16.07.2021

UPDATE der Stadt Wuppertal am Freitag 16.07.21

Mit einem um zehn Zentimeter je Stunde sinkenden Pegelstand der Wupper, „nur“ noch 1,10 Meter über Normalstand, entspannt sich die Lange in Wuppertal am Freitag, 16. Juli, langsam. Gleichzeitig wird die Dimension der Schäden mit jedem freigepumpten Gebäude deutlicher.

Foto: C.Otte

Update Freitag, 16. Juli, 18:15 Uhr: Lage in Wuppertal entspannt sich weiter

Alleine der Ersatz der überfluteten Maschinerie und Haustechnik des Opernhauses wird nach erster Einschätzung des Gebäudemanagements eine Dimension von mindestens sechs bis sieben Millionen Euro haben. Oberbürgermeister Uwe Schneidewind und Krisenstabsleiter Johannes Slawig begrüßten angesichts dieser Größenordnung die Aussagen von Bund und Land, die betroffenen Kommunen mit den Folgen des Jahrhundertereignisses nicht alleine lassen zu wollen.

Schwer getroffen im Gebäudebestand der Stadt wurden außerdem unter anderem das Kolkmannhaus, die Volkshochschule Auer Schulstraße, Schauspielhaus und Wuppertaler Hof, außerdem einige Turn- und Sporthallen. Immerhin: Das Einwohnermeldeamt und die Stadtbibliotheken konnten heute den Betrieb wieder aufnehmen. Das Von der Heydt-Museum öffnet morgen, am Samstag, 17. Juli, wieder. Noch heute waren auch diverse städtische Gebäude ohne Strom (u.a. Haspel-Häuser, Verwaltungsgebäude Hans-Dietrich-Genscher-Platz).
Pegelstands-Prognose des Wupperverbandes für Montag ist ein Absinken auf eine Wasserhöhe unter einem Meter, so dass Untersuchungen von Ufermauern, Schwebebahnfundamenten und Fernwärmeleitung beginnen könnten.

Jede Menge Hilfsbereitschaft

Bei der ersten koordinierten Aktion für freiwillige Helfer kamen am Donnerstagabend spontan fast siebzig Menschen zum Sandsackfüllen beim THW in Ronsdorf, so dass der Aufruf der Feuerwehr in den Sozialen Netzwerken schnell gestoppt werden konnte. „Der Wunsch, mit anzupacken und zu helfen ist riesig“ freut sich Oberbürgermeister Uwe Schneidewind. „Das macht Mut und auch stolz auf diesen Gemeinschaftsgeist der Stadt.“ Allerdings bittet die Feuerwehr als Koordinierungsstelle für Helfereinsätze noch um ein wenig Geduld. Für viele Aufgaben ist es einfach noch zu früh, denn vor dem Aufräumen muss das Wasser noch weiter zurückgegangen sein, damit sichere Einsätze möglich sind. Geplant ist dann eine „Börse“ für Hilfsangebote und Unterstützungswünsche.

Feuerwehr und Hilfsorganisationen arbeiten weiter am Limit. Mit weiteren unterstützenden Einheiten von außen rechnet Feuerwehr-Chef Ulrich Zander aktuell nicht, denn hier müssen die Städte und Regionen Vorrang haben, die noch viel schlimmer vom Hochwasser getroffen wurden als Wuppertal. Zander lobt ausdrücklich die Geduld der allermeisten Bürgerinnen und Bürger, die sich immer noch mit Wassereinbrüchen bei der Leitstelle melden. „Es gibt viel Verständnis für die Gesamtsituation und dafür, dass nicht allen gleichzeitig geholfen werden kann, sondern die Einsätze priorisiert werden müssen.“

Straßen und Verkehrstechnik

Die Reparatur der zahlreichen vom Wasser verursachten Straßenschäden läuft unter Hochdruck. In diesem Bereich konnte Verkehrsdezernent Frank Meyer leichte Entwarnung geben. „Es sind viele kleine und mittlere Schäden, aber Stand jetzt nichts Großes.“ Auch die Verkehrstechnik konnte weitgehend wieder in Betrieb gehen: Alle Ampeln an den Hauptverkehrskreuzungen laufen wieder, wenn auch noch nicht komplett synchronisiert. Ausnahme ist die noch stromlose Anlage am Brausenwerth, die aktuell die Ausfahrt der Busse vom zentralen Busbahnhof am Döppersberg erschwert. Auch kleinere Anlagen in den Außenbereichen sind teilweise noch ausgeschaltet.

Wieder freigegeben wurde am Donnerstagabend die Kreuzung Alter Markt. Sie war aufgrund von Treibgut an der ehemaligen Fußgängerbrücke Gemarker Ufer vorsorglich am Mittwoch gesperrt worden. Probleme mit Treibgut gibt es stadtweit noch an vielen Brücken. Sie werden mit den sinkenden Pegelständen alle kontrolliert. Eine Brücke im Morsbachtal hat das Hochwasser komplett mitgerissen. Das Gerüst an der Baustelle Brücke Kabelstraße muss erneuert werden. L 74 und Beyenburger Straße konnten wieder freigegeben werden. Auch für die B 7 im Bereich Opernhaus wird für heute (Freitag, 16. Juli) mit der Freigabe gerechnet.

16. Juli, Update 15:20 Uhr: Erste Bilanz Engels-Haus

Das Museum Industriekultur Wuppertal hatte wohl Glück im Unglück: Die Schäden erweisen sich nach erster Inaugenscheinnahme als begrenzt. Allerdings müssen noch baufachliche und gutachterliche Begehungen stattfinden, um diese positive Einschätzung endgültig zu bestätigen.

So sieht es an den einzelnen Standorten aus:
Das Kontor 91 ist auf Grund der allgemeinen Krisenlage bis Montag, 19. Juli 2021, geschlossen. Die Ausstellungsräume auf dem Werth sind ebenso wie der Keller trocken geblieben.

Im Engels-Haus ist der Keller während des Unwetters vollgelaufen. Nachdem das Gebäudemanagement am Spätnachmittag mit Pumpen anrückte und das Wasser aus dem Haus hinausbefördern konnte, war eine ins Auge gefasste Exponatevakuierung nicht mehr notwendig. Der Keller muss nun trocknen und die Haustechnik sowie die Statik überprüft werden. Deshalb bleibt am Sonntag, 18. Juli 2021, das Engels-Haus zunächst geschlossen. Die Kombiführung im Engelsgarten kann leider ebenfalls nicht stattfinden. Die gute Nachricht ist, dass keines der einmaligen Ausstellungstücke beschädigt wurde.

Am Manuelskotten waren Mitglieder des Fördervereins im Einsatz, um den Teichabfluss zur Entlastung der Staumauer frei zu machen. Dazu wurde auch das Wasserrad des Kottens in Gang gesetzt.

Das Bandwebermuseum und der Kalktrichterofen haben keine Schäden zu verzeichnen. Die zurzeit leergeräumte Remise des Museums für Frühindustrialisierung ist ebenfalls trocken geblieben. Insgesamt muss die Baustellensituation des Museums für Frühindustrialisierung noch begutachtet werden.

Da der Verwaltungsstandort in der Hofaue ebenfalls vom Hochwasser massiv betroffen ist, ist das Zentrum für Stadtgeschichte und Industriekultur zur Zeit nicht oder nur sehr eingeschränkt per Telefon und E-Mail erreichbar. Der Dank gilt allen Einsatzkräften und Helfern!

Update 12:50 Uhr: Pegel an der Wupper sinkt

12:40: Der Wupperpegel ist derzeit noch 1 Meter 10 über normal. Momentan geht das Wasser um 10 Zentimeter pro Stunde zurück.

Update 12:40 Uhr: Von der Heydt-Museum öffnet wieder

Das Von der Heydt-Museum Wuppertal öffnet wie gewohnt ab Samstag, 17. Juli, 11 Uhr, wieder für Besucher. Wegen des Hochwassers in Wuppertal war das Haus vorsorglich geschlossen worden. Führungen können wieder ganz normal stattfinden.

Update 10:40 Uhr: Autobahn wieder frei

Im Sonnborner Kreuz (A46/A535) sind wieder alle Verbindungen befahrbar. Zuvor hatte die Autobahn GmbH Rheinland wegen der Wetterlage drei Verbindungen gesperrt.

Update 10 Uhr: Schwimmoper öffnet wieder

Die Schwimmoper ist ab 14 Uhr wieder geöffnet. Die durch die Überschwemmungen entstandenen Probleme konnten behoben werden.

Update 09:40 Uhr: Bibliotheken wieder offen

Die Zentralbibliothek und die Stadtteilbibliotheken sind wieder zu den üblichen Öffnungszeiten erreichbar.

Update Freitag 7:00 Uhr: Lage entspannt sich

Die Lage in Wuppertal hat sich deutlich entspannt. Zur Zeit sind bei der Feuerwehr noch 172 Einsätze offen. Heute müssen weitere Keller ausgepumpt werden und einige Haushalte haben noch keinen Strom. die Linienbusse der WSW fahren wieder, allerdings kann es auf der ein oder anderen Strecke Umwege geben, da noch immer einige Straßen gesperrt sind. Das betrifft zur Zeit auch noch die B7 in Höhe Opernhaus.

Quelle: Stadt Wuppertal

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