24.11.2014

gerald hacke Musik Skulpturenpark Waldfrieden tonleiter Tony Cragg zeitgenössische Kammermusik

Konzertreihe TONLEITER – Konzerte und CDs

Mit der Konzertreihe TONLEITER präsentieren Mitglieder des Sinfonieorchesters Wuppertal und Lehrende der Musikhochschule Köln, Abteilung Wuppertal, zeitgenössische Musik im Skulpturenpark Waldfrieden.

web_TONLEITER im Ausstellungspavillon_(c)Skulpturenpark Waldfrieden
Von November bis März werden im gläsernen Pavillon des Skulpturenparks drei Konzerte der Reihe Tonleiter erklingen: Im ersten Konzert, am 29. November, steht die ungewöhnliche Triobesetzung von Flöte, Bratsche und Harfe im Vordergrund. Die Frage nach der Bedeutung von Zeit in der Musik bildet am 10. Januar den Spannungsbogen im Konzert.  Und schließlich bietet die Nacht als Stimmungsbild und Inspirationsquelle für zeitgenössische Komponisten am 14. März ein vielfältiges Programm.

Die Konzerte werden fast ausschließlich von Musikerinnen und Musikern des Sinfonieorchesters Wuppertal und der Musikhochschule Köln, Abteilung Wuppertal, zusammen mit den Gästen Adele Bitter (Violoncello) und Holger Groschopp (Klavier) aus Berlin gestaltet.

Die Konzertreihe TONLEITER im Skulpturenpark Waldfrieden

Die Gründung und Einrichtung des Skulpturenparks Waldfrieden in Wuppertal ist der privaten Initiative des in Wuppertal lebenden britischen Bildhauers Tony Cragg zu verdanken. Eine eigene Konzertreihe für zeitgenössische Musik war Tony Craggs persönlicher Wunsch. Seit 2009 finden dort in der Trägerschaft der Cragg Foundation zwischen Herbst und Frühjahr Konzerte mit Musik des 20. und 21. Jahrhunderts statt. Die klangliche und stilistische Vielfalt dieser Musik und die sich daraus ergebenden Spannungen und Kontraste bestimmen die Konzerte. So kann zum Beispiel ein Klavierwerk von Debussy oder eine Komposition von George Crumb aus den 60er Jahren durchaus neben einem Werk des Briten Mark-Anthony Turnage oder einer Komposition von Jörg Widmann stehen, wenn sich inhaltlich oder thematisch interessante Bezüge finden.

Die Intensität der Wahrnehmung von Neuem beruht ganz auf den Möglichkeiten des Erlebens und auf der Auseinandersetzung mit dem Neuen. Musik existiert als Kunstwerk – im Gegensatz zu Bildender Kunst – nur zum Zeitpunkt ihrer Aufführung. Der Zuhörer nimmt die Musik in einem ganz bestimmten Moment oder einer besonderen Stimmung auf. Darin liegt der spezielle Reiz. Der Skulpturenpark Waldfrieden ist ein außergewöhnlicher Ort für zeitgenössische Kunst, und die einzigartige Raum- und Lichtstimmung des gläsernen Ausstellungspavillons, in dem die Konzerte stattfinden, trägt zu einem ganz besonderen Konzerterlebnis bei.

Eintrittskarten sind an der Abendkasse erhältlich, die Vorbestellung wird aber empfohlen.
http://skulpturenpark-waldfrieden.de/tonleiter.html

web_Florence_Millet_TONLEITER_(c)Skulpturenpark Waldfrieden

Die Konzerte 2014/2015

Samstag, 29. November 2014, 19h, Pavillon
… I knew ´twas wind

Claude Debussy 1862-1918, Sonate für Flöte, Viola und Harfe (1915)
Sofia Gubaidulina *1931, „Garten von Freuden und Traurigkeiten“ für Flöte, Viola und Harfe (1980)
Toru Takemitsu 1930-1996, „And then I knew ´twas wind“ (1992)
Unsuk Chin *1961, Piano Etude No. 5 (2003)
Claude Debussy 1862-1918, Poissons d’or (aus: Images II) (1907), Ce qu’a vu le vent d’ouest (aus: Préludes I) (1909/1910)
Dai Fujikura *1977, „Deepened Arc“ für Klavier solo (1998)

Catarina Laske-Trier, Flöte
Jens Brockmann, Bratsche
Manuela Randlinger-Bilz, Harfe
Florence Millet, Klavier

Als Claude Debussy 1915 seine Sonate für die damals ungewöhnliche Besetzung von Flöte, Bratsche und Harfe schrieb, konnte er nicht ahnen, dass er damit zahlreiche nachfolgende Komponisten zu Werken mit derselben Besetzung inspirierte. Damit entwickelte sich eine völlig neue Kammermusikgattung, die typisch für das 20. Jahrhundert werden sollte. Takemitsu verehrte Debussy und dessen Musik, und er wünschte sich, dass sein Trio And then I knew ’twas wind von 1992 zusammen mit Debussys Sonate aufgeführt werden würde. Neben der japanischen Vorstellung, dass gegenüber der westlichen Musik weniger eine Melodie als eine Klang- oder Tonfarbe im Vordergrund steht, sind es auch die Spieltechniken in Takemitsus Trio, die zeitweise den Eindruck erwecken, als würden fernöstliche Instrumente erklingen.

Ein Trio in der gleichen Besetzung von der russischen Komponistin Sofia Gubaidulina ergänzt die Werke von Debussy und Takemitsu. Als Kontrast dazu spielt die Pianistin Florence Millet Klavierwerke von Debussy, von der südkoreanischen Komponistin Unsuk Chin und dem Japaner Dai Fujikura. Damit schließt sich ein Bogen über die letzten hundert Jahre seit der Entstehung von Debussys Sonate.
Samstag, 10. Januar 2015, 19 Uhr, Pavillon
Eingefroren in der Erinnerung
Christian Jost *1963, „Eingefroren in Erinnerung“ für Klarinette, Violine und Klavier (2005)
Toshio Hosokawa * 1955, „Stunden-Blumen – Am Anfang der Zeit“ für Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier (2008)
Morton Feldman (1926-1987), Durations 2  für Violoncello und Klavier (1960)
John Adams *1947, „China Gates“ für Klavier (1977)
Harrison Birtwistle *1934, Précis für Klavier (1960)
Detlev Glanert *1960, „Yakub iki – Zeit des Wartens“ op. 18 für Klarinette, Violine, Violoncello und Klavier (1989)

Liviu Neagu-Gruber, Violine
Gerald Hacke, Klarinette
Adele Bitter, Violoncello
Holger Groschopp, Klavier

Was für eine Bedeutung hat die Zeit in der Musik? Die Musik ist neben der Literatur und dem Film diejenige Kunstform, bei der die Frage der Zeit und ihrer Phänomene am offensichtlichsten ist, drängt sich doch bei Gemälden, Skulpturen und Bauwerken eher eine räumliche Komponente in den Vordergrund. Verschiedenste Komponisten haben die Bedeutung der Zeit in der Musik in ganz unterschiedlicher Weise mit ihrer Musik zum Ausdruck gebracht. Ohne allzu philosophisch und musikwissenschaftlich zu werden, stehen im Konzert die klanglich-sinnlichen und poetisch-gestalterischen Ideen im Vordergrund – Ideen u.a der beiden deutschen Komponisten Christian Jost und Detlev Glanert, der Amerikaner Morton Feldman und John Adams und des japanischen Komponisten Toshio Hosokawa, der mit seinem Quartett den Beginn der Zeit und den Ursprung des Lebens versinnbildlichen will.

Samstag, 14. März 2015, 19Uhr, Pavillon
NocturnesJörg Widmann *1973, Nachtstück für Klarinette, Violoncello und Klavier (1998)
Benjamin Britten 1913-1976, Night-Piece (Notturno) (1963)
Toru Takemitsu 1930-1996, „Orion“ für Violoncello und Klavier (1984)
Michael Denhoff *1955, Nachtstück op. 74 Nr. 2  für Violine, Violoncello und Klavier (1995)
Sir Peter Maxwell Davies *1934, Two Nocturnes für Klavierquartett (2010)
Hans-Werner Henze (*1926-2012), Fünf Nachtstücke für Violine und Klavier (1990)
George Crumb *1929, „Eine Kleine Mitternachtsmusik“ für Klavier (2002)

Ulrike Nahmmacher, Violine
Susanne Müller-Hornbach, Violoncello
Gerald Hacke, Klarinette
Florence Millet, Klavier

Das Nocturne, eine durch Nacht oder durch ein nächtliches Stimmungsbild inspirierte Komposition, etablierte sich besonders im 19. Jahrhundert als Charakterstück für Klavier. Auch viele Komponisten des 20. Jahrhunderts entdeckten für sich das poetische Potential eines Nachtstückes. Die verschiedenartigen Werke des Abends versprechen ein unterhaltsames Nacht-Programm im gläsernen Pavillon des Skulpturenparks – von Brittens Night Piece über George Crumbs „Grübeln“ über die lyrische Jazzkomposition Round Midnight, bis hin zu Takemitsus musikalischen Betrachtungen des Sternenbilds Orion.

Skulpturenpark Waldfrieden
Hirschstraße 12, 42285 Wuppertal, 0202 47898120
www.skulpturenpark-waldfrieden.de

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