06.09.2018

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Radfahrer bremsen ÖPNV aus

Die Fraktion der Freien Demokraten (FDP) spricht sich gegen die Öffnung von Busspuren als Einzelmaßnahme aus und fordert stattdessen die überfällige Vorlage des von der Verwaltung versprochenen Radverkehrskonzepts.

„In den Gremien werden immer wieder Einzelmaßnahmen beraten, die vollkommen aus dem Zusammenhang gerissen sind und einzeln keinen Sinn erkennen lassen“, so Alexander Schmidt, Vorsitzender der FDP-Fraktion im Rat der Stadt Wuppertal. „Im Verkehrsausschuss soll die Freigabe von Busspuren für den Radverkehr beschlossen werden. Hier sprechen wir uns klar gegen aus, da nur ein flüssig funktionierender ÖPNV Menschen dazu motiviert kann, diesen auch zu benutzen.“

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Die Freien Demokraten befürchten, dass langsam fahrende Radfahrer den Busverkehr ausbremsen könnten.

René Schunck, verkehrspolitischer Sprecher der FDP-Ratsfraktion ergänzt: „Abgesehen davon, dass es aus unserer Sicht auch aufgrund von Gesundheitsbelastungen vollkommen unattraktiv erscheint, mit dem Rad über die B7 zu radeln, macht es überdies keinen Sinn, wenn Radfahrer auf Busspuren die Busse ausbremsen. Gerade zu den Hauptverkehrszeiten können Busse solche Radfahrer beispielsweise mit ihren Gelenkbussen noch nicht einmal mehr überholen, ohne das andere Verkehrsteilnehmer in Gefahr gebracht werden. Von daher werden wir diese Einzelmaßnahme selbstverständlich ablehnen.“

Die Freien Demokraten sprechen sich für ein harmonisches Miteinander aller Verkehrsteilnehmer aus und sehen den Radverkehr in Zeiten von Padelecs als einen an Bedeutung gewinnenden Teil des Gesamtverkehrs in Wuppertal, für den es aber verschiedene, auf diesen speziell abgestimmte Maßnahmen geben muss.

Schunck: „Einseitig den Radverkehr begünstigende Maßnahmen, beeinträchtigen andere Verkehrsteilnehmer negativ; wie hier den Busverkehr. Die Verwaltung arbeitet seit langer Zeit an einem Radverkehrskonzept, auf das die Politik gespannt wartet. Es wäre unserer Meinung nach vernünftiger, dieses Radverkehrskonzept abzuwarten, als Einzelmaßnahmen beschließen zu lassen, die am Ende bei einer Gesamtbetrachtung gegebenenfalls überhaupt keinen Sinn ergeben. Hier ist einmal mehr Verkehrsplanungsdezernent Frank Meyer gefordert, seine Hausaufgaben zu machen. Es ist bislang nämlich vollkommen unklar, wohin die Stadt mit dem Fahrradverkehr überhaupt will.“

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Kommentare

  1. Silvia sagt:

    Wenn sich 20 Radfahrer und 12 Busse pro Stunde eine Spur teilen, entspricht das der Verkehrsbelastung einer Vorstadt-Wohnstraße am Sonntagvormittag.

    Da brauch ich keine Simulation um zu merken, dass das ziemlich schräg ist, von gegenseitigem „Ausbremsen“ zu reden.

  2. M. Kerk sagt:

    Dass Radfahrer den ÖPNV ausbremsen, sobald Busspuren freigegeben werden, ist eine sehr gewagte These.

    Wer faktenbasiert argumentieren möchte, kann gerne die simple Busspur-Simulation unter http://busundrad.m-kerk.de ausprobieren. Sie startet in zufälligen Zeitabständen Busse und Fahrräder mit verschiedenen, normalverteilten Geschwindigkeiten auf einer Busspur (ohne Überholmöglichkeit) und berechnet deren Fahrtdauer sowie den Fahrzeitverlust der Busse.

    Bei der (voreingestellten) 400 Meter langen B7-Busspur zw. Kasinostr. und Robert-Daum-Platz z.B. beträgt er voraussichtlich ca. 1-2 Sekunden pro Bus. (Die Animation zeigt die meiste Zeit über einzelne Fahrzeuge oder eine leere Busspur.)

    Das kann man „Ausbremsen“ nennen, steht aber mit der 1-2-minütigen Umleitung des B7-Radverkehrs über Aue und Sophienstr. in keinem vernünftigen Verhältnis.

    Auch an der Gathe ist die einzige Autospur meist voll und die Busspur meist leer. Radfahrer dürfen dort den gesamten LKW- und Autoverkehr „ausbremsen“, nur um einer Handvoll Linienbusse das Überholen zu ersparen.

    Das „harmonische Miteinander aller Verkehrsteilnehmer“ hat in beiden Fällen noch Luft nach oben.

    Die Abwägung zw. Für und Wider von Busspurfreigaben hat die Bundesregierung übrigens schon vor über 20 Jahren getroffen und macht in VwV-StVO zur Auflage für das Zeichen „Bussonderstreifen“:

    „Die Sicherheit des Radverkehrs ist zu gewährleisten. Kann der Radverkehr nicht auf einem gesonderten Radweg oder Radfahrstreifen geführt werden, sollte er im Benehmen mit den Verkehrsunternehmen auf dem Sonderfahrstreifen zugelassen werden. Ist das wegen besonderer Bedürfnisse des Linienverkehrs nicht möglich und müsste der Radverkehr zwischen Linienbus- und dem Individualverkehr ohne Radfahrstreifen fahren, ist von der Anordnung des Zeichens abzusehen.“

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