14.04.2015

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Forensik-Gegner: Schock nach Aus in Wülfrath

Die Nachricht aus Düsseldorf schlug ein wie eine Bombe: Die Diakonie Aprath zieht das Angebot für das Grundstück für die Forensik zurück, teilt das Ministerium per Pressemitteilung mit. Kommt die Klinik nun doch nach Wuppertal?

Die Bürgerinitiative „Keine Forensik auf Lichtscheid“ zeigt sich geschockt vom Aus des Standorts in Wülfrath-Aprath. In einer Pressemitteilung weist man darauf hin, dass das Gelände an der Müngstener Straße schon aufgrund der Lage mitten im Wohngebiet und in unmittelbarer Nachbarschaft zu Grundschule, Kindergärten und anderen Kinder- und Jugendeinrichtungen für eine Forensik völlig ungeeignet sei.

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Demo gegen eine Forensik in Wuppertal vor dem Rathaus im November 2012. © njuuzIm November 2012 demonstrierten Forensik-Gegner vor dem Wuppertaler Rathaus.
© njuuz

Weiter heißt es:

Weit über 10.000 Menschen hatten gegen eine Forensik mitten im Wohngebiet unterschrieben. Mit dem Jugendgefängnis ist außerdem schon ein Gefängnis in unmittelbarer Nähe angesiedelt, die Verteilungsgerechtigkeit wäre so nicht gegeben. An keinem anderen Standort grenzt das Forensik-Gelände ohne jeden Abstand an die Wohnbebauung und ist so dicht an Kinder- und Jugendeinrichtungen wie auf Lichtscheid. Die gebotene Rücksichtnahme auf die Umgebung kann hier wegen der der direkten Nachbarschaft zu Wohnbebauung und Einrichtungen wie Schulen und Kindergärten nicht gewahrt werden.

Gleichzeitig ist schon im „Normalbetrieb“ einer Forensik mit Beeinträchtigungen durch Dauerbeleuchtung, Lärm und die Sicherungseinrichtungen – z.B. die 5,50 Meter hohe Mauer – zu rechnen. Die BI fordert darum seit Jahren einen alternativen Standort, der u.a. einen Mindestabstand zur Wohnbebauung erlaubt. Wuppertal ist mit der Errichtung des Jugendgefängnisses in Ronsdorf dem Land entgegengekommen und schultert auch bereits die JVA Simonshöfchen. Im Sinne der Verteilungsgerechtigkeit kommt auch daher der Wuppertaler Süden nicht in Betracht.

„Wir sind schockiert über die aktuelle Entwicklung, obwohl wir die Beteuerung, alles sei gelaufen, ohnehin nie geglaubt haben.“, kommentiert Georg Weber von der Bürgerinitiative ‚Keine Forensik auf Lichtscheid‘. „Das Gelände auf Lichtscheid ist nach wie vor nicht geeignet. Wir fordern vom Ministerium weiterhin, diese Option endgültig aufzugeben.“

Das Ministerium will nun unter höchstem Zeitdruck nach den Sommerferien entscheiden. „Hier muss Gründlichkeit vor Hektik gehen. Der Rückzieher der Diakonie darf das Ministerium jetzt nicht dazu verleiten, in einem Schnellschuss eine Fehlentscheidung zu treffen. Auch die Stadtspitze und die Parteien müssen jetzt wieder aktiv werden, um eine Forensik auf Lichtscheid zu verhindern.“, so Weber weiter. In der Bürgerinitiative wird nun darüber nachgedacht werden müssen, wie es weiter gehen soll.

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Kommentare

  1. Donnerwetter sagt:

    was wollen sie eigentlich? maoam?

  2. Donnerwetter sagt:

    jedes gelände in wuppertal ist für eine forensik geeignet. jeder mensch hat ein recht auf hilfe.

  3. Vivien sagt:

    Es fehlt die Ehrlichkeit bei den Gegnern der Forensik, dass sie auch um der Erhalt ihrer Immobilienwerte besorgt sind.

    Das Land sollte deutlich intensiver aufklären, was eine Forensik ist, was sie macht und ob / welche Gefahren von ihr für das direkte Umfeld ausgehen.

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