08.11.2013

Bela B. Felsenheimer Christoph Maria Herbst christoph schmidt Dirk Michael Häger King Ping Sierk Radzei

Wuppertal feiert sich selbst

Editorial der Bergischen Blätter, Ausgabe 23.2013, zum Film "King Ping"

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Wuppertal feiert sich selbst – auf schräge und skurrile Weise. Das ist unser Fazit zum Film „King Ping“, der als erster Kinofilm komplett in der Schwebebahnstadt gedreht wurde. Dabei kommt die Stadt recht hübsch rüber, ohne dass die Schönheiten wie Historische Stadthalle und Skulpturenpark herhalten mussten. Wuppertal wird in vielen Einstellungen so gezeigt wie es ist, was aber seinen ganz eigenen Charme hat.
Dabei stechen vor allem die skurrilen Charaktere hervor, die den Film bevölkern – angefangen beim Ex-Polizisten und Pinguin-Pfleger King Ping (Sierk Radzei) bis hin zur wunderbaren Lilay Huser als selbsternanntem „Bond Girl“. Ob ein Süd- oder Norddeutscher damit etwas anfangen kann, dass laut Hauptfigur die Menschen in Wuppertal noch verrückter sind als die „im Pott“, sei einmal dahingestellt; dass sie es in diesem Film allerdings sind, ist eine Tatsache. Da alle recht liebenswürdig daherkommen, wird es auch nicht zu schlimm sein, wenn der Nicht-Wuppertaler annehmen könnte, dass alle so sind.
Und egal, was man nun zu dem Film sagen will: Er hat gezeigt, was Wuppertal auf die Beine stellen kann, wenn alle an einem Strang ziehen. Hier wird kein Tatort gedreht? Egal – machen wir es alleine und holen uns die große und kleine Unterstützung der Unternehmer und Bürger der Stadt. So in etwa lautete die Idee der beiden Produzenten Dirk Michael Häger und Christoph Schmidt, die viele überzeugte.
Dabei konnten sie auch auf gute Darsteller zählen, die manchmal – wie der wieder einmal großartige Christoph Maria Herbst – einen Bezug zu Wuppertal haben, manchmal aber auch nur von einer überzeugenden Rolle angelockt wurden, wie Bela B. Felsenheimer, der (ohne albern zu sein) eine Frauenrolle übernommen hat. Mitgemacht haben zudem zahlreiche Musiker aus der Stadt, die zum Teil eigene Kompositionen für den Film beisteuerten. Das Herzblut, mit dem der Film realisiert werden konnte, wird vor allem im langen Nachspann deutlich, der so viele Mitmacher wie möglich aufzählt.
Mit anderen Worten: Das Image, das die Stadt mit diesem Film bekommen könnte, wäre sicherlich besser als das, was sie derzeit aus überregionaler Sicht hat, nämlich eine Stadt zu sein, in der vieles (wie das Schauspielhaus) über die Wupper geht.

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