17.09.2011

Automotive Delphi iaa thomas aurich

Autozulieferer Delphi: „Zukunft serienmäßig“

Wenn man darüber spricht, wo der Automobilbau zuhause ist, fallen meist Städtenamen wie Wolfsburg, Stuttgart oder München. Doch viele Autos würden ohne Komponenten aus Wuppertal keinen Meter fahren. Teil 3 der Serie "Automotive in Wuppertal" anlässlich der IAA

Eine der bedeutendsten Adressen für Automobiltechnologie made in Wuppertal ist die Lise- Meitner-Straße. Hier hat die Deutschlandzentrale des Delphi-Konzerns ihren Sitz. 700 Mitarbeiter arbeiten am Standort Wuppertal. Delphi fährt in jedem 4. Auto mit – ebenso unsichtbar wie unverzichtbar. Da versteht es sich von selbst, dass das Unternehmen auch auf der Internationalen Automobilausstellung, die derzeit in Frankfurt stattfindet, mit einer aufwändigen Präsentation vertreten ist. „Unser Auftritt auf der IAA steht ganz im Zeichen der E-Mobilität“, erläutert Delphi-Pressesprecher Thomas Aurich. Sicherheitssysteme, Umweltschutz und die Kommunikation zwischen Fahrzeug und Fahrer sind auf der IAA die herausragenden Themen.

Delphi-Zentrale in Wuppertal.

Elektroantriebe stellen ganz neue Anforderungen an die Sicherheit im Fahrzeug. Wo bislang nur wenige Volt durch die Kabelstränge flossen, sind es bald lebensgefährliche 700. Aufwändige Sicherungseinrichtungen in den Steckverbindungen sollen verhindern, dass das Hantieren an den Leitungen zu einer tödlichen Angelegenheit wird. Ganz ohne Kabel soll bald das Aufladen der Fahrzeugbatterien vonstatten gehen. Der PKW wird lediglich über eine Induktionsschleife, die sich im Garagenboden verbirgt, gefahren. Von dort wird die Batterie mit neuer Energie versorgt.

Umweltschutz hat für Delphi viel mit Gewichtsreduktion zu tun. Je leichter ein Fahrzeug ist, desto weniger Kohlendioxid stößt es aus. Delphi forscht intensiv daran, die traditionellen Kupferkabel durch Aluminium zu ersetzen. In einem Kabelbaum können so schnell bis zu 10 Kilo eingespart werden, erläutert Thomas Aurich.

Aluminiumkabel werden Kupferleitungen ersetzen und Fahrzeuge leichter machen.

Bei der Kommunikation zwischen Mensch und Auto gilt es, die Datenmengen für den Fahrer auf ein Maß zu beschränken, dass er noch verarbeiten kann. Das stellt die Tüftler bei Delphi vor die Frage, wo der Mensch als Fahrzeuglenker selbst gefragt ist und wo die Technik eigenständig eingreift.

Ob es sich nun um Lösungen für mehr Sicherheit, besseren Umweltschutz oder intelligente Kommunikation handelt, Kosteneffizienz bei der Integration der neuen Technologien ins Fahrzeug ist unabdingbare Voraussetzung für deren Serientauglichkeit. Auch daran wird bei Delphi mit Hochdruck geforscht. Das diesjährige Motto der IAA beschreibt daher treffend auch den Anspruch der Ingenieure von Delphi: „Zukunft serienmäßig“.

Messeauftritt von Delphi bei der IAA: Sicherheit, Umweltschutz und Kommunikation im Mittelpunkt.

Den Messeauftritt plant man bei Delphi bereits seit Herbst 2010. Seit dem Frühjahr wird der Stand konkret vorbereitet. Delphi ist jedoch nicht nur mit dem eigenen Auftritt auf der IAA vertreten. Durch die Kooperation mit der Bergischen Universität Wuppertal ist das Unternehmen indirekt auch auf dem NRW-Stand präsent. Die Zusammenarbeit mit der Uni sieht man bei Delphi durchweg positiv, wie Thomas Aurich betont: „Die Kooperation stellt sicher, dass unser Wissen als Praktiker mit dem der Forscher an der Uni zusammenfließt.“ Konkret manifestiert sich das am Projekt „Active Safety Car“, an dem Delphi als einer von mehreren Partnern aus der Wirtschaft mit der Hochschule zusammenarbeitet.

Eine weitere Möglichkeit zur lokalen Verzahnung bietet sich für Delphi durch den „Stammtisch Automotive“, der von der lokalen Wirtschaftsförderung koordiniert wird. In diesem Gesprächskreis arbeiten viele Wuppertaler Unternehmen aus dem Automotivesektor mit. „Vor allem während der zurückliegenden Wirtschaftskrise war der Meinungsaustausch mit der Branche für uns wichtig“, erklärt Thomas Aurich.

____________________

Fotos: Georg Sander, Montage „Kabel“: Delphi

____________________

Teil 1: „Der Automotive-Sektor ist die Leitindustrie für Wuppertal“
Teil 2: „Wenn Autos um die Ecke sehen“
Teil 3: „Autozulieferer Delphi: Zukunft serienmäßig“

Anmelden

Aktuelle Stellenangebote:

Kommentare

Neuen Kommentar verfassen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.