10.04.2014

„Das Sterben ins Leben holen“

Das Projekt der Diakonischen Altenhilfe wurde jetzt auch auf die Pflegezentren in Barmen und Cronenberg ausgeweitet.

Anne Wahlmeyer, Qualitätsmanagerin der Diakonischen Altenhilfe

Seit August 2012 arbeiten die Elberfelder Einrichtungen der Diakonischen Altenhilfe Wuppertal (DAW) an der Erarbeitung eines Hospiz- und Palliativkonzeptes. Im Frühjahr 2013 wurden die Mitarbeitenden in den Einrichtungen mit dem Konzept vertraut gemacht. Jetzt wurde das von der Geschäftsführung der Diakonischen Altenhilfe initierte Projekt auf die Einrichtungen in Barmen und Cronenberg ausgeweitet.

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„Das Sterben ins Leben holen“
Beinahe 80 Mitarbeitende des Gemarker Gemeindestifts und des Altenzentrums Am Nordpark waren anwesend, als die Projektidee und der Fahrplan zur Umsetzung jetzt in einer von vier Veranstaltungen vorgestellt wurden. Begrüßt wurden die Mitarbeitenden von Andreas Polack, Fachbereichsleiter und Geschäftsführer und von Anne Wahlmeyer, Qualitätsmanagementbeauftragte der Diakonischen Altenhilfe Wuppertal gGmbH.
Mario Peine, Einrichtungsleiter der Mobilen Pflege der Diakonie Wuppertal führte mit großem schauspielerischem Talent sehr plastisch die Situation von Sterbenden aus. Tabea Luhmann sprach in Vertretung für Andrea Grünewald über die Hospizkultur. Für Anne Wahlmeyer sind die Sicherung der Nachhaltigkeit und die Gewinnung der Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen für die Idee die entscheidenden Ziele des Projekts, und auch, „allen Beteiligten, dem Bewohner, den Angehörigen, den Mitarbeitenden ein gutes Gefühl der Verlässlichkeit zu ermöglichen“. „Wir wollen das Sterben ins Leben holen“, sagt Andreas Polack, „und wir wollen dabei das ganze Haus einbinden, von der Küche und der Haustechnik über die Pflege bis zur Verwaltung“.

Hospiz- und Palliativkultur
Ziel dieses Prozesses, der mit diesen Veranstaltungen für den Barmer Bereich aus der theoretischen in die praktische Phase kommt, ist die Erfüllung der Vorgaben des Deutschen Hospiz- und PalliativVerbandes e.V. für stationäre Alten- und Pflegeheime. Bis zum Dezember 2015 sollen die entscheidenen Aspekte der Hospiz- und Palliativkultur in allen Einrichtungen der Diakonischen Altenhilfe Wuppertal umgesetzt werden.

Würdiges Leben bis zuletzt
Dazu gehört insbesondere die Ermöglichung eines würdigen Lebens bis zuletzt. Individuelle Vorstellungen und Wünsche zum Thema „Sterben und Tod“ werden dazu von den Bewohnern eingeholt und entsprechend umgesetzt. Aber auch die Einführung „Ethischer Fallgespräche“ gehört dazu: Kann der Bewohner seine Wünsche und Vorstellungen nicht mehr mitteilen, bemüht sich die Einrichtung in diesen Gesprächen mit Angehörigen und dem behandelnden Arzt um die Ermittlung des mutmaßlichen Willens. Für die Begleitung dieser Fallgespräche werden Mitarbeitende der Einrichtungen zu Moderatoren ausgebildet.

Unterstützung durch Ehrenamtliche
Zudem nehmen die Einrichtungen in der Zusammenarbeit mit dem Ambulenten Hospizdienst Barmen der Diakonie Wuppertal die Unterstützung von ehrenamtlichen Hospizhelferinnen und -helfer in Anspruch, um Bewohnern in der Sterbephase eine engmaschige Begleitung zu ermöglichen. Strukturen einer engeren Zusammenarbeit wurden bereits geschaffen.

Abschiedsfeier für jeden Verstorbenen
Zukünftig wird sich jede Einrichtung im Rahmen einer Abschiedsfeier von einem Verstorbenen verabschieden, bei der Angehörige, enge Bezugspersonen, Mitbewohner sowie haupt- und ehrenamtliche Mitarbeitende gemeinsam in einem zeremoniellen und dem Verstorbenen entsprechenden Rahmen an diesen erinnern. Diese Abschiedsfeiern werden von Seelsorgenden oder geschulten Mitarbeitenden geleitet.

Fortbildung mit Überraschung
Des weiteren werden Schulungen und Weiterbildungen, etwa zur Palliativ-Care-Fachkraft, für die Mitarbeitenden aus allen Arbeitsbereichen angeboten, um eine gemeinsame Haltung zur Hospiz- und Palliativkultur zu entwickeln.

Die Erwartungen der Anwesenden waren gespannt und interessiert. Und die Überraschung groß, dass ?dröge? Fortbildung ein so freundliches und einladendes Gesicht haben kann: Liebevolle Ausstattung des Raums, Stehtische und rotierende Arbeitsgruppen, vielfältige Angebote zu Unterstützung, Einbindung der MAV, Gebäck zum Kaffee. Eine besondere und gelungene Wertschätzung für belastete Mitarbeitende in der Pflege.

text und fotos: werner jacken/ör

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