscheidung wurde zum Abschluss auch in Sachen „Sonnborn-Quartier“ gefällt: Zwar waren Anfang April die langwierigen Verhandlungen mit der Kirchengemeinde Sonnborn, dem Landeskirchenamt Düsseldorf und der Grundstückswirtschaft der Stadt Wuppertal nach 14 Monaten abgeschlossen – wenige Tage vor dem gemeinsamen Beurkundungstermin wurde allerdings auf Verlangen der Unteren Denkmalbehörde dem Vertrag hinzugefügt, dass es sich bei dem Grundstück um ein eingetragenes Bodendenkmal handelt. „Seit Jahrzehnten ist die unbebaute Brache ein Schandfleck für Sonnborn, den wir mit erheblichem Aufwand zu neuem Leben erwecken wollten“, erklärt Lebenshilfe-Vorsitzender Peter Plenker. Da man den erheblichen Zeitverlust bei möglichen Funden und die dadurch auch steigenden Baukosten des 9,5-Millionen-Euro-Projekts nicht schultern will, holte sich der Vorstand die Zustimmung der Mitglieder, bei mangelnder Kooperation der Stadt das bereits mit Preisen auf Landesebene ausgezeichnete Inklusionsprojekt abbrechen und sich nach Alternativen umsehen zu dürfen. „Wir sind alle sehr traurig über diese Entwicklung, das ist nicht nur auf dem Papier im Grunde genommen ein sehr gutes Projekt“, betonte Plenker.

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