10.10.2013

blitzmarathon polizei

Jubelmeldungen aus dem Polizeipräsidium

Was sagt ein "Blitzmarathon" über die Fahrweise der Wuppertaler Verkehrsteilnehmer aus? Wenig, findet njuuz-Herausgeber Georg Sander.
Kommentar

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Mehrmals im Jahr findet inzwischen der sogenannte „Blitzmarathon“ der Polizei statt. Einst in NRW gestartet, beteiligen sich inzwischen alle Bundesländer an dieser Aktion. Über den Sinn oder Unsinn des Massenblitzens kann man streiten. Sollte damit versucht werden, die Öffentlichkeit auf überhöhte Geschwindigkeit als Unfallursache Nummer 1 aufmerksam zu machen, ist der „Blitzmarathon“ sicher ein großer Erfolg. Es gab am Donnerstag keine Nachrichtensendung, in der nicht laufend über die Aktion berichtet wurde. Auch das Ziel, prinzipiell defensive Verkehrsteilnehmer einmal mehr zu verantwortungsbewusstem Fahren anzuhalten, kann sicher erreicht werden.

Die regelmäßigen Jubelmeldungen aus dem Wuppertaler Polizeipräsidium betonen jedoch immer wieder, dass der „Blitzmarathon“ zeige, wie umsichtig sich Autofahrer generell verhalten. Auch in der Zwischenbilanz zur Aktion am 10. Oktober 2013 fand sich wieder so ein Satz. Polizeioberrat Ernst Adam, Leiter der Direktion Verkehr, wird wie folgt zitiert: „Die Verkehrsteilnehmer zeigen eine verantwortungsbewusste und rücksichtsvolle Fahrweise.“ Eine solche Verallgemeinerung ist, mit Verlaub, Unsinn. Die notorischen Raser, die es auch in Wuppertal gibt und von denen das gleiche Polizeipräsidium immer wieder berichtet, fahren während des „Blitzmarathons“  nicht aus Verantwortungsbewusstsein oder Rücksichtnahme langsam, sondern weil sie wissen, dass die Gefahr eines saftigen Bußgelds besonders groß ist.

Um sich ein Bild davon zu machen, wie umsichtig sich die Verkehrsteilnehmer tatsächlich verhalten, könnte ein „Blitzmarathon“ natürlich dennoch hilfreich sein. Er dürfte allerdings vorher nicht angekündigt werden.

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Foto: Arno Bachert / pixelio.de

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